Funktionsmeistersystem
Das sogenannte Funktionsmeistersystem wurde von Frederick Winslow Taylor als Führungssystem in einer arbeitsteiligen Produktion entworfen. Taylor erzielte enorme Produktivitätssteigerungen in der Anfangsphase der Industrialiserung durch die Einführung der Arbeitsteilung. Er übertrug diesen Ansatz auch auf die Führungsebene, indem er die Einlinienorganisation, bei der jeder Mitarbeiter genau einen Vorgesetzten hat, durch eine Mehrlinienorganisation, bei der ein Mitarbeiter situationsbedingt unterschiedliche Vorgesetzte hat, zu ersetzen suchte.
Das Funktionsmeistersystem nach Taylor kennt acht unterschiedliche Führungsverantwortungen:
- Arbeitsverteiler / route clerk
- Unterweisungsbeamter / instruction clerk (oder instruction card man)
- Kosten- und Zeitbeamter / cost and time clerk
- Verrichtungsmeister / gang boss
- Geschwindigkeitsmeister / speed boss
- Prüfmeister / inspector
- Instandhaltungsmeister / repair boss
- Aufsichtsbeamter / shop disciplinarian
Das Funktionsmeistersystem ist ein Gegenentwurf zur Einlinienorganisation nach Fayol, der das Taylorsche Organisationssystem als nicht praktikabel ablehnte. In der Tat setzte sich die Mehrlinienorganisation auch nicht in Reinform durch. Die Idee des Funktionsmeisters liegt dem Konzept von Fachvorgesetzten zugrunde. Ein Fachvorgesetzter bestimmt zwar, welche Arbeiten wie durchzuführen sind, hat aber keine disziplinarischen Befugnisse gegenüber dem Mitarbeiter (z.B. Urlaubsgenehmigung oder Erstellung von Arbeitszeugnissen).
Im Projektmanagement greift die sogenannte Matrixorganisation ebenfalls die Idee des Funktionsmeistersystems auf: Mitarbeiter sind gleichzeitig Linienvorgesetzten und temporär dem Projektleiter unterstellt.
Erläuterungen und Kommentar
| Weiterführende Web-Links |
Wikipedia-Eintrag (engl.) über Frederick Winslow Taylor Funktionsmeistersystem im OLEV |
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