Den Ausführungen von Herr Heilwagen stimme ich vollkommen zu.
Allerdings sehe ich beim Earned Value Management keinen besonderen Aufwand, es sei denn, man macht eine komplizierte Wissenschaft daraus. Wenn Sie im einfachsten Fall den Earned Value dadurch bestimmen, welche Aufgaben erledigt sind, dann gibt es nicht viel Rechnerei, bzw. das erledigt die Software automatisch. Und mindestens eine Rückmeldung darüber, was erledigt ist, braucht jeder Projektmanager, sonst macht er seinen Job nicht.
Einen klaren Nachteil des Earned Value Managements sehe ich nicht in seiner Methode, sondern in seiner falschen Anwendung oder Interpretation durch die Projektleiter oder anderen Projektverantwortlichen. Ein Projekt ist ein komplexes, nicht lineares System mit vielen Steuerungsmöglichkeiten. Die Prognosefunktionen der Earned Value Analyse liefern wertvolle Hinweise - aber keinesfalls echte "Prognosen". Wer dies nicht versteht, kann gewaltige Bauchlandungen erleben: "Aber bis vorgestern war der SPI noch bei 97,567%", sagte der Projektleiter, als ein Risiko eintrat, durch das das Projekt doppelt so lange wie geplant dauern würde ...