Der Mensch im Projekt
Führung, Selbstmanagement, Soziale Kompetenz
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Sigrid Hauer
Moderation: Der Mensch im Projekt
Vom Umgang mit dem Projektstatus
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Projektstatus – overengineered oder: „muss man wirklich alles übertreiben“?
Ein Versuch, Projektkrisen in den Griff zu bekommen, habe ich vor kurzem erlebt. Das Projektmanagement Office eines Projektes stöhnte auf einmal über den vielfach gestiegenen Aufwand im Management eines Projektes.
Der Grund war: Der Projektleiter eines großen (wirklich großen) Projektes hatte über den Projektstatus und die dafür zu vergebenden, immer beliebten und meistens nützlichen Ampelfarben nachgedacht. Ergebnis seiner Überlegungen war folgendes:
Um den Status eines Projektes besser darstellen zu können, verlangte er, im Statusbericht von allen Teilprojektleitern folgende Unterscheidung:
Grün – Teilprojekt ist in Ordnung (in Time, in Budget, in Scope … wir kennen das, trifft in der Realität selten zu, irgendwas ist ja immer. Was im Statusbericht steht, ist meistens eine andere Geschichte.)
Gelb: Das Teilprojekt ist vorübergehend in einem der 3 Bereiche (Time, Budget, Scope) nicht im Plan, schafft es aber, das bis zum nächsten Bericht auszugleichen.
Gelb – Gelb: Das Teilprojekt ist in einem der 3 Bereiche (Time, Budget, Scope) nicht im Plan und hat es nicht geschafft, das bis zum nächsten Bericht auszugleichen.
Rot-gelb: Das Teilprojekt ist in einem der 3 Bereiche (Time, Budget, Scope) nicht im Plan und braucht Unterstützung von außen.
Rot: Das Teilprojekt hat ernsthafte Probleme
Rot-Rot: Das Teilprojekt ……
Spätestens beim Status Gelb-gelb habe ich aufgehört, ernsthaft zuzuhören. Warum nur?
Einen kommunikativen, wenn auch unbeabsichtigten Nutzen hatte der Einfall des Projektleiters, und den schätze ich sehr: die Teilprojektleiter haben angefangen, über ihr Verständnis von „Projektstatus“ nachzudenken und sich ganz kreativ bei einer Tasse Kaffee darüber auszutauschen. Heraus kam der bayrische Projektstatus „ois easy“ und der Hamburger Projektstatus „alles in Buddaaaa“.
Nebenbei wurden noch ein paar fachliche Themen des Projektes diskutiert und Lösungsideen ausgetauscht. Und möglicherweise wurden so ganz nebenbei ein paar Projektkrisen verhindert. Wer möchte denn auch schon gerne den Status Rot-Rot verursachen…
Genau so erschien es mir auch in dieser Geschichte. Meistens ist die Methode "einfach mal mit den Leuten reden" immer noch die wirksamste.
Hallo zusammen,
vielleicht sollte der PL mal diese Geschichte lesen: http://blog-conny-dethloff.de/?p=433.
Ich habe mit dieser Geschichte die "PM-Gebahren" auf das private Leben reflektiert. Oft ist es gut, sich bestimmte Handlungsweisen mal aus einer anderen Sichtweise bewusst zu machen, um nicht in Extreme zu verfallen.
Beste Grüße,
Conny Dethloff
Vielen Dank - die Geschichte über das geplante Osterfest bingt es wunderbar auf den Punkt. So ist es ja meistens: Bevor man sich mit allen verfügbaren Methoden befaffnet auf ein Projekt stürzt, sollte man doch vorher überlegen, was dem Projekt wirklich weiterhilft.
beste Grüße, Sigrid Hauer



Beiträge: 2
Hallo, ich würde an Ihrer Stelle dem Projektleiter empfehlen, mit den Teilprojektleitern offen zu reden und zu sagen wo ihn "der Schuh drückt". Im Dialog / einem Workshop sollte dann gemeinsam überlegt werden, mit welchen Maßnahmen das PM-Team dies beseitigen kann. Auch wenn ich zu weit weg von dem Projekt bin, möchte ich folgenden Hinweis geben: Für mich schein der PL das Projekt nicht "im Griff zu haben" und versucht nun mit einem "Frühwarsystem" dem habhaft zu werden. Dies funktioniert jedoch so nicht.
Viel Erfolg!
PS: Für mich soll eine (Verkehrs-) Ampel in Projekten einen schnelle Überblick ermöglichen.