Johari-Fenster

English
Benannt nach den amerikanischen Psychologen Joe Luft und Harry Ingham ist das vierteilige "Johari-Fenster" eine grafische Darstellung der Kommunikationssituation innerhalb einer Gruppe.

Johari-Fenster

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Benannt nach den amerikanischen Psychologen Joe Luft und Harry Ingham ist das vierteilige "Johari-Fenster" eine grafische Darstellung der Kommunikationssituation innerhalb einer Gruppe.

Es differenziert die Interaktionen zwischen den Gruppenmitgliedern nach dem Bewusstseins- bzw. Bekanntheitsgrad von Motivationen, Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen.

Von unten nach oben aufgetragen ist der Bekanntheitsgrad für die Gruppe, von rechts nach links der Bewusstseinsgrad der betroffenen Person.

  • Im ersten Quadranten (links oben) befindet sich der Bereich der "öffentlichen Persönlichkeit", des freien Handelns. Er umfasst alle Aspekte einer Person, die sowohl ihr selbst als auch der Gruppe bekannt sind. Beispielsweise findet ein Gruppenmitglied Problemlösungen dadurch, dass er/sie sich in ausführlichen Gesprächen anderen mitteilt. Durch die Mitteilung "Lasst mich mal laut nachdenken!" wissen alle, dass das folgende kein eigentlicher Diskussionsbeitrag ist, unterbrechen sie/ihn aber auch nicht, sondern warten das Ergebnis des Prozesses ab.
  • Im zweiten Quadranten (rechts oben) ist der "blinde Fleck" der Person. D.h. dort sind die Eigenschaften, die alle anderen wissen, nur die Person selbst nicht. Ein typisches Beispiel ist das übertriebene Geltungsbedürfnis, das selbst nicht bewusst wahrgenommen wird. Die Eigenschaften dieses Bereiches können zur Isolation des Individuums aus der Gruppe führen.
  • Im dritten Quadranten (links unten) ist der Bereich des Verbergens und Vermeidens. Dort sind die Geheimnisse des einzelnen vor der Gruppe angesiedelt. Angelegenheiten des Privatlebens, politische Gesinnungen, religiöse Überzeugungen sind allgemeine Beispiele hierfür, die die Zusammenarbeit in der Gruppe kaum berühren. Für die Gruppenkommunikation gefährlich wird es, wenn die individuellen Ziele nicht mehr in Einklang mit dem Gruppenziel zu bringen sind und dadurch kontraproduktive Aktivitiäten im Geheimen entstehen.
  • Im vierten Quadranten (rechts unten) ist der Bereich der unbekannten Aktivität. Weder die Gruppe noch das Mitglied selbst sind sich der dortigen Eigenschaften bewusst. Beispielsweise kann eine unterschwellige Unzufriedenheit mit dem Arbeitsplatz dazu führen, dass ein Teammitglied zwar alle Aufgaben zuverlässig erfüllt, aber keine rechte Motivation entfaltet und damit auch die gesamte Gruppe beeinflusst.

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