Studentensyndrom

Die Verwendung des Begriffs "Studentensyndrom" im Projektmanagement geht auf Eliyahu M. Goldratt zurück. Dieser beschreibt in seinem Lehr-Roman "Die Kritische Kette", dass alle Menschen dazu neigen, ihre Aufgaben so spät wie möglich zu beginnen. Er wählt hierzu das Beispiel des Studenten, der seine zu einem bestimmten Termin abzugebende Arbeit immer vor sich herschiebt. Erst kurz vor Abgabetermin beginnt er mit maximaler Leistung die Arbeit fertig zu stellen und gibt sie in der letzten Minute ab.

Übertragen auf die Abarbeitung von Arbeitspaketen in Projekten bedeutet das "Studentensyndrom", dass Mitarbeiter die ihnen übertragene Aufgaben nach den gesetzten Endterminen priorisieren und beginnen. Anstatt so schnell als möglich die Arbeit aufzunehmen, starten sie die Bearbeitung erst dann, wenn sie glauben, den Endtermin gerade eben noch einhalten zu können.

Dieses Verhalten führt dazu, dass jede Störung den Terminplan verzögert, da die in den einzelnen Vorgängen enthaltenen Zeitpuffer bereits aufgebraucht sind, bevor überhaupt mit der Arbeit begonnen wird.

In Verbindung mit dem Parkinsonschen Gesetz führt nach Goldratt das ""Studentensyndrom" dazu, dass Terminpläne von Projekten immer verzögert werden, aber niemals schneller ablaufen als geplant.

Kommentar

Synonyme Aufschieberitis, Prokrastination
Weiterführende Beiträge im Projekt Magazin
Fachbeitrag
Leseprobe
Die Kritische Kette – kritische Anmerkungen aus der Praxis

von Uwe Keller

Die Befürworter von Critical Chain Project Management (CCPM) versprechen, die Laufzeiten von Projekten durch radikalen Verzicht auf individuelle Pufferzeiten und das Staffellaufprinzip um rund 30% verkürzen zu können. Auch Uwe Keller war zunächst von diesen Ideen begeistert, musste jedoch bald erkennen, dass die Patentrezepte der CCPM in der Praxis nicht greifen. Punkt für Punkt analysierte er anhand seiner Erfahrungen die Annahmen und Herangehensweisen der CCPM. Seine Schlussfolgerung ist, dass die Terminplanung des CCPM von realitätsfernen Annahmen ausgeht und deswegen auch nicht die versprochene Beschleunigung erzielen kann. Dennoch empfiehlt er, sich unvoreingenommen mit den Argumenten der CCPM auseinander zu setzen, da diese zu Recht die wunden Punkte des üblichen Projektmanagements kritisieren – wie z.B. das gängige Prinzip, Ressourcen im Multitasking mehreren Projekten gleichzeitig zuzuordnen. Mehr lesen

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Fachbeitrag
Bluff oder Patentrezept?
Die Kritische Kette – kritische Anmerkungen aus der Praxis

Die Befürworter von Critical Chain Project Management (CCPM) versprechen, die Laufzeiten von Projekten durch radikalen Verzicht auf individuelle Pufferzeiten und das Staffellaufprinzip um rund 30% verkürzen zu können. Auch Uwe Keller war zunächst von diesen Ideen begeistert, musste jedoch bald erkennen, dass die Patentrezepte der CCPM in der Praxis nicht greifen. Punkt für Punkt analysierte er anhand seiner Erfahrungen die Annahmen und Herangehensweisen der CCPM. Seine Schlussfolgerung ist, dass die Terminplanung des CCPM von realitätsfernen Annahmen ausgeht und deswegen auch nicht die versprochene Beschleunigung erzielen kann. Dennoch empfiehlt er, sich unvoreingenommen mit den Argumenten der CCPM auseinander zu setzen, da diese zu Recht die wunden Punkte des üblichen Projektmanagements kritisieren – wie z.B. das gängige Prinzip, Ressourcen im Multitasking mehreren Projekten gleichzeitig zuzuordnen. Mehr lesen

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29 Leserbewertungen | Artikel (12 Seiten) | 2,50 € (0,00 € im Abo)