Prämierte Studie: Negative Charaktereigenschaften sind für Unternehmensgründung förderlich

(02.11.2011) Für Unternehmensgründungen können negative Charaktereigenschaften wie Narzissmus durchaus förderlich sein. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Universität Hohenheim, der Hochschule Reutlingen und der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster. Die British Academy of Management (BAM) hat auf ihrer Jahreskonferenz im September die Studie mit dem Best Paper Award ausgezeichnet.

Die Forscher untersuchten, wie sich die Charaktereigenschaften der sog. "Dunklen Triade der Persönlichkeit" auf die Unternehmensgründung auswirken können. Dazu zählen die Charakterzüge Narzissmus, Machiavellismus sowie subklinische Psychopathie, eine Eigenschaft, bei der die Betroffenen häufig Probleme haben, Beziehungen aufzubauen und zu festigen.

Diese Charaktereigenschaften werden häufig mit Merkmalen wie Härte, Rücksichtslosigkeit, übersteigertes Selbstbewusstsein oder emotionaler Kälte in Verbindung gebracht. Zugleich enthalten diese Charakterzüge auch Merkmale, die man in Führungspositionen häufig antrifft wie Risikoneigung, Machtstreben oder den Drang nach Selbstbestätigung.

"Auf den ersten Blick können negative Persönlichkeitseigenschaften wie Narzissmus und subklinische Psychopathie bei der Überlegung, selbst eine Firma zu gründen, förderlich sein", sagt Petra Gelléri von der Deutschen Hochschule der Polizei. Ein Grund dafür sei, dass Narzissten und subklinische Psychopathen eher Geschäftsideen verfolgen würden, da sie einerseits stärker nach Geld, Macht und Status als andere Menschen streben, und sie andererseits ihr stark übersteigertes Selbstbewusstsein an eigene, scheinbar überragende Fähigkeiten und Erfolg bei der Unternehmung glauben ließe.

Dies könne in der Praxis aber häufig zu Problemen führen, da diese Fähigkeiten in der Realität nicht unbedingt immer vorhanden seien. Bei einem Vergleich der Leistungen von Narzissten bei der Erstellung eines umfassenden Businessplans mit Machiavellisten, würden die Narzissten signifikant schlechter abschneiden. Machiavellisten zeichnen sich nach Angaben der Forscher durch eine eher realistische Weltsicht aus und fokussieren sich stärker auf ihr Ziel. Narzissten hingegen gäben sich weniger Mühe, da sie sich für die Besten halten würden und meinten, im Wettbewerb keine großen Anstrengungen aufbringen zu müssen. (mz)

Weitere Informationen: Universität Hohenheim www.uni-hohenheim.de; Hochschule Reutlingen www.reutlingen-university.de; Deutsche Hochschule der Polizei www.dhpol.de


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