Mergers & Acquisitions-Projekte

Erfolgreich durch Projektmethodik für IT-Integrationen

Eingliederungen von Fremdunternehmen (Acquisitions) und Zusammenschlüsse ganzer Unternehmen (Mergers) scheitern oft, weil die errechneten Synergiepotenziale nicht erreicht werden. Eine Ursache ist häufig, dass die Aufwände für die Integration der Unternehmens-IT falsch eingeschätzt werden, da mangels einer standardisierten Vorgehensweise keine ausreichend präzisen Daten vorliegen. Marco Wick beschreibt in diesem Artikel welche Vorteile eine Projektmethodik für IT-Integrationen bringt und zeigt, wie sich damit Integrationsaufwände weit schneller und genauer schätzen lassen als ohne eine strukturierte Vorgehensweise.

Eingliederungen von Fremdunternehmen (Acquisitions) und Zusammenschlüsse ganzer Unternehmen (Mergers) haben primär das Ziel, die Potenziale der beteiligten Unternehmen zu einem "Besseren Ganzen" zu verbinden. Viele dieser so genannten M&A-Projekte scheitern jedoch, weil die errechneten Synergiepotenziale nicht erfolgreich genutzt werden können. Die Gründe dafür sind nicht nur in der hohen Komplexität und dem vorhandenen Zeitdruck zu suchen, sondern auch in der Tatsache, dass sich die Integration der Unternehmens-IT oft als wesentlich schwieriger herausstellt, als zunächst angenommen. Nur durch ein methodisches Vorgehen lässt sich dieser Aufwand frühzeitig abschätzen und in die Berechnung der Synergiepotenziale einbeziehen.

Zielsetzungen und Planungsphasen von M&A-Projekten

M&A-Projekte sollen ein Unternehmen schaffen, das nach dem Projekt besser im Markt positioniert ist als die einzelnen Unternehmen vor dem Projekt. Die Unternehmensleitung definiert die Zielsetzung, die sich auf verschiedene Bereiche erstrecken kann, zum Beispiel:

  • Verbesserung der Wettbewerbsposition durch Erweiterung der Geschäftstätigkeit, Vergrößerung des Marktanteils in einem bestimmten Segment, Zugang zu neuen Märkten und Finanzierungsmöglichkeiten
  • Ausbau von Synergien durch wertsteigernde Kombinationen der Ressourcen und Fähigkeiten des eigenen Unternehmens mit denen des Akquisitionskandidaten
  • Verbesserung des Managements und nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts

Die erwarteten Synergiepotenziale werden in Form einer konkreten Geldsumme beziffert. Ein M&A-Projektteam, das in der Regel mit Finanz-, Rechts- und Strategieexperten besetzt ist, bewertet dazu im Vorfeld des Projekts zunächst grob und qualitativ mögliche Synergiepotenziale. Basis hierfür ist eine Marktanalyse, die konzeptionell auf die Suche geeigneter Kandidaten (Screening, vgl. Bild 1) ausgerichtet ist

Die Transaktionsphase

Findet sich ein geeigneter Kandidat, setzt die Transaktionsphase ein. Im Rahmen einer so genannten "Due Diligence" stellt der Verkäufer Informationen zur Verfügung, die über den Wert des zu übernehmenden Unternehmens vor dem Hintergrund der strategischen Ziele (Strategisches Fit) Auskunft geben und eine Einschätzung der Chancen und Risiken einer Übernahme im Hinblick der Synergieeffekte auf Käuferseite ermöglichen. Die Angaben dienen dem M&A-Projektteam als Grundlage für eine eingehendere Analyse dieser Potenziale. Es nimmt eine Detailbewertung vor, bei der nicht nur die Annahmen für die strategische Entscheidung überprüft, sondern bereits Informationen bzgl. des Integrationsplans ermittelt werden. Als Ergebnis benennt das Projektteam konkrete Geldbeträge für die Synergien sowie für die Kosten des M&A-Projekts.

Diese Synergien und Kosten gehen in die Ermittlung eines Kaufpreises ein, der aus der Sicht des akquirierenden Unternehmens ein Maximum bei den Vertragsverhandlungen mit dem Verkäufer darstellt. Nach Vertragsunterschrift und der kartellrechtlichen Prüfung des Mergers bzw. der Akquisition erfolgt ab dem Closing (Eigentumsübergang am Akquisitionskandidaten vom Verkäufer an den Käufer) die Umsetzung des M&A-Projekts in der Integrationsphase (Bild 1). 

Bild 1: Die einzelnen Phasen des M&A-Prozesses (in Anlehnung an K. Lucks, S.54).

Die Integrationsphase

Nahezu alle Geschäftsprozesse sind von der IT abhängig, deshalb treten gerade in der Integrationsphase die eigentlichen Schwierigkeiten zu Tage. Es gilt, die Geschäftsprozesse von der vernetzten Entwicklung neuer Produkte bis zur Abrechung von Kundenaufträgen zusammenzuführen. Häufig

Anzeige
Jetzt kostenlos weiterlesen!
Abonnenten des Projekt Magazins wissen mehr!
Starten Sie jetzt unser 4-wöchiges Kennenlern-Angebot: Die Anmeldung dauert nur ein paar Minuten – Sie können also gleich weiterlesen.
  • KostenlosDas Kennenlern-Angebot kostet Sie nichts.
  • Kein RisikoSie können jederzeit kündigen, ohne dass Ihnen Kosten entstehen.
  • Einen Monat lang alles lesen4 Wochen Online-Zugriff auf alle Inhalte des Projekt Magazins.
Tech Link