Microsoft Project Server 2013 in der Cloud

Anfang 2013 kommt der neue Microsoft Project Server auf den Markt, dessen Funktionalitäten der Hersteller unter dem Namen "Project Online" auch als reinen Miet-Service in der Cloud anbietet. Johann Strasser beschreibt, für wen sich die neue Web-Version eignet, was sie alles zu bieten hat und welchen ersten Eindruck sie in der Praxis hinterlässt.

Seit Anfang der Neunziger gibt es Microsoft Project in der Desktop Version, seit nunmehr zehn Jahren ist der Project Server auf dem Markt und jetzt kommt in der aktuellen Version 2013 mit "Project Online" die Verfügbarkeit in der Cloud hinzu. Der offizielle Freigabetermin wurde von Microsoft für das erste Quartal 2013 angekündigt. Zu den Preisen liegen noch keine Informationen vor; wir gehen davon aus, dass sich diese am aktuellen Miet-Angebot von Office 365 orientieren werden.

Für wen lohnt sich der Einstieg in die Cloud?

Project Online eignet sich vor allem für Anwender, die ohne große Vorbereitung die Vorteile des Microsoft Project Servers für Multiprojektmanagement nutzen wollen oder einen einfachen Zugang für externe Projekt-Teammitglieder benötigen.

Interessant ist auch die variable Lizenzierung: Ändert sich die Anzahl der Benutzer dynamisch im Projektverlauf, lässt sich das auf der Kostenseite ebenso klar abbilden wie die Verrechnung zwischen Projekt-Teammitgliedern aus verschiedenen Unternehmen oder auch Abteilungen innerhalb eines Unternehmens. Das heißt, ist ein Projekt zu Ende, muss man auch nicht mehr zahlen.

Eine Einschränkung ist jedoch zu beachten: Da die Daten in der Cloud gespeichert werden, ist die Nutzung dieses Dienstes nur für solche Unternehmen möglich, deren Policy eine solche externe Datenspeicherung erlaubt. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Speicherort der Daten außerhalb des Bundesgebietes liegen, da Microsoft zwar Rechenzentren auf allen Kontinenten, jedoch nicht in allen Ländern betreibt. Details muss jeder Nutzer ggf. individuell klären (Microsoft ist u.a. mit ISO 27001 und Standardvertragsklauseln der EU konform). Verbietet die Unternehmens-Policy eine externe Datenspeicherung, ist der Weg in die Cloud versperrt – zumindest, solange die Policy in dieser Hinsicht nicht angepasst wird. Es gilt dann abzuwägen, ob die Vorteile der immer stärker aufkommenden Online-Angebote gegenüber den bisherigen Restriktionen überwiegen oder nicht.

Project in der Cloud – ein erster Test

Ehrlich gesagt standen wir anfangs dem Gedanken etwas skeptisch gegenüber, Project in der Cloud zu nutzen. Bei der ersten Begegnung mit der neuen Version kam dann aber doch Begeisterung auf: Mit wenigen Angaben konnten wir ein Benutzerkonto bei Microsoft Online einrichten. Nach ein paar Minuten Warten erschien schon die Homepage von "Project Online Preview" im Gewand des Metrostyle auf dem Bildschirm. Klick, klick, neues Projekt angelegt, ein paar Vorgänge eingegeben und gespeichert. Wunderbar! Wir nutzen einen Project Server, haben weder neue Hardware noch neue Software gekauft, nichts installiert und sind trotzdem schon mitten drin in der Projektplanung!

Von der Administrationsseite aus versenden wir noch ein paar Einladungen an andere Kollegen, um ihnen Zugriff zu gewähren. Das zugehörige Passwort zur erstmaligen Anmeldung steht in der Mail, die Zuordnung zu einer Rolle, wie zum Beispiel "Teammitglied" nehmen wir auch gleich vor, so dass die Rechte der Benutzer entsprechend gesetzt sind. Alternativ dazu hätten wir das Team auch über das Hochladen einer vorgegebenen Textdatei anlegen oder aus dem eigenen Active Directory mit einem Tool von Microsoft zusammenstellen können.

Leichter Wechsel zwischen Online und Lokal

Für alle Liebhaber der Desktop-Version gibt es eine frohe Botschaft: Auch bei einem Umstieg in die Cloud können sie wie gewohnt weiterhin Project Professional einsetzen – nur mit dem Unterschied, dass der Server mit dem Ressourcenpool und all den anderen gespeicherten Projekten eben nicht im eigenen Rechenzentrum steht, sondern irgendwo in der Cloud. Dort kümmern sich Mitarbeiter von Microsoft Online Services um den Betrieb, die Wartung und um die Sicherheit.

Project Professional 2013 lässt sich wie gehabt für die Installation auf dem eigenen Rechner erwerben oder alternativ aus der Cloud mieten. Die Version, die dabei zum Einsatz kommt, ist in beiden Fällen dieselbe, so dass man auch mit der Cloud-Version wie gewohnt offline arbeiten kann. Voraussetzung ist lediglich, dass als Betriebssystem Windows 7 oder höher installiert ist. Für den Anwender

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