PM-Zertifizierungen im Vergleich

Teil 1: Nutzen und inhaltliche Ausrichtung
Wer länger in Projekten tätig ist, stellt sich irgendwann die Frage, welche PM-Zertifizierung sich in seinem Fall am besten eignet. Auf dem internationalen Markt sind drei Zertifizierungssysteme führend: Das Zertifizierungssystem des Project Management Institute (PMI), das "4 Level Certification System" der International Project Management Association (IPMA) und die prozessorientierte Projektmanagement-Methode PRINCE2® des OGC. Im ersten Teil der zweiteiligen Artikelserie vergleicht Barbara Brecht-Hadraschek den Nutzen und die inhaltliche Ausrichtung der drei Systeme und bietet eine wertvolle Entscheidungshilfe für alle, die an einer Zertifizierung interessiert sind.

Die wachsende Bedeutung von standardisierten Projektmanagement-Methoden zeigt sich auch in der zunehmenden Professionalisierung dieses Aufgabengebiets. Das Berufsbild "Projektmanager" ist heute etabliert, fachspezifische Aus- und Weiterbildungen und Personenzertifikate sind ein wichtiges Element einer Projektkarriere. Dieser Beitrag gibt den aktuellen Stand der Projektmanagement-Zertifizierungen wieder und bietet damit eine fundierte Entscheidungshilfe für alle, die an einer Zertifizierung interessiert sind.

Neben einigen kleineren Anbietern haben sich auf dem internationalen Markt heute drei Zertifizierungssysteme für das Projektmanagement durchgesetzt, für die ein anerkannter internationaler Abschluss angeboten wird und die wir detaillierter vorstellen wollen: 

  1. Das Zertifizierungssystem des Project Management Institute (PMI)
  2. Das "4 Level Certification System" der International Project Management Association (IPMA)
  3. Die prozessorientierte Projektmanagement-Methode PRINCE2® (Projects in Controlled Environments) des Office of Government Commerce (OGC).

Die drei Systeme unterscheiden sich sowohl in ihrer inhaltlichen Ausrichtung, als auch in ihrem Prüfungssystem – welches die beste Wahl ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und muss individuell beantwortet werden. "Sowohl die bisherige Projektmanagementerfahrung der Teilnehmer ist entscheidend, aber auch das Wertesystem spielt eine Rolle: Wie wichtig sind Ihnen zum Beispiel soziale Kompetenzen, also "weiche Faktoren"? Wie schnell soll das erlernte Wissen in der Praxis eingesetzt werden können? Auch die Prüfungsgebühren variieren sehr stark", beschreibt Andreas Heilwagen mögliche Fragen, die man sich bei der Entscheidung über das geeignete Zertifikat stellen sollte. Er ist selbständiger Programm- und Projektmanager, zertifizierter PMP® und hat die IPMA Level D und PRINCE2®Foundation-Prüfungen erfolgreich absolviert.  

Nicht vergessen darf man außerdem die Vorbereitungszeit, Seminar-, Übernachtungs- und Reisekosten sowie eventuelle Folgekosten für Re-Zertifizierungen. Und auch die Prüfungsdruck-Resistenz der Kandidaten ist nicht zu vernachlässigen: 200 Multiple-Choice-Fragen in 240 Minuten zu beantworten, wie in der PMI-Prüfung gefordert, ist nicht jedermanns Sache.

Der erste Teil dieser zweiteiligen Serie beleuchtet zunächst den Nutzen der einzelnen Projektmanagement-Zertifizierungen, stellt die unterschiedlichen inhaltlichen Ausrichtungen der verschiedenen Zertifizierungen vor und geht auf die länder- und branchenspezifische Verbreitung ein. Er schließt mit einem Überblick der Zertifizierungsstufen für die jeweilige Zertifizierung.

Der zweite Teil der Serie richtet sein Augenmerk auf die Zulassungsvoraussetzungen, den Zeitaufwand für die Prüfungsvorbereitung, den Prüfungsablauf, die Gültigkeitsdauer der jeweiligen Zertifizierung und ggf. notwendige Rezertifizierungen.

Doch zunächst zum Nutzen, den eine PM-Zertifizierung bringen kann.

Welchen Nutzen kann eine PM-Zertifizierung mit sich bringen?

Durch Zertifizierungen werden

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