Probleme lösen mit der Kraftfeldanalyse

Wenn Schwierigkeiten im Projekt auftreten, liegt die Lösung oft nicht sofort auf der Hand. Die Kraftfeldanalyse ist ein einfaches Verfahren, um die Ursachen eines Problems zu analysieren und konkrete Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Ziel ist es u.a., in einer Problemsituation auf Handlungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Petra Berleb stellt die Kraftfeldanalyse vor.

Wenn Schwierigkeiten im Projekt auftreten, liegt die Lösung in der Regel nicht sofort auf der Hand. Mit der Kraftfeldanalyse ist es möglich, die Ursachen eines Problems zu analysieren und konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Insbesondere Probleme, die auf zwischenmenschliche Faktoren, auf Bedenken und Befürchtungen zurückzuführen sind, lassen sich mit der Kraftfeldanalyse aufdecken.

Die Kraftfeldanalyse

Die Kraftfeldanalyse (engl.: force-field-analysis) geht auf den Psychologen Kurt Lewin zurück und wird u.a. in der Psychologie, in den Sozialwissenschaften, im Prozessmanagement und im Change Management angewendet. Sie ist ein einfaches Verfahren, um die fördernden und blockierenden Faktoren in einer Situation zu untersuchen. Ziel ist es u.a., in einer Problemsituation auf Handlungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Das Verfahren beruht auf der Erkenntnis, dass die Veränderung einer Situation auf zwei Mechanismen beruht: Es ist möglich

  • fördernde Kräfte zu stärken.
  • blockierende Kräfte zu schwächen.

Vorgehen in acht Schritten

In Bild 1 ist die Kraftfeldanalyse schematisch dargestellt. Im ersten Schritt geht es darum, das Problem zu definieren, das mit dem Projekt gelöst werden soll, und es mit dem definierten Projektziel abzugleichen. Im zweiten Schritt werden die Faktoren aufgelistet, die dem Ziel entgegenstehen, z.B. nicht kooperatives Verhalten von Stakeholdern, offene Urlaubsansprüche der Teammitglieder, Fehlzeiten wegen Krankheit oder mangelnde Management Attention. Im dritten Schritt werden die Faktoren aufgelistet, die die Zielerreichung fördern. Hierbei kann es sich um hohe Management Attention handeln, ein motiviertes Team oder zuverlässige Lieferanten. Im vierten und fünften Schritt wählt man die drei wichtigsten hemmenden bzw. fördernden Faktoren aus. Auf diese konzentriert man sich und überlegt sich Maßnahmen, welche die hemmenden Faktoren abschwächen und die fördernden Faktoren verstärken. Im achten Schritt legt man einen Aktionsplan fest, in dem die konkreten Maßnahmen sowie Verantwortliche und Termine aufgeführt werden.

Bild 1: Schematische Darstellung der Kraftfeldanalyse. Quelle: AFW Wirtschaftsakademie Bad Harzburg GmbH.

Beispiel

In einem Unternehmen stagniert das Umsatzwachstum, die Umsatzziele wurden nicht erreicht. In der Vertriebsabteilung sollen deshalb die Prozesse gestrafft und die Arbeitsschritte stärker automatisiert werden. Um den Status Quo festzustellen, bittet das Projektteam die Vertriebsmitarbeiter, sämtliche Prozesse zu dokumentieren. Die Vertriebsmitarbeiter boykottieren das Projekt aber, indem sie erforderliche Informationen nicht weiterleiten. Der Abteilungsleiter hat permanent Einwände zu den Verbesserungsvorschlägen und verweigert die Erfassung der Arbeitsprozesse mit der Begründung, die Mitarbeiter sollten sich lieber um die Kunden und den Umsatz kümmern, anstatt Bildchen in Visio zu malen.

Mit Hilfe der Kraftfeldanalyse soll nun der Projektleiter dem Konflikt mit der Vertriebsabteilung auf den Grund gehen. Im Aktionsplan sind die Ergebnisse des Beispiels dokumentiert (Tabelle 1). Im Anhang finden Sie für den Aktionsplan eine Vorlage, die Sie für Ihre eigenen Analysen verwenden können.

Tabelle 1: Aktionsplan.
Quelle: AFW Wirtschaftsakademie Bad Harzburg GmbH.
Projekt: Sales Pro Problem: Die Vertriebsabteilung erreicht die angestrebten Umsatzzahlen nicht, der Umsatz stagniert schon seit längerem. Kunden werden nicht systematisch analysiert und ihren Umsätzen und Potentialen
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