Wie bringen Sie Ihr Projekt zum Scheitern?

Zunehmend wird in Unternehmen darüber nachgedacht, was getan werden muss, um zuverlässig Erfolge zu erreichen. Es werden Vorgehensmodelle entwickelt, "Quality Circles" eingerichtet, Standards definiert, Berater unter Vertrag genommen, Seminare gebucht und vieles mehr.

Zunehmend wird in Unternehmen darüber nachgedacht, was getan werden muss, um zuverlässig Erfolge zu erreichen. Es werden Vorgehensmodelle entwickelt, "Quality Circles" eingerichtet, Standards definiert, Berater unter Vertrag genommen, Seminare gebucht und vieles mehr. Die Frage ist: "Wie bringen wir unsere DV-Projekte zum Erfolg?". Nachdem seit Jahren auf diese Frage scheinbar keine gültige Antwort gefunden werden konnte, schlage ich vor, die Frage einmal umzustellen. Vielleicht funktioniert es ja dann mit dem Erfolg.

Damit Sie Ihr Projekt zum Scheitern bringen haben Sie natürlich viele Möglichkeiten. Hier nur ein paar Beispiele, die Sie je nach Lust und Laune, Ihre Firma/Ihr Projekt betreffend, erweitern können.

  • Nehmen Sie unfähige Mitarbeiter in Ihr Projektteam auf (z.B. die, die im Tagesgeschäft unbrauchbar und somit frei für das Projekt sind).
  • Übertragen Sie das Projekt an einen inkompetenten Projektleiter (z.B. einem, dem man die Leitung einer Abteilung nicht zutraut, dem man aber einmal eine Beförderung zukommen lassen muss)
  • Definieren Sie unklare Ziele (am besten mündlich vereinbart, von der Sekretärin im Protokoll formuliert und unauffindbar abgelegt)
  • Verlangen Sie nachträgliche Änderungen an den Anforderungen (todsichere Methode: Zuruf zwischen Tür und Angel)
  • Provozieren Sie einen Streit im Team (z.B. durch den Zwang, Menschen zusammenarbeiten zu lassen, die sich nicht mögen und die sich nie für die Projektarbeit beworben haben)
  • Kontrollieren Sie Ihr Projektteam/Ihre Kollegen bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
  • Oder, auch wirksam: Kontrollieren Sie am besten (fast) gar nicht.
  • Ziehen Sie Mitarbeiter und/oder Sachmittel (Ressourcen) von rivalisierenden Projekten ab.
  • Sorgen Sie dafür, dass die zukünftigen Benutzer Ihre Software/Ihr Produkt ablehnen (z.B. indem Sie die Benutzerführung verwirrend und unkomfortabel gestalten).
  • Schüren Sie Widerstand, indem Sie Bedürfnisse der Anwender schlichtweg ignorieren (z.B. indem Sie die Verwendung von Short-Keys nicht unterstützen, obwohl Sie wissen, dass alle Mitarbeiter diese zur Navigation in ihrer aktuellen Software verwenden)
  • Verursachen Sie einen Konflikt zwischen DV- und Fachabteilung (z.B. indem Sie Anforderungen herunterspielen oder Kompetenzen in Frage stellen)

Bestimmt haben Sie mindestens einen Punkt wiedererkannt, stimmts? Und ist Ihnen an der Auflistung etwas aufgefallen? Wenn Projekte scheitern, liegt es zu 99% nicht am Rechner und nicht an der Software. Es liegt auch nicht an der Vorgehensmethode oder an der Programmiersprache, obwohl oft eines oder mehrere Bereiche davon als Begründung angegeben werden.

Projekte scheitern an Menschen!

  • Da arbeiten Menschen zusammen, die sich nicht verstehen, nicht mögen, oder in Karrierekämpfe verstrickt sind.
  • Da greifen Manager ein, die nicht wissen, was sich intern im Projekt gerade abspielt.
  • Da wird aus Angst vor Versagen das Team durch ständige Kontrolle schikaniert - oder aus Angst vor Sympathieverlust auf Kontrollen gänzlich verzichtet.
  • Da gibt es endlose Meetings, in denen ein Profilneurotiker jede Einigung, jeden Entschluss verhindern kann.
  • Aus den Fachabteilungen werden Berater ins Entwicklungsteam gesetzt, die sich für das Projektthema nicht interessieren, einen Hass auf Computer haben und beim Einführungszeitpunkt des Produkts längst die Rente beziehen.

Die Liste ließe sich endlos weiterführen. Projekte scheitern an Menschen und können auch nur durch Menschen zum Erfolg gebracht werden.

So sorgen Sie dafür, dass Ihr nächstes Projekt erfolgreicher verläuft:

  • Stellen Sie sich die Frage: "Wie kann ich dieses Projekt zum Scheitern bringen?"
  • Kleben Sie einen Zettel an die Badezimmertür (oder wo garantiert keiner Ihrer Kollegen diesen Zettel zu Gesicht bekommt) und notieren Sie drei Tage lang Ihre Ideen.
  • Wenn Sie damit fertig sind, kleben Sie einen neuen Zettel hin. Hier stellen Sie die Frage: "Welche andere Person kann dieses Projekt zum Scheitern bringen? Und wie?"

Nach weiteren drei Tagen haben Sie auch dazu eine Menge Ideen gesammelt. Nun müssen Sie nur noch dafür sorgen, dass genau das Gegenteil davon passiert.

Dieser Tipp wurde aus "

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