Zertifizierungen im Projektmanagement

Teil 3: PMI oder GPM/IPMA? Hilfestellung bei der Auswahl
Im dritten und letzten Teil seiner Serie zu Zertifizierungen im Projektmanagement gibt Nicolai Rathmann Hilfestellungen für die Auswahl eines geeigneten Zertifizierungssystems und stellt in einem ausführlichen tabellarischen Vergleich die Programme von PMI und GPM/IPMA gegenüber.

Diese Artikelserie stellt verschiedene Projektmanagement-Zertifizierungssysteme vor und liefert Entscheidungshilfen für die Auswahl einer geeigneten Zertifizierung. Im ersten Teil wurden die Vorteile einer Zertifizierung für Projektmanager und Organisationen erläutert und verschiedene PM-Ausbildungen und -Zertifikate vorgestellt, im zweiten Teil die Zertifizierungssysteme und deren fachliche Grundlagen vom Project Management Institute (PMI) und der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) verglichen. Der vorliegende dritte Teil soll dem Leser Hilfestellungen bei der Entscheidung geben, ob er eine Zertifizierung nach dem System des PMI oder nach dem der GPM/IPMA anstreben soll.

Handlungsempfehlungen

Die Auswahl des Zertifizierungssystems hängt von den Gegebenheiten im Unternehmen und von der eigenen Person ab. Es gibt keine allgemeingültigen Kriterien, die für oder gegen ein bestimmtes Zertifizierungssystem sprechen. Stattdessen müssen die jeweiligen Eigenschaften des Zertifizierungssystems mit dem individuellen Bedarf abgeglichen werden. Um diesen Entscheidungsprozess zu erleichtern, folgen einige Handlungsempfehlungen sowie eine strukturierte Gegenüberstellung der beiden Zertifizierungssysteme.

Nutzen Sie die Zertifizierung als Baustein Ihrer eigenen Entwicklung

Eine Zertifizierung im Projektmanagement ist, wenn sie sinnvoll in die eigene Karriere- und Weiterbildungsplanung integriert wird, eine Bereicherung für jeden Projektmanager. Das gilt nicht nur im Hinblick auf den Lebenslauf, sondern auch auf die tägliche Arbeit. Schließlich gewinnen Sie im Rahmen Ihrer Zertifizierungsvorbereitung neue Erkenntnisse, lernen neue Sichtweisen kennen und können diese in Ihre Projekte einfließen lassen.

Entwerfen Sie für Ihre Weiterbildung eine mittelfristige Planung, z.B. für die nächsten drei Jahre. Skizzieren Sie - nur für sich - was für Tätigkeiten und Herausforderungen Sie in dieser Zeit erwarten. Leiten Sie daraus ab, auf welchen Gebieten Sie sich weiterentwickeln möchten oder müssen. Oft wird bei einer solchen Betrachtung deutlich, ob bzw. wann sich eine PM-Zertifizierung anbietet. Beziehen Sie dann die Eigenarten der einzelnen Zertifizierungsprogramme in Ihre Überlegung ein, um sich für einen konkreten Zertifizierungsweg entscheiden zu können, z.B.:

  • Wollen Sie für eine längere Zeit im Projektmanagement arbeiten und suchen nach einer karrierebegleitenden Weiterbildungs- und Zertifizierungsmöglichkeit? Die GPM/IPMA bietet Ihnen mit mit dem vierstufigen System die Möglichkeit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung.
  • Möchten Sie Kenntnisse in einem praxiserprobten Projektmanagement-Prozessmodell (wie im PMBOK Guide beschrieben) erlangen und diese zertifizieren lassen? Nutzen Sie die Möglichkeiten, die das PMI bietet.
  • Weitere Ansätze können Sie aus der strukturierten Gegenüberstellung der beiden Zertifizierungssysteme in Tabelle 1 ableiten.

Ziehen Sie aus der Zertifizierung Nutzen für die tägliche Projektarbeit

Der Lern- und Prüfungsstoff bei Zertifizierungen stellt in vielen Fällen "Best Practice" dar. Warum sollte man diese guten Erkenntnisse erst auswendig lernen und dann nicht umsetzen? Probieren Sie Ihr neues Wissen also aus, indem Sie z.B. Ihr erstes Projekt nach der Zertifizierung nach der erlernten Methodik planen und durchführen. So können Sie die in die "Best Practice" eingeflossenen Erfahrungen vieler anderer Projektmanager nutzen und ihre eigene Projektarbeit erfolgreicher und effizienter gestalten.

Jetzt mögen Sie denken: "Wie soll das denn gehen - ich muss mich mit 24 Standardvorlagen und -vorgehensweisen aus unserem PM-Leitfaden herumschlagen, da soll ich auch noch die erlernten Methoden umsetzen?" Die Antwort lautet: "Ja!" Denn wenn man einmal genau hinschaut, stimmen die meisten PM-Leitfäden und -Vorgehensweisen und die Prüfungsinhalte von PMI- und GPM/IPMA überein bzw. weichen nur

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