Normen/
Standards
DIN 69905:1997

Auftragskalkulation

Die zunächst einfach klingende Definition nach DIN: "Ermittlung der voraussichtlich kostenwirksamen Auftragsleistungen und ihre Bewertung" erscheint bei genauerer Betrachtung als äußerst problembeladen. Sie sagt nämlich nichts darüber aus, wer die Kalkulation durchführt. Gemeinhin werden Kalkulationen von demjenigen erstellt, der auch die Arbeiten durchführt. Hierfür gibt es bereits den Begriff der "Angebotskalkulation". Ein Auftraggeber hingegen führt keine Kalkulation durch, hierfür müsste er ja entstehende Kosten berechnen, sondern eher eine Aufwandsschätzung. In der Regel wird er aber ausschließlich die zu erbringenden Leistungen beschreiben und für diese dann Angebote einholen.

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Der Begriff der Auftragskalkulation wurde von der DIN vermutlich parallel zum Begriff der Projektkalkulation eingeführt, ohne dabei die unterschiedlichen Ausprägungen der Begriffe "Projekt" und "Auftrag" hinreichend zu berücksichtigen.

Insofern sollte dieser Begriff, falls überhaupt, nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 03.07.2002.
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