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Begriff
  • Full-Time Equivalent

Vollzeitäquivalent

Vollzeitäquivalent ist eine relative Maßeinheit für die Ressourcenkapazität.

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Die Benennung wird in drei unterschiedlichen Bedeutungen verwendet:

  1. Selten: Die jährliche Arbeitszeit eines Vollzeitangestellten, gleichbedeutend mit Personaljahr (veraltet: Mannjahr).
  2. Meist: Die Maßeinheit für die fiktive Anzahl von Vollzeitbeschäftigten einer Organisationseinheit bei Umrechnung aller Teilzeitarbeitsverhältnisse in Vollzeitarbeitsverhältnisse. Beispiel: 3 Halbtagsstellen und 2 Ganztagsstellen ergeben 3,5 Vollzeitäquivalente.
  3. Die teilweise Zuordnung der Arbeitskapazität eines Mitarbeiters zu einem Projekt als Prozentsatz einer Vollzeitstelle. Beispiel: Ein Projektmitarbeiter ist auf einer Halbtagesstelle angestellt. Die Hälfte seiner Arbeitszeit ist er dem Projekt zugeteilt. Das Projekt erhält von ihm somit eine Arbeitskapazität von 0,25 Vollzeitäquivalenten.
Die Bemessung der Ressourcenkapazität mit Vollzeitäquivalenten dient zur Objektivierung der Zahl der Projektmitarbeiter. Ein Team von 5 Mitarbeitern, die in Vollzeit am Projekt arbeiten, hat eine höhere Kapazität (5 Vollzeitäquivalente) als 12 Mitarbeiter, die nur zu jeweils einer Viertel Vollzeitstelle mitarbeiten (3 Vollzeitäquivalente).

Die absolute Zahl von Projektstunden lässt sich aus Vollzeitäquivalenten nur unter zusätzlicher Angabe der vertraglich festgelegten Arbeitszeit ermitteln. Hierzu müssen multipliziert werden:

  1. Die vertraglich auf eine bestimmte Zeiteinheit bezogene Arbeitszeit mit durchschnittlicher Berücksichtigung von Fehlzeiten wie Urlaub, Fortbildung oder Krankheit (z.B. 30 Stunden pro Woche)
  2. Die Einsatzzeit für das Projekt in der gleichen Zeiteinheit (z.B. 2 Wochen)
  3. Das Vollzeitäquivalent (gem. dritter Bedeutung) dieser Zuordnung (z.B. 20%)
Im Beispiel ergeben sich 12 Projektstunden an absoluter Arbeitskapazität.

Die Zuordnung von Vollzeitäquivalenten erlaubt deshalb keine exakte Kostenplanung, wenn nicht ihre Umrechnung in Personalstunden genau festgelegt ist.

In Wikipedia wird Vollzeitäquivalent auch als Maß der Effizienz eines Mitarbeiters definiert. Abgesehen davon, dass diese Größe nicht objektiv messbar ist, eignet sie sich auch nicht für Kapazitätsberechnungen. Die Qualifikation und Fähigkeit eines Mitarbeiters zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabe ist Gegenstand des Skill-Managements.

Bei der verbindlichen Ressourcenzuweisung für ein Projekt ist die Zuordnung von Vollzeitäquivalenten riskanter als die rechnerisch gleiche Kapazität an Personalstunden. Krankheitsbedingter Ausfall zugewiesener Mitarbeiter kann vom Ressourcenmanager damit als Risiko des Projekts betrachtet werden. Bei der Zuweisung von Projektstunden stehen diese in voller Höhe dem Projekt zu, das Risiko vermehrter Fehlzeiten trägt dann das Unternehmen.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 27.09.2004.
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