EADS erhält drei Monate Aufschub für Projekt A400M

(25.03.2009) Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS erhält für das Milliardenprojekt A400M drei Monate Aufschub, um ein Lösungskonzept für die Lieferprobleme vorzulegen. Im Vertrag zwischen EADS und den Bestellernationen wird den Ländern ein Kündigungsrecht bis zum 31. März 2009 eingeräumt, sofern sich der Erstflug des Militärtransporters um mehr als 14 Monate verzögert. Dieser Erstflug war ursprünglich für Januar 2008 vorgesehen. Nun haben die Abnahmeländer den letztmöglichen Termin für einen Ausstieg aus dem Projekt auf den 1. Juli 2009 verschoben.

Der deutsche Rüstungsstaatssekretär Rüdiger Wolf sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass der Ausstieg aus dem Kaufvertrag weiter eine ernsthafte Option sei. Die europäische Rüstungsbehörde Occar prüfte in den vergangenen Wochen den Entwicklungsstand des Projekts und sollte den Ländern eine Einschätzung geben, ob sie weiter an dem Programm festhalten oder einen Ausstieg vorbereiten sollen. Laut Wolf lägen allerdings bis heute keine bewertbaren Informationen zum Programmstand in ausreichender Qualität vor.

Hauptgrund für die Verzögerungen sind technische Probleme bei den Propellertriebwerken und deren Steuerung. Nach Angaben von EADS ist momentan nicht absehbar, wann der Prototyp abheben kann – der Termin wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. EADS muss laut Vertrag insgesamt 180 Transporter an sieben NATO-Mitgliedsländer liefern, davon 60 Flugzeuge nach Deutschland. Bisher haben die Verzögerungen einen Verlust von zwei Milliarden Euro verursacht. (mz)

Weitere Informationen: SZ online www.sueddeutsche.de; Agence France-Presse www.afp.com


Aktuelle News