EU-Förderung von Forschungsprojekten: Experten kritisieren Bürokratie

(29.07.2009) Das Expertenteam zur Zwischenevaluierung des Europäischen Forschungsrats (ERC) legte am 23. Juli 2009 seinen Abschlussbericht vor. Darin kritisieren die Experten eine überzogene Bürokratie. Der ERC wurde im Jahr 2007 von der Europäischen Kommission eingerichtet. Er vergibt Fördermittel zur Finanzierung von grundlagenorientierten Forschungsprojekten. Seit Februar 2009 überprüfte ein unabhängiges Expertengremium die Strukturen und Mechanismen des ERC. Geleitet wurde das Gremium von Vaira Vike-Freiberga, der ehemaligen Präsidentin Lettlands und Professorin für Psychologie. Das Expertengremium evaluierte das ERC nach den Kriterien wissenschaftliche Exzellenz, Autonomie, Effizienz und Transparenz.

In seinem 52-seitigen Bericht kritisiert das Expertenteam die Dominanz der administrativen Regelungen der EU über die fachlichen Empfehlungen des ERC. Die Experten fordern, neun Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Arbeitseffizienz des ERC innerhalb eines Jahres umzusetzen. Unter anderem verlangen sie eine Verschlankung und bessere Integration der Führungsstruktur des ERC, eine verbesserte Transparenz der Entscheidungen des Forschungsrats und eine Schiedsstelle für Konflikte. Die Europäische Kommission hat angegeben, im Oktober 2009 mit der Veröffentlichung eines Vorschlags zur Zukunft des ERC auf den Expertenbericht und seine Empfehlungen zu reagieren. Von dieser Reaktion wird abhängen, wie Anträge zur Projektfinanzierung zukünftig evaluiert werden und ob fachliche oder formelle Kriterien die Bewilligung von Fördermitteln bestimmen. (ga)

Der Abschlussbericht ist frei verfügbar zum Download unter: www.eubuero.de

Weitere Informationen: EU-Büro des BMBF für das Forschungsrahmenprogramm www.eubuero.de


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