Münchener Rück will 400-Milliarden-Euro-Projekt Desertec vorantreiben

(01.07.2009) Der Versicherungskonzern Münchener Rück möchte die Konzeptarbeit für das geplante Projekt Desertec, mit dem Solarstrom aus Nordafrika nach Europa transportiert werden soll, stärker vorantreiben. Das Unternehmen hat deshalb für den 13. Juli Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Forschung eingeladen, um Finanzierung und Machbarkeit des Konzepts zu prüfen.

Hintergrund des Engagements der Münchener Rück ist, dass besonders Rückversicherer von den Folgen des Klimawandels stark betroffen sind; jährlich nehmen die Schäden durch die vom Klimawandel verursachten Naturkatastrophen um etwa 3% bis 4% zu. Deswegen stehen Ideen und Konzepte für eine CO2-freie Energiegewinnung bei den Rückversicherern hoch im Kurs.

Das Projekt Desertec ist eine Initiative des Club of Rome, des Hamburger Klimaschutz-Fonds, des Jordanischen Nationalen Energieforschungszentrum und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Mit dem Projekt sollen in Nord-Afrika und im Nahen Osten Solar- und Windanlagen zur Stromerzeugung und Wasserentsalzung entstehen; über Hochspannungsnetze soll ein Großteil des Stroms nach Europa geleitet werden. Die Initiatoren erhoffen sich, mit Desertec 15% des europäischen Strombedarfs mit Sonnenenergie abzudecken. Nach derzeitigen Schätzungen würde die Realisierung des Projekts etwa 400 Milliarden Euro kosten; davon entfallen ungefähr 350 Milliarden Euro auf den Bau der Solaranlagen und ca. 50 Milliarden auf den Bau der Hochspannungsnetze. (mz)

Weitere Informationen: Münchener Rück www.munichre.com/de; Desertec Foundation www.desertec.org/de


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