Gehälter im Projektmanagement steigen weiter

Aktuelle GPM Studie „Gehalt und Karriere im Projektmanagement 2019“ belegt zunehmende Relevanz des Berufsfeldes. Weiterbildung in agilen Methoden bleibt wichtige Einflussgröße auf Gehalt und Karriere. Noch immer deutlicher Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen.

Gehälter im Projektmanagement steigen weiter

Aktuelle GPM Studie „Gehalt und Karriere im Projektmanagement 2019“ belegt zunehmende Relevanz des Berufsfeldes. Weiterbildung in agilen Methoden bleibt wichtige Einflussgröße auf Gehalt und Karriere. Noch immer deutlicher Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen.

Der Beruf der Projektmanagerin bzw. des Projektmanagers gewinnt in der deutschen Wirtschaft deutlich an Relevanz.

Dies drückt sich auch in steigenden Gehältern aus, wie die aktuelle Studie zu Gehalt und Karriere im Projektmanagement 2019 der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. belegt.

So ist das durchschnittliche Jahresgesamtgehalt (brutto) von 87.000 Euro im Vergleich zu 2017 um 9 Prozent gestiegen. Als vorrangige gehaltsbestimmende Faktoren erweisen sich vor allem in Deutschland Hierarchielevel und Berufserfahrung. In diesem Zusammenhang rückt auch die Weiterbildung in den Fokus, unter anderem in agilen Methoden: Wer hier Kompetenzen aufgebaut hat, bezieht im Durchschnitt ein höheres Jahresgehalt. Trotz aller positiver Entwicklungen hinkt die Angleichung der Gehälter von Männern und Frauen allerdings noch immer hinterher: Mit über 11 Prozent in Deutschland – in Österreich sogar 21,5 Prozent – besteht hier nach wie vor eine deutliche Diskrepanz.

Für die siebte Ausgabe der Studie legten 1.650 Managerinnen und Manager ihre Gehälter offen – über 50 Prozent mehr als 2017. „Die hohe Beteiligung zeugt von der auch in der öffentlichen Wahrnehmung wachsenden Bedeutung von Projektmanager-innen und Projektmanagern in einer volatilen, unsicheren und komplexen Arbeitswelt“, bewertet der GPM Präsident Prof. Dr. Helmut Klausing das Ergebnis.

 Die GPM Studie wird alle zwei Jahre erhoben und entstand in Zusammenarbeit mit der EBS Universität für Wirtschaft und Recht, unterstützt von der pma – Projekt Management Austria und der spm. swiss project management association.

Andere Branchen – andere Gehälter

Die Höhe des individuellen Gehalts ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie etwa der Branche und Unternehmensgröße. Die durchschnittlich höchsten Gehälter finden sich in der Automobilindustrie. Es folgen der Finanzsektor und die Pharma-/Chemieindustrie. Die geringsten Gehälter werden in den Sektoren Baugewerbe und in der IT/Telekommunikation gezahlt. Jenseits dieser strukturellen Dimensionen haben das Projektmanagement-Hierarchielevel und die Projektmanagement-Erfahrung einen entscheidenden Einfluss auf die Höhe des Gehalts.

Deutliche Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen

Eine große Diskrepanz besteht trotz der intensiven öffentlichen Diskussion um den Gender Pay Gap zwischen den Gehältern von Männern und Frauen:

Angesichts eines Gehaltsunterschiedes von 11 Prozent in Deutschland sind weitere Anstrengungen von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ebenso gefragt, wie der Aufbau von Verhandlungskompetenz seitens der Projektmangerinnen und -mitarbeiterinnen, um dieser Benachteiligung auf individueller Ebene zu begegnen. Besonders groß ist der Unterschied auf dem höchsten Level zwischen Projektdirektorinnen und Projektdirektoren; am geringsten ist die Differenz im Einstiegs-Level in Projekten und PMO.

Hierarchielevel, Berufserfahrung und Weiterbildung als wesentliche Gehaltstreiber

Unabhängig vom Geschlecht haben das Hierarchielevel und die Berufserfahrung, aber auch die Übernahme von Verantwortung den stärksten Einfluss auf die Höhe des Gehalts. Bei allen drei Faktoren beträgt der Gehaltszuwachs von der Einstiegs- bis zur Endstufe etwa das Doppelte. In diesem Zusammenhang wird deutlich: Wer durch Weiterbildung Kompetenzen erworben hat, bezieht durchschnittlich ein höheres Jahresgehalt. Der Anteil derjenigen, die eine Weiterbildung oder einen Zertifikats-lehrgang besucht haben, hat sich gegenüber der GPM Studie von 2017 erneut gesteigert.

Zertifizierung spielt laut Studie vor allem für die Verbesserung der praktischen Arbeit in Projekten, als Nachweis des Projektmanagementwissens und hinsichtlich der Verbesserung der Karrierechancen eine zentrale Rolle für Projektmanagerinnen und Projektmanager. Wie in der gesamten Studienreihe seit 2005 wird jedoch auch in der aktuellen Studie deutlich:

Karrierepfade sind häufig wenig transparent oder nicht klar definiert, sodass persönliche Ziele im Rahmen von Projektkarrieren häufig nur unzureichend umgesetzt werden können.

Agilität wichtiger denn je

Unternehmen waren bereits vor der Corona-Krise zunehmend volatilen Projektbedingungen ausgesetzt. Nun rücken agile Prinzipien und Vorgehensmodelle  noch stärker in den Blickpunkt. In nahezu der Hälfte der Unternehmen werden inzwischen solche Ansätze auf Unternehmens- und Projektebene eingesetzt. Im Fokus stehen die Methoden Kanban und Scrum; Design Thinking und Lean Startup werden dagegen seltener genutzt. Agile Ansätze finden sich vor allem in kleinen und in sehr großen Unternehmen.

Der Einsatz agiler Ansätze hat insbesondere unter volatilen Projektrahmenbedingungen einen positiven Einfluss auf den Erfolg von Projekten. Die erhobenen Daten zeigen darüber hinaus, dass für Projektmanagerinnen und Projektmanager mit hohen agilen Kompetenzen auch deutlich höhere Einkommen zu erzielen sind.

Die gesamten Ergebnisse der Studie konnen uber www.gpm-gehaltsstudie.de bezogen werden.

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