Arbeit 4.0: Projektmanagement und Fabrikplanung der Zukunft

(07.11.2017)

Auf dem 7. Innovationsforum am 19. Oktober 2017 in Kornwestheim bei Stuttgart wurden erstmals Themenschwerpunkte der Projektplanung im Kontext der Fabrik- und Logistikplanung behandelt. Rund 140 Planern, IT-Verantwortlichen und Entscheidern wurden in Vorträgen, Workshops und Software-Präsentationen neue Möglichkeiten der 3D-Planung und „Digitalisierung der Zusammenarbeit“ vorgestellt.

Das 7. Innovationsforum der IPO.Plan GmbH wurde erstmals in Zusammenarbeit mit der Actano GmbH unter dem Dach der Actano Holding ausgerichtet. Während IPO.Plan führende Software-Lösungen zur Fabrik- und Logistikplanung anbietet, entwickelt Actano Lösungen zur Projektplanung der nächsten Generation auf einer durchgehenden Plattform. Ein erstes gemeinsames Produkt ist bereits im März 2017 vorgestellt worden. Diese Software R 4D verbindet Projektmanagement mit 3D-Visualisierung und eignet sich besonders für drei Anwendungsgebiete: Dies sind die Produktentwicklung, vor allem in der Automobilindustrie, die Planung und Umsetzung von komplexen Produktionsanlagen sowie die Abwicklung von Bauprojekten. „Auf diesen Märkten ergibt die enge Verbindung von Actano und IPO.Plan gewichtige Wettbewerbsvorteile für die Kunden“, erklärte Dr. Peter Derendinger, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Actano Holding AG in seiner Begrüßungsrede. „Die Integration von Projektplanung und Visualisierung der betreffenden CAD-Modelle erscheint uns als folgerichtiger Digitalisierungsschritt“, ergänzte Matthias Kellermann, Geschäftsführer von IPO.Plan.

Projektmanagement in Zeiten von Arbeit 4.0 und Digitalisierung

In seiner Keynote spannte Holger Lörz, CEO der Actano GmbH, den Bogen von den spürbaren Veränderungen in der Arbeitswelt über die Auswirkungen auf das Projektmanagement bis zu neuen Formen der Software-Unterstützung, die eine „Zusammenarbeit 4.0“ erleichtern sollen: „Die Projektrealität muss jederzeit fokussiert verfügbar sein“, forderte er. „Dies gelingt nur auf einer offenen Plattform, die zugleich neue Kollaborationsfunktionen für die agile Zusammenarbeit bereitstellt.“ Mit dieser Form der Augmented Reality ließen sich Projektinhalte besser visualisieren. Der jeweilige Projektstatus würde sich nach Rückmeldungen automatisch aktualisieren. Durch die Nutzung künstlicher Intelligenz, der einfachen Verbindung zu anderen Entwicklungsplattformen und Offenheit zur Entwicklung von Apps entwarf Lörz ein innovatives Zukunftsbild der bereits geschaffenen Projektplattform von Actano.

Projektmanagement neu denken

Nur mit einer neuen Projektkultur ließen sich die geforderten weiteren Verkürzungen von Entwicklungs- und Herstellungsprozessen in der Automobilindustrie erreichen und die wachsenden Herausforderungen des Multitaskings bewältigen. Ein Wandel von versteckten Reservezeiten in den Projektaufgaben zu einem gemeinsamen „Sozialpuffer“ am Ende der Projektlaufzeiten könne Projekte um bis zu 30 Prozent beschleunigen. Terminierte Meilensteine sollten in Quality Gates nach dem Staffelläufer-Prinzip abgelöst werden. Eine offene Feedback- und Verbesserungskultur müsse die vorherrschende Rechtfertigungs-Kommunikation ablösen: Je höher der Rechtfertigungsaufwand, umso geringer sei die Effizienz in einer Organisation.

Gleichgesinnte und Experten aus Logistik, Produktion und Projektmanagement nutzten die Pausen der Veranstaltung, um sich über die Herausforderungen der Zukunft auszutauschen.

Projektmanagement mit CAD-Daten

Wie die Visualisierung des Projektmanagements anhand von CAD-Daten in der Praxis aussieht, führte Michael Wagner, Geschäftsführer Entwicklung bei IPO.Plan, mit der Software RPLAN 4D vor. Während einzelne Projektaufgaben besprochen oder aktualisiert werden, zeigt ein eigenes Bildschirmfenster die Bauteile oder Gebäudebereiche in 3D an, um die es geht. So lassen sich Probleme schnell analysieren und einer Lösung zuführen. Eine eigens von IPO.Plan entwickelte Technologie erlaubt einen schnellen Grafikaufbau der virtuellen Realität. Fragen der Teilnehmer betrafen die Aktualisierung der CAD-Daten ebenso wie die Auswahl der geeigneten Modelle. Anhand von Praxisbeispielen wurde die Vorgehensweise verdeutlicht.

„Digitaler Zwilling“ steigert Produktivität um 24 Prozent

Wie man die Produktion kleiner Fahrzeugserien mit IPO.Log erfolgreich optimiert, präsentierte Rebecca Schempp von der Max Holder GmbH. Ein Umzug der in Metzingen angesiedelten Firma mit rund 245 Mitarbeitern eröffnete die Gelegenheit, die Produktion von rund 650 Kommunalfahrzeugen pro Jahr auf der „grünen Wiese“ zu planen. In einer Analyse stellte sich eine einzige Produktionslinie für alle Fahrzeugvarianten als effizienteste Lösung heraus. Mit IPO.Log wurde der gesamte Montageprozess abgebildet, um Schwachstellen bereits in der Planung zu eliminieren. Ganz nebenbei ergab sich daraus auch die Planung der Material-Bereitstellung. Durch die Simulation der Baureihenfolge im Variantenmix der Fahrzeuge kann die Austaktung im Vorfeld überprüft werden. Der mit IPO.Log aufgebaute „Digitale Zwilling“ kann für weitere Digitalisierungsprojekte der Produktion und Logistik verwendet werden. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Die Wartezeiten wurden um 63 Prozent verkürzt, die Produktivität der Mitarbeiter um 24 Prozent verbessert. In Zukunft soll IPO.Log deshalb in der täglichen Planungsarbeit der Produktionsfolge verwendet werden.

Neues Release IPO.Log 4 vorgestellt

Umso mehr interessierte die Teilnehmer die Präsentation von: Alexander Klyeisen, Produktmanager bei IPO.Plan: Er präsentierte mit Release 4 die neue Version von IPO.Log, der Software für die durchgehende Planung von Produktionslogistik und Montage. Die Prozesse werden nun „Line-Back“ von der Produktion über verschiedene Lagerstufen und Transporte zurück zum Wareneingang dynamisch berechnet. Dadurch können noch detailliertere Aussagen über die benötigten Zeiten und Ressourcen getroffen werden.

Gemeinsamer Auftritt – Synergien für alle

Am Nachmittag wurden in zwei Blöcken jeweils drei Workshops parallel angeboten. Dadurch konnte jeder Teilnehmer selbst bestimmen, ob er sich detailliert mit Fabrik- und Logistikplanung oder dem Projektmanagement der Zukunft beschäftigen will. Wie ein agiles Projektmanagement der Zukunft von RPLAN Workstreams auf Basis von Slack profitiert, gehörte ebenso zum Programm, wie die Nutzung von CCPM-Ansätzen in der kollaborativen Planung.

Die Besucher waren nicht nur von der Aktualität und Bandbreite der Themen beeindruckt, die sich von der Künstlichen Intelligenz bis zu Ressourcenplanung und Lieferantenmanagement erstreckte. Gerade durch die Verbindung von Projektmanagement und Montageplanung hat das Innovationsforum neue Impulse gesetzt. Als Besucher konnte man eindrucksvoll erleben, wie die Verbindung der beiden Themenkreise Horizonte erweitern und Synergie-Effekte freisetzen kann.

 

 

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