Von "Abschweifer" bis "Zyniker"

Auf Störer im Team richtig reagieren

Störer kann es in jedem Projektteam geben. Das Verhalten reicht von Desinteresse bis hin zu starken Aggressionen und zeigt sich u.a. bei Teammeetings. Damit Störer die Effizienz der Projektarbeit nicht gefährden, sollte der Projektleiter frühzeitig reagieren. Martin Maly liefert wertvolle psychologische und pädagogische Tipps zum Umgang mit Störern im Projekt. Er skizziert charakteristische Störer-Typen, nennt mögliche Ursachen für ihr Verhalten und zeigt, wie man adäquat auf die verschiedenen Arten von Störungen reagiert.

Sämtliche Untersuchungen zur Projektarbeit zeigen, dass der Umgang mit Störungen einen sehr großen Einfluss auf den Projekterfolg hat. Kein Wunder, denn schon aus der Gruppendynamik ist bekannt, dass sich "Störungen Vorrang verschaffen". Ein Projektleiter kann somit erst dann die Inhalte des Projekts effizient und effektiv bearbeiten, wenn er im Team auftretende Störungen behoben hat.

Das Thema "Störungen in Projektteams" ist weitgefächert. Es hängt von der individuellen Wahrnehmung ab, ob ein Ereignis als Störung eingeordnet wird. Was für den einen bereits eine schwere Störung bedeutet, ist für den anderen überhaupt kein Problem. Aber es darf nicht nur das Bauchgefühl des Projektleiters darüber entscheiden, ob ein bestimmter Vorfall schon als Störung gesehen werden soll. Genauso wichtig ist es, darauf zu achten, ob das Team den Vorfall bereits als Störung auffasst, während der Projektleiter selbst noch kein Problem darin sieht.

Dieser Artikel beschreibt, worauf ein Projektleiter bei Störungen achten sollte und liefert Handlungsempfehlungen, um solche Probleme zu lösen. Keinesfalls sollten Sie die Empfehlungen als eine Art "Waschanleitung" sehen und glauben, dass sich alle Probleme damit verhindern lassen. Das wäre eine zu vereinfachte Sicht auf die Dinge nach dem digitalen "Ein-Aus-Prinzip". Im Umgang mit Menschen ist es vielmehr wichtig, mit analogen Interventionen zu arbeiten und zu beachten, dass die vorgestellten Methoden wirken können, aber nicht müssen!

Umgang mit Störungen im Projekt

Um erfolgreich mit Störungen im Projektumfeld umzugehen, finden Sie nachfolgend sowohl einige psychologische als auch pädagogische Tipps.

Psychologische Tipps

  • Versuchen Sie, die Ursache der Störung zu ermitteln, indem Sie deren Hintergrund beleuchten.
  • Klären Sie die Zuständigkeit ab und grenzen Sie Ihren Einflussbereich ab.
  • Wählen Sie bewusst eine Verhaltensebene aus, auf der Sie agieren.
  • Bleiben Sie authentisch.
  • Versuchen Sie, positive Seiten der Störung zu entdecken und zu nutzen.
  • Versuchen Sie, sachlich zu bleiben.

Pädagogische Tipps

  • Kritisieren Sie das Verhalten von Personen und nicht die Person.
  • Zeigen Sie Zusammenhänge auf und betonen Sie die Wichtigkeit des Einzelnen für das Ganze.
  • Vereinbaren Sie gemeinsam mit den Teammitgliedern Spielregeln, visualisieren Sie diese und verweisen Sie bei Regelbrüchen auf diese Spielregeln.

Psychologische Tipps

Versuchen Sie, die Ursache der Störung zu ermitteln, indem Sie deren Hintergrund beleuchten.

Solange Sie nicht wissen, woher die Störung kommt, können Sie nur wie ein Rasenmäher an der Oberfläche arbeiten – die Störung wird wie Unkraut immer wieder kommen. Sie müssen versuchen zu klären, ob das störende Verhalten im Arbeitsbereich begründet ist, ob es aus dem Bereich Rollendefinition und Aufgabenverteilung kommt oder ob es im persönlichen Werte- und Normenbereich angesiedelt ist.

Entsprechend der Ebene können Sie unterschiedliche Werkzeuge einsetzen. Im Arbeitsbereich können Sie mit Spielregeln zur Meetingkultur arbeiten, wie z.B. "Wir lassen das Mobiltelefon und

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