Projektrisiken für deutsche Automobilzulieferer auf dem US-Markt

Die Automobilindustrie als einer der bedeutendsten deutschen Wirtschaftszweige ist sehr exportorientiert. Für die Zulieferer ergibt sich daraus die nicht immer einfache Frage, ob sie das Exportland von Deutschland aus beliefern sollen oder ob ein Zweigwerk im Ausland die bessere Alternative darstellt. Prof. Dr.-Ing. Thomas Berndt und Dipl.-Wirtsch.-Ing. Susanne Bender haben die Projektrisiken für die Automobil-Zulieferindustrie beim Aufbau und Betrieb von Zweigwerken im Ausland systematisch untersucht und ausgewertet, um dem Praktiker eine fundierte Grundlage für die eigene Risikobetrachtung an die Hand zu geben. Dieser Artikel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung zusammen.

Die Automobilindustrie als einer der bedeutendsten deutschen Wirtschaftszweige ist sehr exportorientiert. Die daraus häufig erwachsende Entscheidung für die Zulieferer, ob das Exportland von Deutschland aus zu beliefern ist oder ein Zweigwerk im Ausland die bessere Alternative darstellt, ist nicht immer einfach. Wenn eigene Kapazitäten im Ausland aufgebaut werden, hat deren Planung, Aufbau und Inbetriebnahme für das entsprechende Unternehmen Projektcharakter - mit einer Reihe von Risiken.

Für die überwiegend mittelständisch geprägte Automobil-Zulieferindustrie ist die Umsetzung solcher Vorhaben eine erhebliche Herausforderung. Unterstützung bei der Minimierung bestehender Risikopotentiale wird daher auch durch Verbände und Institutionen angeboten. Bezogen auf einen der bedeutsamsten Auslandsmärkte, den US-Markt, ist die Deutsch-Amerikanische Handelskammer ein wichtiger Ansprechpartner. Auf deren Anregung und mit ihrer Unterstützung wurde im Jahr 2003 eine Untersuchung zur Minimierung interner Projektrisiken durchgeführt (Susanne Bender, "Beiträge zur Minimierung von internen Risiken bei internationalen Projekten", Diplomarbeit an der FH Erfurt, Erfurt, 2003). Dieser Artikel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und soll dem Praktiker helfen, Projektrisiken zu erkennen und ein eigenes, äquivalentes Risikomanagement aufzubauen.

Das Untersuchungskonzept

Wirksames Risikomanagement basiert in hohem Maße auf einer fundierten Risikoanalyse. Bekannte bzw. zu erwartende Risken können durch Präventionsmaßnahmen vermieden oder zumindest ihre Auswirkungen gedämpft werden.

Projektrisiken können interner oder externer Natur sein (Bild 1). Während interne Risiken im Projekt selbst ihre Ursache haben und dort auch nachhaltig beseitigt werden können, liegen die Ursachen externer Risiken im Projektumfeld. Deshalb können Letztere häufig nicht oder nur teilweise ausgeschlossen werden. Es bleiben dann nur adäquate Vorsorgemaßnahmen. Je früher und genauer die spezifischen Risiken erkannt werden, um so größer sind die Chancen, sie in den Griff zu bekommen.

Bild 1: Interne und externe Projektrisiken

Ziel der Untersuchung

An diesem Punkt setzte die hier vorgestellte Untersuchung an. Da innerhalb der untersuchten Branche kein völlig einheitliches Risikopotential zu erwarten war, lag das Ziel der Untersuchung darin, mögliche Risikokategorien und Einzelrisiken zu identifizieren. Dies ist insofern wesentlich, als eine statistisch abgesicherte Bewertung der Risikopotenziale unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht möglich war. Angesichts der Dynamik der Märkte ist auch die Frage zu stellen, ob und wie lange die Ergebnisse einer Detailerhebung für die Praxis überhaupt nutzbar sein würden. Das Ziel bestand vielmehr darin, mögliche Risiken und Maßnahmen zu ihrer Beherrschung aufzuzeigen.

Nutzbarkeit der Ergebnisse

Die vorliegenden Analyseergebnisse sind vor allem in zwei Richtungen nutzbar. In Analogie zur Medizin können wir sie mit Prävention und Therapie umschreiben. Im ersten Fall gehen wir von der latenten Gefahr aus, dass

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