Jahresplanung erstellen Klare Ziele für eine gesunde Work-Life-Balance

Als Projektmanager stecken wir häufig so tief in Projekten, dass wir uns wenig Zeit für Anderes nehmen, z.B. für einen Spiele-Abend mit Freunden oder einen regelmäßigen Jogging-Termin. Geschweige denn, dass wir uns Gedanken über unsere persönliche und berufliche Weiterentwicklung machen. Bernd Wobser zeigt Ihnen, wie Sie mithilfe einer Jahresplanung für alle Lebensbereiche klare Ziele definieren und sicherstellen, dass Sie diese auch erreichen – für eine gesunde Work-Life-Balance.

 

Jahresplanung erstellen Klare Ziele für eine gesunde Work-Life-Balance

Als Projektmanager stecken wir häufig so tief in Projekten, dass wir uns wenig Zeit für Anderes nehmen, z.B. für einen Spiele-Abend mit Freunden oder einen regelmäßigen Jogging-Termin. Geschweige denn, dass wir uns Gedanken über unsere persönliche und berufliche Weiterentwicklung machen. Bernd Wobser zeigt Ihnen, wie Sie mithilfe einer Jahresplanung für alle Lebensbereiche klare Ziele definieren und sicherstellen, dass Sie diese auch erreichen – für eine gesunde Work-Life-Balance.

 

Die meisten Menschen planen ihr Leben meiner Ansicht nach weniger sorgfältig als einen vierzehntägigen Urlaub. Berufliche oder geschäftliche Ziele haben dabei häufig Vorrang – Projektmanager stecken meist so tief in Ihren Projekten, dass sie vergessen, sich Freiräume für sich selbst und ihr Privatleben zu nehmen. Doch genau hier liegt der "Hase im Pfeffer": Familie, Gesundheit, Freunde und Hobbies stufen wir häufig als zweitrangig ein. Natürlich nehmen wir uns vor, z.B. endlich einmal mehr Zeit für ein Wochenende mit dem Partner oder einen Besuch bei den Eltern zu finden. Doch es bleiben Lippenbekenntnisse, wenn wir weiterhin so planen wie bisher.

Um die Grundlage für eine gesunde Work-Life-Balance zu schaffen, ist es wichtig, sich bewusst Freiräume, z.B. für die Familie und eigene Hobbies zu nehmen und diese in einer Wochenplanung festzuhalten. Dadurch gelingt der Balanceakt zwischen Privatem und Beruflichem besser.

Zunächst sollten Sie sich bewusst machen, was Sie in Ihrem Leben beruflich und privat erreichen wollen, um anschließend mit einer Jahresplanung den Grundstein für das Erreichen Ihrer Ziele zu legen. Im Folgenden stelle ich Ihnen dazu drei Aktionsschritte zur Zielklarheit und Zielerreichung vor:

  1. Schritt: Balance der Lebensbereiche
  2. Schritt: Zehn-Jahres-Bilanz
  3. Schritt: Aus Wünschen Ziele machen

Drei Schritte zur Zielklarheit und Zielerreichung

1. Schritt: Balance der Lebensbereiche

Der Schlüssel für ein dauerhaft erfolgreiches Leben ist das Ergebnis eines Vorgehens, durch das Sie sich täglich alle wichtigen Bereiche Ihres Lebens bewusst machen und überlegen, wie Sie diese in Einklang bringen können. Denn wer seinen Lebensschwerpunkt nur in seinem beruflichen Leistungsbereich sieht, dem kann es passieren, dass er sich in der Mitte seines Lebens in einer heftigen Sinnkrise wiederfindet. Wer die Menschen, die ihm wirklich wichtig sind, ständig auf Zeiten vertröstet, in denen er "dann einmal" Zeit für sie hat, der setzt seine Beziehungen aufs Spiel und muss damit rechnen, irgendwann den Preis in Form von Verlust von Freundschaften, Konflikten mit den eigenen Kindern oder Scheidung zu zahlen.

Wer den eigenen Körper hintergeht und nicht für ausreichend Entspannung, Schlaf, gesunde Ernährung und Bewegung sorgt, der muss damit rechnen, dass der Körper eines Tages streikt und mit Krankheiten kontert. Nur als gesunder, zufriedener und ausgeglichener Mensch können Sie besonders im komplexen Arbeitsfeld Projektmanagement dauerhaft Höchstleistungen vollbringen. Die eigene Lebensbalance ist ein wichtiger Baustein, um Erfolge, Zufriedenheit sowie Berufs- und Lebensziele zu erreichen.

Erstellen Sie deshalb eine Übersicht, in der Sie Ihr Leben in folgende fünf Hauptlebensbereiche aufgliedern (Bild 1):

  • Arbeit/Geschäft
  • Gesellschaft
  • Freizeit/Seele
  • Gesundheit
  • Familie

Bild 1: Übersicht zu den fünf Lebensbereichen (© Bernd Wobser).
Bild vergrößern

Führen Sie sich anschließend zu jedem Lebensbereich die Schwerpunkte vor Augen, die für Sie persönlich wichtig sind und die Sie in Ihre weitere Planung mit einbeziehen möchten. In Bild 2 sind die individuellen Schwerpunkte für den Lebensbereich Arbeit/Geschäft beispielhaft aufgeführt. Als wichtige Schwerpunkte werden hier die Bereiche "Weiterbildung", "Bekanntheitsgrad", "Karriere" und "Unabhängigkeit" identifiziert.

Bild 2: Die Schwerpunkte für den Lebensbereich Arbeit/Geschäft (© Bernd Wobser)

Beispiel

Momentan bin ich Senior-IT-Consultant bei einem internationalen Top-Unternehmen. Die Erhöhung meines Bekanntheitsgrads beim Fachmanagement wie auch auf der Entscheidungsebene meiner Kunden sehe ich als wichtige "Selbstmarketingmaßnahme" für meine langfristig geplante Selbstständigkeit/Unabhängigkeit an. Ich möchte als unabhängiger "High Professional Expert" anerkannt und weiterempfohlen werden und dadurch auch im eigenen Unternehmen schneller weiterkommen. Weiterbildungen sollen diese Ziele unterstützen.

2. Schritt: Zehn-Jahres-Bilanz

Nachdem Sie sich Ihre individuellen Schwerpunkte für jeden Lebensbereich gesetzt haben, gilt es Bilanz zu ziehen. Fragen Sie sich dafür zuerst: "Wo war ich vor zehn Jahren in jedem der fünf Lebensbereiche?" Halten Sie Ihre Antworten stichpunktartig fest. Gerne können Sie hierfür auf das Tabellenblatt "Übersicht Zehn-Jahres-Bilanz" aus der Excel-Vorlage zurückgreifen, die bei der HTML-Version des Artikels zum Download zur Verfügung steht.

Wo stand ich vor zehn Jahren beruflich und privat?

Beispiel

  • Karriere und Bekanntheitsgrad: Ich war Junior-Berater für Microsoft-ERP-Software bei einem kleinen Software-Dienstleister mit 15 Mitarbeitern und einem überschaubaren Kundenstamm. Ich stand ganz am Anfang meiner Karriere.
  • Einkommen: 37 T€ Jahresgehalt
  • Vermögen: keines
  • Kunden: Meine Kunden waren kleine mittelständische, oft inhabergeführte Unternehmen aus der Region mit gewachsenen Strukturen, Abläufen, Abteilungs-Besitztümern und unklaren Machtverhältnissen.
  • Projekterfahrung: Ich war fachlich noch sehr unsicher, da ich nur eine oberflächliche Ausbildung/Einweisung erhalten hatte. So wurde ich z.B. in ein Projekt (Handelsunternehmen, zwei Brüder in der GF) als Ersatz für einen ausgefallenen Projektmanager "hineingeworfen" und sollte entsprechend "in time und in budget" das Projekt "durchziehen". Die Schwierigkeiten waren dabei ein nur "schwammiges" Pflichtenheft, völlig unzureichende Vorbereitungen und ein "HickHack" zwischen der Geschäftsführung und einem alteingesessenen Abteilungsleiter bezüglich Kompetenzverlusts durch die neue erforderliche Arbeits- und Ablauforganisation.
  • Berufliche Verantwortung: Ich hatte Probleme, in kritischen Situationen den Überblick zu behalten, z.B. als erkennbar wurde, dass…

Bewertungen und Kommentare

Diese Funktion steht nur eingeloggten Nutzern zur Verfügung. Jetzt einloggen
1 Kommentare anzeigen & selbst mitreden!
Gesamt
Bewertungen 16
Kommentare 1

Alle Kommentare (1)

Reinhold
Paschinger

Sehr Interessant aufgelistet und dargestellt