Projektmanagement in einer neuen Dimension

Neuer PM-Standard für Organisationen: IPMA Organisational Competence Baseline

Mit Veröffentlichung der "IPMA Organisational Competence Baseline" (IPMA OCB) Ende September 2013 beschritt die International Project Management Association (IPMA) einen neuen Weg im Projektmanagement. Die IPMA OCB beschreibt und spezifiziert die Kompetenzen von Organisationen, die diese benötigen, um ihre Strategien mit Projekten erfolgreich umzusetzen. Reinhard Wagner stellt die Herangehensweise der IPMA OCB vor, erläutert an Beispielen ihre Inhalte, zeigt die Verbindung zum Reifegradmodell IPMA Delta auf und vergleicht die IPMA OCB mit entsprechenden Standards des PMI.

Die International Project Management Association (IPMA) hat Ende September einen neuen Standard zur Veröffentlichung frei gegeben, die "IPMA Organisational Competence Baseline" (IPMA OCB) (IPMA, 2013). Damit beschreitet die IPMA einen neuen Weg im Projektmanagement. Die IPMA OCB betrachtet nämlich das Management von Projekten nicht mehr aus Sicht einzelner Personen, sondern aus der Sicht einer Organisation und beschreibt die hierfür nötigen Kompetenzen.

Dieser Artikel zeigt die grundlegenden Konzepte sowie Anwendungsmöglichkeiten der IPMA OCB auf und vergleicht sie mit ähnlichen Standards des U.S.-amerikanischen Project Management Institutes (PMI).

IPMA treibt die Entwicklung des Projektmanagements voran

Seit ihrer Gründung im Jahr 1965 widmet sich die IPMA der Entwicklung des Projektmanagements, primär durch die Entwicklung von Standards wie z.B. die IPMA Competence Baseline (ICB) oder das Project Excellence Model (PEM). Die ICB beschreibt die Handlungskompetenzen für Personen, die in Projekten sowie Programmen oder auch in Projektportfolios aktiv werden. Darauf aufbauend qualifizieren und zertifizieren die in fast 60 Ländern der Erde beheimateten Mitgliedsorganisationen der IPMA das Projektpersonal auf den vier Ebenen (4-Level-Certification-System). Das PEM hingegen wird für das Assessment von einzelnen Projekten verwendet, um z.B. die Anwendung des Projektmanagements und die Ergebnisse von Projekten zu überprüfen und darauf aufbauend den renommierten IPMA Project Excellence Award zu vergeben.

In den letzten Jahren hat die IPMA Aktivitäten für weitere Zielgruppen begonnen. So beteiligt sich die IPMA seit Gründung der Global Alliance for Project Performance Standards (GAPPS, http://www.globalpmstandards.org) aktiv an Kompetenzstandards für Projekt- und Programmmanager sowie - ganz aktuell - für Projektsponsoren und -controller. Darüber hinaus hat die IPMA auf Initiative der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. auch eine Beschreibung der für Projektmanagement-Berater erforderlichen Kompetenzen in der IPMA Competence Baseline for Consultants (ICBC) vorgelegt.

Mit der IPMA OCB behandelt die IPMA die Kompetenz von Organisationen und deren Führung. Dies ist eine neue Dimension sowohl für die IPMA als auch für die Projektwirtschaft, beruhend auf der Erkenntnis, dass der Erfolg von Projekten im Wesentlichen davon abhängt, ob die Führungskräfte einer Organisation die Voraussetzungen für die Projektabwicklung geschaffen haben. Projektmanager haben nach der Qualifizierung immer wieder darüber berichtet, dass sie zwar motiviert und fähig seien, das Gelernte in die Tat umzusetzen, die dafür nötigen Voraussetzungen aber nicht geschaffen seien. Die IPMA OCB zeigt auf, welche Kompetenzen eine Organisation besitzen sollte, damit ein ganzheitliches Management von Projekten, Programmen und Portfolios möglich wird.

Kompetenz – ein Begriff im Wandel

Kompetenz ist ein häufig verwendeter Begriff. Er kann auf das lateinische Wort "competere" zurückgeführt werden und bedeutet so viel wie "

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