Warum es noch keine wirkliche PM-Software gibt

Bei der Entwicklung von PM-Software besteht Handlungsbedarf – so die Feststellung von Dr. Georg Angermeier. Mit einer provokanten These will er zur Diskussion anregen: Keines der auf dem Markt befindlichen Produkte bilde die grundlegenden Projektmanagementprozesse befriedigend ab und selbst bei den Grundfunktionen herrschten oft erhebliche Mängel. Dadurch könnten Projekte nicht den gewünschten Erfolg erzielen. Der Autor analysiert die Gründe für diese Mängel und fordert sowohl Anwender als auch Anbieter von PM-Software auf, durch konkrete Verhaltensänderungen den Teufelskreis von unzureichender PM-Software und ineffizienten Projekten zu durchbrechen.

Ein neutraler und fachlich geschärfter Blick auf aktuelle Projektmanagement-Software und auf deren realen Einsatz bei den Anwendern bringt Erstaunliches zu Tage: Keines der auf dem Markt befindlichen Produkte bildet die grundlegenden Projektmanagementprozesse befriedigend ab. Selbst bei den Grundfunktionen herrschen oft erhebliche Mängel. Hauptursache dafür ist, dass Anwender wie Anbieter individuelle Insellösungen favorisieren. Die verschiedenen Produkte bilden somit lediglich Einzelaspekte des Projektmanagements ab - und diese zudem in unterschiedlicher Weise. Der Einsatz von PM-Software kann aufgrund der bestehenden Mängel und der Insellösungen weder bei Einzelprojekten noch bei komplexen Projektportfolios den erreichbaren Nutzen erzielen.

Was ist der Nutzen von PM-Software?

Viele Projekte werden ohne den Einsatz spezifischer PM-Software durchgeführt. Stattdessen kommen allgemeine Lösungen für Textverarbeitung, Kalkulation, Präsentation, Kommunikation (E-Mail), Terminplanung und andere Aufgaben im Projektmanagement zum Einsatz.

Es gibt vor allem zwei Gründe als Berechtigung für den Einsatz spezifischer PM-Software:

  1. Abbildung von PM-Prozessen:
    Die Software bildet Projektmanagementprozesse ab und unterstützt diese informationstechnisch, so dass die jeweils benötigten Daten ohne Medienbruch von einem Prozess zum nächsten übergeben werden können.
  2. Unterstützung von PM-Methoden
    Sie bietet Algorithmen zur Unterstützung von PM-Methoden, die eine große Zeitersparnis gegenüber der manuellen Durchführung bringen.

Abbildung von PM-Prozessen

Bei Planung, Überwachung und Steuerung von Projekten gibt es eine Reihe immer wieder gleichartig ablaufender Managementprozesse. Die einfachste Möglichkeit, sie informationstechnisch zu unterstützen, ist in Form von Checklisten und Formularen. Zum Beispiel kann eine Checkliste zur Zieldefinition dafür sorgen, dass das Projektziel optimal formuliert wird.

Projektmanagementprozesse können wesentlich effizienter gestaltet werden, wenn die für sie benötigten Daten in einem einheitlichem elektronischen Format vorliegen und die möglichen Prozessschritte in einer Software abgebildet sind. Die Ausgangsgrößen eines Prozesses können dann idealerweise mit einem Mausklick als Eingangsgrößen im nächsten Prozess verwendet werden.

Allgemein anerkannte und weltweit gleichermaßen eingesetzte Projektmanagementprozesse beschreibt der PMBOK ® Guide des Project Management Institutes. Auch das offizielle deutsche Standardwerk für Projektmanagement, der ProjektManager der GPM, beschreibt standardisierte Abläufe im Projektmanagement.

Eine Projektmanagementsoftware sollte die von Experten beschriebenen und international anerkannten

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