M-A-C-H-T

M-A-C-H-T verwendet die fünf Perspektiven Mensch, Aufgabe, Charakteristik, Herausforderung und Technik (M-A-C-H-T), um so ein strukturiertes Bild des Projekts (oder der Aufgabenstellung) zu erstellen. Die Teilnehmenden sammeln mit gegenseitigen Interviews alle im Team hierzu vorhandenen Informationen, strukturieren sie und visualisieren das Ergebnis in Form eines Kompasses. Die Teilnehmenden diskutieren, klären und vervollständigen gemeinsam die Informationen, sodass eine gemeinsame Sicht des Teams auf das Projekt dokumentiert vorliegt. Das Ergebnis dient als Input für weitere Planungs- und Analyse-Aufgaben.

M-A-C-H-T

M-A-C-H-T

M-A-C-H-T verwendet die fünf Perspektiven Mensch, Aufgabe, Charakteristik, Herausforderung und Technik (M-A-C-H-T), um so ein strukturiertes Bild des Projekts (oder der Aufgabenstellung) zu erstellen. Die Teilnehmenden sammeln mit gegenseitigen Interviews alle im Team hierzu vorhandenen Informationen, strukturieren sie und visualisieren das Ergebnis in Form eines Kompasses. Die Teilnehmenden diskutieren, klären und vervollständigen gemeinsam die Informationen, sodass eine gemeinsame Sicht des Teams auf das Projekt dokumentiert vorliegt. Das Ergebnis dient als Input für weitere Planungs- und Analyse-Aufgaben.

M-A-C-H-T

Einsatzmöglichkeiten

Die Methode kann immer dann eingesetzt werden, wenn eine Sichtung der Informationen von Wichtigkeit ist, wenn das Wissen über die aktuelle Situation einen wichtigen Beitrag zur Weiterführung des Projekts oder Prozesses liefern kann.

  • Sammeln und Strukturieren von Informationen zu Beginn eines Projekts
  • Vorbereitende Informationssammlung als Input z.B. für Aufwandsschätzung, SWOT-, Risiko-oder Stakeholderanalyse
  • Strukturierte und möglichst objektive Darstellung der Ausgangssituation von Problemstellungen oder Entscheidungssituationen

 

Ergebnisse

Das im Team vorhandene Wissen über das Projekt, die Problemstellung oder die Entscheidung, strukturiert nach den fünf Perspektiven:

  • Mensch: Welche beteiligten bzw. betroffenen Personen oder Personengruppen gibt es?
  • Aufgabe: Was bedeutet die Aufgabenstellung für das Team?
  • Charakteristik: Was sind bemerkenswerte Charakteristika?
  • Herausforderung: Welche Aufgaben sind nicht einfach zu bewältigen oder können zu weiteren Problemen führen?
  • Technik: Welchetechnischen Anforderungen oder Komponenten sind zu beachtenoder eignen sich zum Einsatz in der betrachteten Situation?

 

Offene Punkte wie z.B. fehlende Informationen, zu klärende Fragestellungen, bestehende Unsicherheiten oder andere Bedenken

Ansatzpunkte für darauf folgende tiefergehende Analysen und Methoden (z.B. SWOT-Analyse, Aufwandsschätzung)

Gemeinsames Verständnis des Projekts und Orientierung für die nächsten Schritte

Klarheit über die unterschiedlichen Einstellungen der Teammitglieder zum Thema

Vorteile
Die Methode benötigt keine Vorbereitung.
Sie kann bei Bedarf flexibel modifiziert werden – weitere Perspektiven können ergänzt werden oder bestehende, nicht relevante durch passendere ersetzt werden.
Durch das spielerische Vorgehen in lockerer Atmosphäre kommt jede beteiligte Person zu Wort. Auch zurückhaltenden oder unerfahrenen Teilnehmern fällt es dadurch leicht, etwas beizutragen.
Der Sachverhalt wird für alle Beteiligten verständlich dargestellt, was insbesondere bei schwierigen, komplizierten Aufgabenstellungen den Einstieg in eine Problemlösungsdiskussion, Risikoanalyse etc erleichtert.
Mitglieder eines interdisziplinären Teams lernen sich gegenseitig kennen, schätzen das eigene Wissen sowie das der anderen Teammitglieder ein und eignen sich neues, für das Projekt benötigte Wissen an.
Das Zusammenstellen und Diskutieren der unterschiedlichen Sichten unterstützt die Teamentwicklung, insbesondere bei heterogenen und internationalen Teams.
Grenzen, Risiken, Nachteile
Es sollten mindestens fünf Personen teilnehmen, da auch fünf Themen zu bearbeiten sind. Bei Großgruppen wird es mit zunehmender Personenzahl (ca. ab 50) schwieriger, die gegenseitigen Interviews durchzuführen.
Bestehende Konflikte im Team können die offene Kommunikation behindern.
Ohne Moderation kann die Methode leicht ausufern und zu Einzeldiskussionen führen, die zu diesem Zeitpunkt nicht zielführend sind.
M-A-C-H-T zeigt nur den aktuellen Informationsstand auf, ersetzt aber nicht tiefergehende Analysen (wie etwa eine Risikoanalyse).
Bei homogenen, nicht interdisziplinären Teams (z.B. wenn alle aus derselben Abteilung stammen oder ähnliche Tätigkeiten ausüben) oder wenn alle Teilnehmenden bereits auf dem gleichen Wissensstand sind, kann die Methode kaum neue Erkenntnisse liefern.
Voraussetzungen
  • Projektgegenstand, Projektziel und eine (zumindest grobe) Vorstellung des Inhalts müssen bekannt sein.
  • Das gesamte Projektteam (bzw. Scrum-Team) sollte teilnehmen.
  • Das Team kann die behandelnden Themen offen und sachorientiert bearbeiten. Es gibt keine "hidden Agendas".
Qualifizierung

Für den Einsatz von M-A-C-H-T ist keine spezielle Qualifikation notwendig, Moderationserfahrung, insbesondere bei größeren Gruppen, ist hilfreich bis erforderlich.

Benötigte Informationen
  • Kenntnisse der Teilnehmenden über Projektgegenstand, Projektziel und eine (zumindest grobe) Vorstellung des Inhaltsbzw. die bisherige Projektentwicklung
  • Alternativ: Kenntnisse der Teilnehmenden über das zu lösende Problem
  • Alternativ: Kenntnisse der Teilnehmenden über die zu treffende Entscheidung
Benötigte Hilfsmittel
  • Möglichkeit zur Visualisierung der Ergebnisse für jede Gruppe, z.B. fünf Flipcharts (oder Whiteboards, Pinn-Wände) sowie dafür geeignetes Moderationsmaterial (Stifte, Kärtchen, Pinn-Nadeln).
  • Moderationswand für das gemeinsame Ergebnis (z.B. Pinn-Wand, großes Whiteboard). Ggf. bereits mit einer vorbereiteten Grafik, um den spielerischen Charakter zu betonen.
  • Zeitmesser (z.B. Stoppuhr des Smartphones)
Herkunft

M-A-C-H-T wurde aus dem Spiel "4 Cs" abgeleitet, das von Matthew Richter 2004 veröffentlicht wurde (Matthew Richter: Structured Sharing. 4Cs, the thiagi group, Gameblog, http://thiagi.net/archive/www/pfp/IE4H/march2004.html, März 2004). Dave Gray greift 4 Cs auch im Buch Gamestorming auf (Gray, D.; Brown, S. und Macanufo, J.: Gamestorming: A Playbook for Innovators, Rulebreakers, and Changemakers, 2010).

Durchführung: Schritt für Schritt

Bereiten Sie die Moderationswand vor, dies spart Zeit in der Besprechung. Schreiben Sie hierzu die fünf Begriffe "Mensch, Aufgabenstellung, Charakteristik, Herausforderung, Technik" auf die Wand (oder verwenden Sie beschriftete Karten) und markieren Sie die Bereiche, in denen die Teilnehmer ihre Ergebnisse einfügen können. Sie können die fünf Perspektiven in Spalten, Kreissegmenten oder einem symbolisierten Kompass darstellen. Bild 1 zeigt eine Visualisierungsmöglichkeit.

Beispiel einer Visualisierung für ein Projekt

Bild 1: Beispiel einer Visualisierung für ein Projekt

Schritt 1: Stellen Sie das Thema und die Methode vor!

Erläutern sie die fünf Perspektiven, die von den Teilnehmenden bearbeitet werden sollen, anhand der Beispielfragen:

  • Mensch: Welche beteiligten bzw. betroffenen Personen oder Personengruppen bzgl. Projekt / Problem / Entscheidung kennen Sie zum aktuellen Zeitpunkt?
  • Aufgabe: Was bedeutet die Aufgabenstellung konkret und im Detail für Sie? Was ist genau zu tun? Was ist zielführend, was nicht?
  • Charakteristik: Welche bemerkenswerten oder wichtigen Eigenschaften, Merkmale, Charakteristika hat das Projekt / der Projektgegenstand (das Problem / die Entscheidung)? Wodurch kennzeichnet es sich aus?
  • Herausforderung: Welche Schwierigkeit steckt darin verborgen? Welche Hindernisse erwarten Sie in (Teil)Aufgaben, Schritten oder bei der Lösung / Durchführung?
  • Technik: Welche technischen Anforderungen oder Komponenten verdienen besondere Aufmerksamkeit? Eignet sich spezielle Technik zum Einsatz in der betrachteten Situation? Welche Bausteine gibt es?

Beantworten Sie Fragen, falls dies zum Verständnis der Methode nötig ist. Führen Sie noch keine inhaltlichen Diskussionen.

Schritt 2: Stellen Sie die Gruppen zusammen und instruieren sie diese!

Bilden Sie zu jeder der fünf Perspektiven eine Arbeitsgruppe. Eine Gruppe kann ggf. auch aus nur einer Person bestehen. Erklären sie anschließend den Teilnehmenden den Arbeitsauftrag, der aus zwei Phasen besteht: Zuerst werden alle im Raum zum Thema vorhandenen Informationen zusammengetragen ("Interviewphase"), dann werden die gesammelten Ergebnisse strukturiert und für eine Plenumsdiskussion visualisiert ("Gruppenarbeitsphase"). In der Interviewphase sollen möglichst alle teilnehmenden Personen befragt werden.

Interviewphase

In der Interviewphase geht es zunächst um die reine Sammlung von Information, nicht um Diskussion oder Analyse. Dies muss allen bewusst sein, damit keine Zeit für Einzeldiskussionen verwendet wird. Aufgabe der fünf Gruppen ist es, alle Teilnehmenden zu dem gesetzten Thema aus ihrer Perspektive zu befragen (also auch gegenseitig innerhalb des eigenen Teams!) und die Meinung bzw. das Wissen der Befragten zu dokumentieren. Nachfragen sind dabei natürlich erlaubt.

Gruppenarbeitsphase

In der anschließenden Gruppenarbeitsphase strukturieren die Gruppen jeweils die gegebenen Antworten und fassen die Ergebnisse zum Zweck einer schlüssigen Visualisierung zusammen. Die Gruppen dokumentieren diese Ergebnisse in Form der vorbereiteten Visualisierung, d.h. z.B. auf Kärtchen, die sie auf ihrem Richtungspfeil des Kompasses platzieren.

Am besten schreiben Sie die Arbeitsaufträge und die dafür vorhergesehene Zeiten (s. Schritte 3 und 4) für alle sichtbar im Raum auf, z.B. auf Flip-Charts.

Praxistipps ...

Aufgabengebiete

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