Zukunftsforscher Prof. Dr. Thomas Druyen im Interview Lernen Sie aus der Zukunft! Mit KI und Digitalisierung zum neuen Mindset

Lernen Sie aus der Zukunft! Mit KI und Digitalisierung zum neuen Mindset

Komplexität, Unsicherheit, Digitalisierung – im Interview ermutigt Zukunftsforscher Prof. Thomas Druyen, heute schon Lösungen für die Probleme von morgen zu finden. Konstruktive Zukunftsvisionen ermöglichen ein neues unternehmerisches Mindset.

Management Summary

Zukunftsforscher Prof. Dr. Thomas Druyen im Interview Lernen Sie aus der Zukunft! Mit KI und Digitalisierung zum neuen Mindset

Lernen Sie aus der Zukunft! Mit KI und Digitalisierung zum neuen Mindset

Komplexität, Unsicherheit, Digitalisierung – im Interview ermutigt Zukunftsforscher Prof. Thomas Druyen, heute schon Lösungen für die Probleme von morgen zu finden. Konstruktive Zukunftsvisionen ermöglichen ein neues unternehmerisches Mindset.

Management Summary

Prof. Dr. Thomas Druyen ist Zukunftspsychologe, Soziologe und Autor. Er leitet das Institut für Zukunftspsychologie an der Sigmund Freud PrivatUniversität in Wien und ist Präsident der opta data Zukunfts-Stiftung. Seine derzeitige Forschung zielt darauf ab, die individuelle und gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit angesichts von Digitalisierung und demografischem Wandel zu fördern.

Die gesamte Keynote "Die ultimative Transformation. Impulse aus der Zukunftspsychologie" von Prof. Dr. Thomas Druyen auf der PM Welt 2024 in München können Sie hier ansehen:
PM Welt 2024 - Prof. Dr. Thomas Druyen - Die ultimative Transformation. Impulse aus der Zukunftspsychologie (youtube.com)

Üblicherweise heißt es, man lerne aus der Vergangenheit. In Ihrem aktuellen Buch und in der Keynote auf der PM Welt haben Sie gesagt "Wir müssen aus der Zukunft lernen". Was meinen Sie damit und wie kann das gelingen?

Das ist relativ einfach, auch wenn es sich ungewöhnlich anhört. Natürlich lernen wir aus der Vergangenheit, aber gleichzeitig taucht die Zukunft mit Hinweisen und Impulsen viel früher auf, als wir sie wahrnehmen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Eines der wichtigsten Themen unserer Gesellschaft ist der Klimawandel. Er wurde bereits 1972 in einem weltweit beachteten Buch über "Die Grenzen des Wachstums" in seinen möglichen Auswirkungen beschrieben. Sie sehen also: Lange Zeit vorher haben wir die Zukunft in der Andeutung schon gekannt.


Wir müssen aufwachen aus unserer Naivität und uns mit Zukunftsfragen beschäftigen.

Noch ein aktuelles Beispiel: Die Künstliche Intelligenz. Man meint, sie ist der große Hype, alle reden seit ein paar Jahren davon. Doch KI ist seit 1956 eine Tatsache. Seit den ersten wissenschaftlichen Texten, Konferenzen und Büchern dazu ist es ein Riesenthema. Später kam die Digitalisierung, dann kam in Deutschland der Neue Markt. Und mittlerweile läuft fast alles digital: unser gesamter Finanzmarkt, die Smartphones und Computer. Und wir regen uns immer noch darüber auf, dass unsere Privatsphäre angegriffen werden könnte. Doch das ist seit 30 Jahren bekannt. Deshalb finde ich, müssen wir aufwachen aus unserer Naivität und uns mit Zukunftsfragen beschäftigen.

Erstmalige historische Nennung heutiger Zukunftstrends
Bild 1: Erstmalige historische Nennung heutiger Zukunftstrends

Wir wissen inzwischen, dass ChatGPT sich noch weiter beschleunigen wird. In fünf Jahren kann diese KI wahrscheinlich auf alle Daten zugreifen und wird unser Berufsleben im besten Sinne irrsinnig verbessern. Ich werde ChatGPT auch nach medizinischen Ratschlägen fragen können oder es bitten, mir 70 Bücher zusammenzufassen. Das ist die Zukunft, die wir kennen. Aber das ist nicht der Untergang der Welt, sondern der Anfang einer neuen Epoche, in der wir wahrscheinlich weitere Freiräume gewinnen werden, um unser Leben neu zu gestalten. Das ist mit "aus der Zukunft lernen" gemeint.


In fünf Jahren kann ChatGPT wahrscheinlich auf alle Daten zugreifen. Das ist nicht der Untergang der Welt, sondern der Anfang einer neuen Epoche.

Sie sagen, Sie haben die Vorstellung, dass KI unser Leben in vieler Hinsicht erleichtern wird, z.B. in der Arbeit. Wie könnte ein Team in zehn Jahren arbeiten?

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