OKR & (Fehler-)Kultur OKR – Mythos oder wirksame Strategiearbeit im agilen Kontext?
Zusätzliche Arbeit, Überwachung der Mitarbeitenden, nur für große Teams geeignet – das sind einige der Mythen, die sich um OKR ranken. Doch sind das Mythen oder handelt es sich nur um Missverständnisse? Kristina Muth zeigt, wie es wirklich ist.
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OKR & (Fehler-)Kultur OKR – Mythos oder wirksame Strategiearbeit im agilen Kontext?
Zusätzliche Arbeit, Überwachung der Mitarbeitenden, nur für große Teams geeignet – das sind einige der Mythen, die sich um OKR ranken. Doch sind das Mythen oder handelt es sich nur um Missverständnisse? Kristina Muth zeigt, wie es wirklich ist.
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Zunächst ein wenig Theorie: OKR (Objectives and Key Results) ist ein agiles Framework, mit dessen Hilfe Mitarbeitende in einer sich schnell verändernden Welt klare Ziele (Objectives) und deren Schlüsselergebnisse (Key Results) definieren, um die Arbeit einer Organisation entlang der Vision und deren Strategie auszurichten. Doch trotz aller Klarheit halten sich einige Mythen über OKR, die auf Missverständnissen beruhen und dafür sorgen, dass OKR häufig mit aktiver Zurückhaltung begegnet wird. Solche Mythen sind beispielsweise, dass OKR sehr viel zusätzliche Arbeit und weitreichende Kontrollmöglichkeiten mit sich bringt, nicht für alle Branchen geeignet ist oder dass die Methode zu starr ist, sie nur in großen Teams effektiv ist und bestehende Hierarchien in Unternehmen ausgehebelt werden.
Mythos – ja oder nein?
Ein Mythos ist laut Wikipedia in seiner ursprünglichen Bedeutung "… eine Erzählung. Im religiösen Mythos wird das Dasein der Menschen mit dem Wirken von Göttern und anderen übernatürlichen Kräften in Beziehung gesetzt. Der Mythos erhebt einen Anspruch auf Wahrheit, der nicht empirisch oder rational begründet wird, sondern auf Glauben oder Intuition beruht." Und genau da liegt das Problem: Der Mythos beruht auf Glauben und mündlicher Überlieferung und ist nicht wissenschaftlich belegt. Hier schließt sich der Kreis: Die Mythen, die sich um OKR ranken, sind es auch nicht.
Die Zurückhaltung OKR gegenüber kommt aus meiner Erfahrung nicht nur von den genannten Mythen, sondern auch daher, dass OKR in den vergangenen Jahren stark "gehypt" wurde. Viele Unternehmen sind auf den Agilitätszug aufgesprungen, auch weil die damit verbundenen Themen wie z.B. OKR in aller Munde waren. Unternehmen, die mit agilen Methoden (wie z.B. OKR) arbeiten, gelten als modern und innovativ, weil sie mit der Zeit gehen oder ihrer Zeit sogar einen Schritt voraus sind.
Ohne sich intensiv mit den erforderlichen Voraussetzungen zu beschäftigen, damit agiles Arbeiten auch wirksam möglich ist, wird losgelegt: Es gibt Methodenschulungen wie z.B. zum agilen Framework OKR und zeit- und kostenintensive Fortbildungen für die Mitarbeitenden, damit sie dann mit OKR arbeiten können.
Auf Motivation folgt Frust
Sind die Mitarbeitenden dann zurück in ihren Unternehmen und möchten hoch motiviert loslegen und OKR nutzen, so wie sie es gelernt haben, erfolgt meist die erste Ernüchterung: Es klappt im eigenen Unternehmenskontext nicht so, wie sie es in der Schulung gelernt haben. Häufig endet meist nach kurzer Zeit der Versuch OKR, die Frustration ist groß, die Gründe nicht klar identifizierbar. Was ist passiert?
In vielen Fällen versäumen die Verantwortlichen, dass es mehr braucht als nur methodische Schulung. Es geht darum, das gesamte Unternehmen zu betrachten, die vorherrschende Unternehmenskultur und die bisherige Art der Zusammenarbeit. Werden diese entscheidenden Punkte nicht berücksichtigt, ist die Einführung agiler Methoden zwangsläufig zum Scheitern verurteilt und wird damit schnell zum Mythos: "Agiles Arbeiten (respektive OKR) ist doch auch wieder nur die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird."
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