5 Tipps für die richtige OKR-Strategie So wird der schwierige erste OKR-Zyklus zum Erfolg
Der erste Schritt ist meist der schwierigste. Bei der Einführung von Objectives & Key Results hat es sich bewährt, nach einem Fünf-Punkte-Plan vorzugehen. Diese Schritte sorgen für einen erfolgreichen OKR-Auftakt.
Management Summary
Als Mitglied erhalten Sie die wichtigsten Thesen des Beitrags zusammengefasst im Management Summary!
5 Tipps für die richtige OKR-Strategie So wird der schwierige erste OKR-Zyklus zum Erfolg
Der erste Schritt ist meist der schwierigste. Bei der Einführung von Objectives & Key Results hat es sich bewährt, nach einem Fünf-Punkte-Plan vorzugehen. Diese Schritte sorgen für einen erfolgreichen OKR-Auftakt.
Management Summary
Als Mitglied erhalten Sie die wichtigsten Thesen des Beitrags zusammengefasst im Management Summary!
Lange galten KPIs (Key Performance Indicator) als "Goldstandard" der Erfolgsmessung – sowohl im routinierten Projektmanagement als auch im Performance Management von Unternehmen. Sie sind Indikatoren für den Organisationserfolg bieten somit Entscheider:innen Orientierung, indem sie Momentaufnahmen von Leistungskennzahlen wie Umsatz und Rentabilität liefern.
In vielen Konstellationen – gerade auch in wirtschaftlich oder geopolitisch turbulenten Zeiten – ist ihr strategischer Nutzen allerdings eingeschränkt.
Der US-amerikanische Topmanager Steve Denning fasst dieses Problem wie folgt zusammen:
Key Performance Indicator beruhen meist auf von bestehenden Faktoren beeinflussten Kriterien, die zu falschen Anreizen und unbeabsichtigten Folgen führen, z.B. wenn Mitarbeiter auf Kosten von Qualität oder tatsächlicher Wertschöpfung für den Kunden das Erreichen der spezifischen Indikatoren priorisieren.
Zudem sind KPIs meist rückwärtsgerichtet. Sie sollen die Frage beantworten: "Waren wir erfolgreich?" Was es heute aber stattdessen braucht, ist die ganzheitliche Orientierung nach vorn: "Wie werden wir erfolgreich?"
In der Folge führen Unternehmen deshalb alternative oder ergänzende Performance-Management-Strategien ein. Eine der bekanntesten ist die OKR-Methode (Objectives and Key Results). Megakonzerne wie Google und Intel zählen zu ihren bekanntesten Nutzern. Mit OKR haben diese Unternehmen vor einigen Jahren ihr komplexes internes Task-Management in ein völlig neues strategisches Framework gegossen. Eine solche Veränderung braucht Zeit, Fingerspitzengefühl und gewisse Ressourcen. OKR-unerfahrene Unternehmen können sich deshalb schwertun, OKR-Strategien zu konzipieren, OKR als Arbeitsmethodik anzunehmen und sie nachhaltig in ihre Organisations-DNA zu integrieren.
OKR vs. KPIs – was ist der Unterschied?KPIs sind spezifische, quantifizierbare Erfolgskennzahlen, mit denen die Leistung des gesamten Unternehmens oder einzelner Abteilungen gemessen werden. OKR hingegen zielen auf die regelmäßige (Neu-)Formulierung strategischer Ziele (Objectives) ab, deren Erfüllung durch das Erreichen von je drei bis fünf messbaren Schlüsselergebnissen (Key Results), die auf jedes Ziel einzahlen, realisiert werden sollen. Im Business Performance Management sind OKR damit eine natürliche Erweiterung von KPIs, da erst eine OKR-basierte Managementstrategie die KPIs in einen handlungsinduzierenden Rahmen setzt. Praxisbeispiel: Ein Customer-Service-Team hat in letzter Zeit ein erhöhtes Volumen an Supportanfragen zu verzeichnen. Um trotzdem Kundenzufriedenheit und Kundenbindung sicherzustellen, muss das Team es schaffen, die Wartezeiten für die Bearbeitung der Anfragen so kurz wie möglich zu halten. Dafür muss es entsprechende Zielvorgaben abstecken. Im KPI-Framework wäre ein solches Ziel: "Wir beantworten 200 Anfragen pro Stunde." Am Ende des Quartals hat das Team dieses Ziel dann vielleicht erreicht. Es kann sein, dass das Volumen im nächsten Quartal noch einmal steigt. Das Kernproblem bleibt damit bestehen. Im OKR-Framework wäre das Ziel: "Wir lösen das Problem des gestiegenen Anfragevolumens. " Beispiele für Key Results, die auf dieses Ziel einzahlen, wären:
Jedes Key Result zahlt dabei auf das Gesamtziel ein und ermöglicht es den einzelnen Mitarbeitenden, ihren Beitrag zum Erreichen der Ziele zu sehen. Bei Bedarf, wenn zum Beispiel das Anfragevolumen, wie oben erwähnt, noch weiter steigt, können weitere Key Results wie "Wir steigern die Zugriffe auf unsere Online-Support-Ressourcen durch Kund:innen um 15 Prozent" hinzugefügt werden, um so flexibler auf sich verändernde Umstände zu reagieren, als es nur mit KPIs möglich wäre. |
In fünf Schritten zum Erfolg
In der Praxis haben sich für Unternehmen aller Größen einige gezielte Schritte bewährt, wie Teams OKR von Anfang an strukturierter initiieren und so den Erfolg des ersten OKR-Zyklus besser untermauern. Der folgende Fünf-Punkte-Plan soll dabei eine Hilfestellung geben.
Schritt 1: Eine OKR-kompatible Unternehmenskultur etablieren
Egal, um welche Veränderung es geht und egal wie positiv sie am Ende für die Organisation und alle involvierten Stakeholder:innen sein mag: Es wird immer Widerstände geben, bewusst oder unbewusst. Dementsprechend besteht der erste Schritt bei der Implementierung eines OKR-Frameworks darin, alle relevanten Stakeholder:innen im Unternehmen – Führungskräfte und Mitarbeitende – an Bord zu holen und eine OKR-kompatible Unternehmenskultur zu schaffen. Eine solche Kultur basiert idealerweise auf Offenheit, klaren Kommunikationswegen, Kreativität, autonomen Arbeitsprozessen und einem Fokus auf Ergebnisse.
Dieses Onboarding sollten die Verantwortlichen so früh wie möglich anstoßen. Dabei gilt es, nicht nur das "Warum" einer OKR-Strategie zu kommunizieren (Transparenz, kollektives Alignment, Effizienzgewinne), sondern auch die potenziellen Bedenken und Einwände der Stakeholder:innen anzuhören und ernst zu nehmen. Das Motto: Ausloten und Abwägen.
Mit den richtigen Personen die Teams voranbringen
Das Ziel dieser Sammlungsphase ist, dass die OKR-Verantwortlichen die wichtigsten Kontaktpersonen identifizieren. Die gibt es in jeder Organisation, in jedem Team. Man erkennt sie daran, dass sie das Vertrauen ihrer Kolleg:innen genießen. Man merkt es ihnen nicht immer direkt an, doch diese Schlüsselpersonen haben einen relativ großen Einfluss auf die Organisationsstrukturen oder auf die Dynamik eines Teams. Die Zusammenarbeit mit diesen Vertrauensfiguren ist für die Herbeiführung von Veränderungen erfolgskritisch. Denn schon hier können erste Ideen gehört und abgewogen werden. Das signalisiert Wertschätzung ihrem Engagement gegenüber.
Insgesamt geht es in dieser Phase der OKR-Implementierung darum, ein Fundament an Vertrauen zu legen, auf dessen Basis die weiteren Schritte aufbauen können. Diese Vertrauenspersonen neben den Führungskräften an Bord zu holen ist ein guter Startpunkt. Diese können dabei helfen, in ihren Teams die entsprechenden Veränderungen anzustoßen.
Schritt 2: Die OKR-Verantwortlichen definieren
Sofort weiterlesen und testen
Erster Monat kostenlos,
dann 24,99 € pro Monat
-
Know-how von über 1.000 Profis
-
Methoden für alle Aufgaben
-
Websessions mit Top-Expert:innen