Fokussiert und methodisch flexibel Mit der Verbesserungskata zur agilen Organisation

Mit der Verbesserungskata zur agilen Organisation

Wer Agilität auf organische Weise einführen und das Ziel dabei nicht aus dem Blick verlieren möchte, braucht ein methodisch flexibles Vorgehen – wie z.B. mit der "Verbesserungskata" aus dem Toyota-Produktionssystem. Ein Praxisbericht.

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Fokussiert und methodisch flexibel Mit der Verbesserungskata zur agilen Organisation

Mit der Verbesserungskata zur agilen Organisation

Wer Agilität auf organische Weise einführen und das Ziel dabei nicht aus dem Blick verlieren möchte, braucht ein methodisch flexibles Vorgehen – wie z.B. mit der "Verbesserungskata" aus dem Toyota-Produktionssystem. Ein Praxisbericht.

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Agilität ist in aller Munde. Sie scheint die Lösung aller Probleme zu sein, denen eine Organisation unterworfen ist; die Wunderwaffe, die den großen Tanker wendiger macht, damit dieser auf dem großen Meer des Markts reagieren kann. Ein Allheilmittel, damit Organisationen sich an permanent verändernde Rahmenbedingungen anpassen und mit neuen Mitbewerber:innen mithalten können. Und so wird der Ruf nach einer agilen Transformation lauter und lauter: Agilität muss her – und das besser gestern als morgen. Wer aber glaubt, dass Agilität eine Pille ist, die man einmal einnimmt und dann ist alles gut, der irrt.

Die initiale "Transformation" ist nur der Ausgangspunkt auf dem Weg zu einer agilen Organisation. Eine Organisation in diesem Sinne weiterzuentwickeln, ist Arbeit und ein dauerhafter und beständiger Prozess. Dieser Prozess der Weiterentwicklung benötigt immer eine Richtung, die es erlaubt, den Kurs festzulegen. 

Ein Ansatz, der diese Annahme verinnerlicht, ist die sogenannte "Verbesserungskata" (siehe Kasten). Sie stammt aus dem Kontext des Toyota-Produktionssystems und verwendet das Bild des "Nordsterns" zur Orientierung bei einem Veränderungsprozess. Der Nordstern steht für ein Ziel, eine Vision, die erreicht werden soll. Alle Maßnahmen und Handlungen, um zu diesem Ziel zu gelangen, werden am Nordstern ausgerichtet.

Dieser Artikel richtet sich an Entscheider:innen und Kommunikator:innen, die einen solchen Veränderungsprozess initiieren, gestalten und begleiten wollen. Sie erfahren, wie Sie Ihrem Transformationsprojekt mit Hilfe der Verbesserungskata und dem Nordstern eine Richtung geben, ohne es gleichzeitig in seinen Möglichkeiten und Optionen einzuengen. 

Vorteil dieses Vorgehens ist, dass Sie zwar ein richtungsweisendes Ziel für die Transformation vorgeben, den Weg dorthin aber evolutionär und beständig anpassen können – so wie es im agilen Kontext vorgesehen ist. Am Beispiel eines konkreten Transformationsprozesses eines Geschäftsbereichs mit über 100 Mitarbeitenden zeige ich, wie solch ein initialer Transformationsprozess mit dem Modell des Nordsterns gelingen kann. 

Der Ansatz der Verbesserungskata

Der Ansatz der Verbesserungskata ist nicht neu. Es handelt sich dabei um eine "Wiederentdeckung" einer bewährten Methode aus dem Lean Management, die auf die agile Transformation angewendet wird. Die zentralen Elemente der Kata sind der Nordstern sowie die angestrebten Zielzustände.

Die Verbesserungskata mit Nordstern und den unterschiedlichen Zielzuständen
Bild 1: Die Verbesserungskata mit Nordstern und den unterschiedlichen Zielzuständen (Darstellung nach Mike Rother, Die Kata des Weltmarktführers – Toyotas Erfolgsmethoden, Frankfurt am Main 2013)

Der Nordstern – Vision für den Veränderungsprozess

Der Nordstern ist eine zeitlose Beschreibung eines Idealzustands, der bewusst nicht erreichbar ist. Das mag im ersten Moment etwas seltsam klingen. Doch die Kata versteht den Prozess der Weiterentwicklung als einen Prozess, der nie endet. Soll in einem Prozess z.B. die Fehlerquote verringert werden, ist allen Beteiligten klar, dass es keine hundertprozentige Fehlerfreiheit geben kann. Und doch setzen sie alles daran, dem Ziel näher zu kommen. 

Der Nordstern ist demnach kein angestrebter Zustand X zu einem bestimmten Zeitpunkt Y, sondern ein Navigationspunkt in Form einer Vision, die im gesamten Veränderungsprozess als Referenz dient – weit über den initialen Transformationsprozess. Damit verhindert der Nordstern, dass wir uns im Prozess der Veränderung verzetteln.

Die Zielzustände – Zwischenschritte im Veränderungsprozess

Ein weiteres Element der Verbesserungskata sind die Zielzustände, die in einer Iteration jeweils angestrebt werden. Sie orientieren sich am Nordstern und sind auf diesen ausgerichtet. Im Unterschied zum Nordstern beschreiben Zielzustände konkrete Zielbilder. 

Die erste Iteration beginnt, sobald der Istzustand ermittelt und der erste Zielzustand initial definiert wurde. Ziel einer Iteration ist, das jeweilige Zielbild mit Hilfe von Experimenten zu erreichen. Somit führt jede Iteration dazu, dem übergeordneten Idealzustand, also dem Nordstern, näherzukommen. Sollte Ihnen dieses Vorgehen bekannt vorkommen, ist das nicht weiter verwunderlich, denn es ist an den PDCA-Zyklus angelehnt.

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