Einheitlich und dennoch individuell

"Bechtle fair Project" – Vorgehensmodell für einfache und komplexe Projekte

Teil 2: Das "All-inclusive-Paket" für Projektmanager
Aufgrund eines veränderten Portfolios und komplexeren Projekten entwickelte die Bechtle AG ein unternehmensweites neues Vorgehensmodell für Projekte. Im zweiten und abschließenden Teil der Artikelserie beschreibt Günther Hektor das Prozessmodell und die eigenständig entwickelte Softwarelösung, das Projektportal.

Das lange Jahre erfolgreiche Projektvorgehen bei der Bechtle AG reichte aufgrund des veränderten Projektportfolios nicht mehr aus, da es wenig flexibel und nicht für alle Projektgrößen anwendbar war. Deshalb stand das Strategische Projekt Management (SPM) bei Bechtle vor der Aufgabe, eine einheitliche Projektmanagement-Vorgehensweise zu entwickeln.

Nachdem Sie im ersten Teil der Artikelserie die Entscheidung für PRINCE2 als Projektvorgehensweise sowie den Projektkonfektionierer kennenlernten, stelle ich Ihnen hier das von uns entwickelte Prozessmodell für Projekte vor. Das Projektportal, das allen Bechtle-Mitarbeitern die intuitive Nutzung unseres Vorgehensmodells ermöglichen soll, wird ebenfalls beschrieben.

Das Prozessmodell

Grundlage der Nutzung unseres Vorgehensmodells ist das Prozessmodell (entspricht dem PRINCE2-Phasenmodell; Nomenklatur angepasst und dokumentiert im Integrationsdokument). Das Prozessmodell beschreibt, wie ein Projekt über seine Laufzeit strukturiert werden soll und welche Phasen zu durchlaufen sind. Dabei wird jede Phase mit einem Quality-Gate abgeschlossen und der Übergang zur nächsten Phase eingeleitet (Bild 1). Das Prozessmodel mit seinen Phasen wird nicht mit dem Konfektionierer angepasst, lediglich der Inhalt (Aufgaben und Vorgehensweise) einer Phasen werden durch die T-Shirt-Größe bestimmt.

Prozessmodell

Bild 1: Das "Bechtle fair Project"-Prozessmodell.
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Quality-Gates zur Qualitätskontrolle

Mit der Einführung eines standardisierten Qualitätsmanagements bei BfP führten wir auch die Quality-Gates (Q-Gates) für den Phasenübergang neu ein, um die Phasenleistungen transparenter und einheitlich bewerten zu können. Ein Q-Gate dient zur Evaluierung der erreichten Ziele und ihrer Qualität im Rahmen des Phasenübergangs im Projektverlauf. Mit dem neu entwickelten Tool "Quality-Gate" bewertet der Lenkungsausschuss die Ergebnisse einer Projektphase anhand eines vordefinierten Fragenkatalogs. Der Lenkungsausschuss gibt beim positiven Durchlaufen des Q-Gates die darauf folgende Phase frei, beim Projektabschluss wird der Projektmanager im Rahmen des Q-Gates von seinen Pflichten entlastetet.

Der Umfang der gestellten Fragen ist direkt abhängig von der jeweiligen Projektgröße und der jeweiligen Phase. Beispiele für Fragen sind:

  • Sind die Projektleistungen ausreichend definiert und beschrieben worden?
  • Sind Abnahmekriterien für die Projektleistungen definiert und dokumentiert?
  • Ist der Change Control-Prozess definiert und dokumentiert?
  • Sind Zeitplan und Budget zusammengefasst?

Ein Q-Gate ist keine Auswertungssoftware mit Empfehlungen, sondern unterstützt den Lenkungsausschuss bei seiner Entscheidungsfindung und dient

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