Gefühle zeigen – Gewinn für die Zusammenarbeit

Im Berufsleben verbergen wir oft unsere Emotionen. Wir verbessern die Projektarbeit aber nicht, indem wir Gefühle unterdrücken, sondern indem wir sie offen kommunizieren. Wenn wir uns unsere Gefühle und die Gefühle der anderen bewusst machen, können wir den Berufsalltag mit seinen Konflikten, Erfolgen, positiven und negativen Spannungen und Unsicherheiten besser meistern. Persönlich gewinnen wir an Authentizität, Überzeugungsstärke, Ausgeglichenheit und Selbstbewusstsein, da wir zu dem stehen, was uns bewegt. Dr. Tomas Bohinc erläutert, wie sich Gefühle auf unsere Wahrnehmung auswirken, in welche Cluster sie sich einteilen lassen und wie man als Projektleiterin oder Projektleiter positiv auf das Team einwirken kann.

Gefühle zeigen – Gewinn für die Zusammenarbeit

Im Berufsleben verbergen wir oft unsere Emotionen. Wir verbessern die Projektarbeit aber nicht, indem wir Gefühle unterdrücken, sondern indem wir sie offen kommunizieren. Wenn wir uns unsere Gefühle und die Gefühle der anderen bewusst machen, können wir den Berufsalltag mit seinen Konflikten, Erfolgen, positiven und negativen Spannungen und Unsicherheiten besser meistern. Persönlich gewinnen wir an Authentizität, Überzeugungsstärke, Ausgeglichenheit und Selbstbewusstsein, da wir zu dem stehen, was uns bewegt. Dr. Tomas Bohinc erläutert, wie sich Gefühle auf unsere Wahrnehmung auswirken, in welche Cluster sie sich einteilen lassen und wie man als Projektleiterin oder Projektleiter positiv auf das Team einwirken kann.

Gefühle begleiten uns den ganzen Tag. Im Berufsleben ist aber oft zu beobachten, dass die Menschen ihre Gefühle kontrollieren und ihre wahren Emotionen nicht zeigen. Seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, ist aber ein natürliches Bedürfnis des Menschen. Im Berufsalltag zeigen das z.B. Emoticons, die sich Kollegen und Geschäftspartner hin und wieder als Zeichen der Sympathie in ihren E-Mail-Texten senden. Das Schicken eines Smilies wie :-) offenbart ein persönliches Gefühl des Senders und erzeugt Bindung und Vertrauen.

Was im Kleinen gilt, gilt auch im Großen: Wir verbessern die Projektarbeit nicht, indem wir Gefühle unterdrücken, sondern indem wir sie zulassen. Wenn wir uns unsere Gefühle und die Gefühle der anderen bewusst machen und akzeptieren, können wir sie einsetzen, um den Berufsalltag mit seinen Konflikten, Erfolgen, positiven und negativen Spannungen und Unsicherheiten besser zu meistern. Persönlich gewinnen wir an Authentizität, Überzeugungsstärke, Ausgeglichenheit und Selbstbewusstsein, da wir zu dem stehen, was uns bewegt. Wir gewinnen Vertrauen und Anerkennung der anderen, da wir uns dafür interessieren und gelten lassen, was sie bewegt. Außerdem können wir leichter erkennen, von welchen eigenen und fremden Emotionen eine Situation geprägt ist, so dass sie sich besser einschätzen oder sogar steuern lässt.

Im Folgenden erfahren Sie, wie sich Gefühle auf unsere Wahrnehmung auswirken, in welche Cluster sich Gefühle einteilen lassen und wie man als Projektleiterin oder Projektleiter positiv auf das Team einwirken kann.

Gefühle - Filter der Wahrnehmung

Unsere Welt ist, wie wir sie uns denken. Und unser Denken wird wesentlich von unseren Gefühlen beeinflusst. Das verdeutlicht eine Geschichte des chinesischen Weisen Lia Di:

"Es war einmal ein Mann, der hatte seine Axt verloren. Er hatte seines Nachbars Sohn im Verdacht und beobachtete ihn. Die Art, wie er ging, war ganz die eines Axtdiebes: sein Gesichtsausdruck war ganz der eines Axtdiebes, aus allen seinen Bewegungen und aus seinem ganzen Wesen sprach deutlich der Axtdieb. Zufällig grub der Mann einen Graben um und fand seine Axt. Am anderen Tag sah er seinen Nachbarsohn wieder. Alle seine Bewegungen und sein ganzes Wesen hatten nichts mehr von einem Axtdieb an sich."

Gefühle haben die Eigenschaft, sich selbst zu verstärken, indem sie die Aufmerksamkeit auf das lenken, was sie bestätigt. Ein verärgerter Auftraggeber hält jede Erklärung des Projektleiters nur für eine Ausrede, Erfolge würdigt er in diesem Augenblick nicht angemessen oder sucht auch hier noch das Haar in der Suppe -und findet es in der Regel auch. Ein positiv gestimmtes Projektteam dagegen ist motiviert, kann Niederlagen leichter verkraften und selbst schlechten Nachrichten noch etwas Positives abgewinnen. Unabhängig davon, ob die Gefühle positiv oder negativ sind - in beiden Fällen besteht bei den Personen das Bedürfnis, sie zu äußern.

Das zeigt:

  1. Es ist sinnvoll, positive Gefühle zu fördern, denn Positives führt zu Positivem.
    Beispiel: Gefühle stecken an. Sind wir mit einem Kollegen zusammen, der freudig ist, kann sich diese Freude auch auf uns übertragen, obwohl wir selbst dazu keinen Anlass haben. Außerdem werden durch positive Gefühle Motivation, Produktivität, Kooperationsbereitschaft und Arbeitsfreude hoch gehalten.
  2. Es ist sinnvoll, positiven Gefühlen Raum zu geben. Konkret heißt dies z.B., dass man Erfolge anerkennt und feiert.
  3. Es ist sinnvoll, auch negative Emotionen zuzulassen. Auf diese Weise können die Menschen diese "abladen" und sind dann leichter wieder zur Weiterarbeit und Kooperation bereit.
    Beispiel: Wenn Ihr Auftraggeber oder ein Mitarbeiter unzufrieden ist und in seiner Wut die tatsächliche Lage nicht mehr korrekt beurteilt, dann korrigieren Sie ihn nicht umgehend, rechtfertigen Sie auch nicht sofort Ihr Verhalten oder die ergriffenen Maßnahmen. Lassen Sie ihm stattdessen die Möglichkeit, seiner Wut Ausdruck zu verleihen und hören Sie ihm zu. Das ist nicht immer einfach. Dabei kann Ihnen aber der Gedanke helfen, dass die Wahrnehmung Ihres Gegenübers durch die Emotionen gerade verzerrt wird. Wenn Ihr Gegenüber ausgeredet hat, wird er sich erleichtert fühlen. Fangen Sie ihn nun weich auf, indem Sie ihm freundlich und ehrlich mitteilen, dass Sie seine Verärgerung verstehen. Anschließend können Sie Ihre Sicht der Dinge schildern. In der Regel wird Ihr Gegenüber nun bereiter sein, Ihre Argumente anzuhören, als wenn Sie ihn vorher unterbrochen hätten. So geduldig können Sie freilich nur reagieren, wenn Ihr Gegenüber Ihnen grundsätzlich Respekt entgegenbringt und seinen Ärger sachlich äußert. Beleidigungen sollten Sie sich nicht zu Ende anhören.

Arten von Gefühlen

Die Anzahl der Gefühle, die ein Mensch haben kann, erscheint unendlich. Alle Gefühle lassen sich aber in sechs Cluster zusammenfassen (Tabelle 1), die kulturübergreifend durch eine ähnliche Mimik ausgedrückt werden. Das ist auch der Grund dafür, dass Stimmungen kulturübergreifend sofort verstanden werden.

Tabelle 1: Gefühlscluster.
Angst Furcht, Grauen, Panik - Ängstlichkeit, Unsicherheit - Sorge, Besorgtheit - Misstrauen, Schüchternheit, Verlegenheit - Mutlosigkeit, Kleinmut, Unterwürfigkeit ...
Wut Zorn, Empörung - Aggressivität, Feindseligkeit - Ärger, Gereiztheit, Verdruss, Unmut - Trotz, Verachtung, Geringschätzung, Hochmut, Arroganz - Spott, Hohn, Rache - Eifersucht, Missgunst, Neid, Geiz, Selbstsucht - Unhöflichkeit, Unanständigkeit, Rauheit, Derbheit, Grobheit, Wildheit - Widerborstigkeit, Störrigkeit, Bockigkeit - Härte, Strenge - Mut, Tapferkeit, Kühnheit - Ehrgeiz, Geduld, Hartnäckigkeit, Verlässlichkeit ...
Trauer Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Schwermut, Melancholie - Gram, Kummer, Leid, Schmerz,…

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