Agiles Projektmanagement Häufige Stolperfallen in Scrum

ScrumScrumScrum ist ein Rahmenwerk zur Entwicklung, Lieferung und Wartung komplexer Produkte, das auf eine leichtgewichtige, iterativ-inkrementelle Vorgehensweise in kurzen Lernschleifen setzt. Das Rahmenwerk definiert Rollen, Artefakte (Planungs- und Arbeitsergebnisse) und Ereignisse (Events) sowie das Zusammenspiel dieser drei Elemente. Scrum ist keine Prozessvorgabe, sondern stellt als Rahmenwerk sozusagen ein Spielfeld mit Regeln auf – die konkrete Arbeitsweise können die Anwender von Scrum innerhalb dieses Rahmens selbst definieren. schreibt als agile Projektmanagement-Methode nur wenige Rollen, eine überschaubare Menge an Regeln und wenige Dokumente vor. So wirkt die Anwendung von Scrum auf den ersten Blick bestechend einfach. In der Praxis zeigen sich jedoch immer wieder Probleme, die eine erfolgreiche Umsetzung erschweren. Thomas Lieder und Katja Roth beleuchten typische Stolperfallen in Scrum, analysieren deren Ursachen und zeigen, wie sich die Anwendung der Methode verbessern lässt.

Agiles Projektmanagement Häufige Stolperfallen in Scrum

ScrumScrumScrum ist ein Rahmenwerk zur Entwicklung, Lieferung und Wartung komplexer Produkte, das auf eine leichtgewichtige, iterativ-inkrementelle Vorgehensweise in kurzen Lernschleifen setzt. Das Rahmenwerk definiert Rollen, Artefakte (Planungs- und Arbeitsergebnisse) und Ereignisse (Events) sowie das Zusammenspiel dieser drei Elemente. Scrum ist keine Prozessvorgabe, sondern stellt als Rahmenwerk sozusagen ein Spielfeld mit Regeln auf – die konkrete Arbeitsweise können die Anwender von Scrum innerhalb dieses Rahmens selbst definieren. schreibt als agile Projektmanagement-Methode nur wenige Rollen, eine überschaubare Menge an Regeln und wenige Dokumente vor. So wirkt die Anwendung von Scrum auf den ersten Blick bestechend einfach. In der Praxis zeigen sich jedoch immer wieder Probleme, die eine erfolgreiche Umsetzung erschweren. Thomas Lieder und Katja Roth beleuchten typische Stolperfallen in Scrum, analysieren deren Ursachen und zeigen, wie sich die Anwendung der Methode verbessern lässt.

Scrum ist ein agiles Projektmanagement-Framework, das nur wenige Rollen Besprechungen und Berichte verpflichtend vorgibt. Anstatt viele Prozesse und Dokumente im Detail vorzuschreiben, setzen agile Methoden darauf, das richtige Maß an Prozess und Formalität zwischen allen Beteiligten iterativ auszuhandeln: Der Schwerpunkt liegt dabei auf der KommunikationKommunikationDer Austausch von Informationen zwischen den Projektbeteiligten, insbesondere innerhalb des Projektteams, ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren des Projektmanagements. Trotz aller technischer Hilfsmittel, die Kommunikation erleichtern, bleibt ausschlaggebend, in wie weit die einzelnen Projektbeteiligten bereit sind, ihre Erfahrungen mitzuteilen und bei Problemen die anderen zu fragen..

Bild 1 zeigt das Prozessbild von Scrum. Eine detaillierte Beschreibung der Rollen und Abläufe in Scrum finden Sie in dem Artikel "Agiles Projektmanagement. Scrum – eine Einführung" von Ralf Wirdemann (Projekt Magazin 21/2009).

Bild 1: Scrum-Prozessbild.

Was ein erfolgreiches Scrum-Team ausmacht

Auf den ersten Blick scheint Scrum als Software-Entwicklungsprozess bestechend einfach: Es gibt nur einige wenige Rollen, eine überschaubare Menge an Regeln und so gut wie keine zu erstellenden Dokumente. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass eine erfolgreiche Umsetzung von Scrum nicht trivial ist. Gerade weil die Methode als solche wenig formell ist und damit kaum Vorgaben macht, hängt der Erfolg wesentlich von den beteiligten Personen ab.

Das perfekte Team ...

Ein erfolgreiches Team zeichnet sich dabei vor allem durch eine hohe Lernbereitschaft, das Bestreben kontinuierlich besser werden zu wollen und eine offene Feedback-Kultur aus. Einem solchen Team gelingt es, am Ende jeder Iteration eine potentiell releasefähige Version des Produkts auszuliefern. Dieses Zwischenergebnis, das sogenannte "Produkt-Inkrement", ist dabei implementiert, integriert, dokumentiert und erfolgreich getestet. Ein perfektes Team ist außerdem eingebettet in eine Umgebung, die den Prozess unterstützt, fördert und die damit verbundenen agilen Werte lebt.

... und die Wirklichkeit

Doch leider ist nicht jedes Team erfolgreich und die Ursachen sind häufig auch erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Bild 2 ergänzt das Scrum-Prozessbild um einige der häufigsten Probleme. Diese Stolperfallen werden im Folgenden beschrieben, die Ursachen analysiert und Wege zur Verbesserung der Anwendung von Scrum gezeigt. Natürlich ersetzt dies nicht die detaillierte Analyse der jeweils konkret vorliegenden Situation, kann aber erste Hinweise auf potentielle Probleme und ihre Lösung geben.

Bild 2: Einige der typischen Probleme bei der Umsetzung von Scrum.

Das Rollenverständnis des Scrum Masters

In einem Scrum-Team ist der Scrum Master für die Einhaltung des Prozesses verantwortlich. Er stellt sicher, dass sich das Team ungestört auf die Erstellung des Produkt-Inkrements konzentrieren kann. Nicht selten gibt es Probleme an dieser zentralen Stelle: Zum einen mit dem Rollenverständnis des Scrum Masters selbst, zum anderen mit den Aufgaben, die er aufgrund seiner Rolle durchführen muss.

Direkte Verstöße gegen die Rollendefinition – z.B. das Einmischen in den Sprint durch die Verteilung neuer, für den Sprint nicht eingeplanter Aufgaben – lassen sich in der Regel einfach feststellen und durch entsprechende Schulungen beheben. Es gibt aber auch Verhaltensweisen eines Scrum Masters, deren negative Wirkung sich eher indirekt zeigt, da er sich vordergründig entsprechend der Rollen-Definition verhält. Sie äußern sich z.B. darin, dass das Team in der Retrospektive wiederholt dieselben Probleme schildert oder dass aufgetretene Störungen, sog. "Impediments", vom Scrum Master nicht beseitigt werden. Das "Impediment Chart", d.h. die Störungsliste, wird infolge dessen immer länger.

Diese Symptome sind unter anderem dann zu beobachten, wenn der Scrum Master gegenüber der OrganisationOrganisationDer Begriff "Organisation" wird in drei, eng miteinander verknüpften Bedeutungen verwendet: Organisation als System Die Aufgabe, innerhalb des Systems Prozesse und Strukturen zu gestalten. Die Struktur eines solchen Systems nicht durchsetzungsfähig ist. Sind die Führungsqualitäten des Scrum Masters nicht ausreichend ausgeprägt, kann er z.B. die in der Organisation liegenden Störungen nicht beseitigen. In einem solchen Fall hilft ein CoachingCoachingCoaching ist eine auf Personen im beruflichen Umfeld bezogene Beratung. In der Regel begleitet der Coach den Coachee (oder eine Gruppe von Coachees) bei der Entwicklung von Lösungen, ohne diese selbst vorzugeben. Im Projektmanagement gibt es die Sonderform des Projektmanagement-Coachings , bei dem der Coach den Projektleiter spezifisch in allen Angelegenheiten des Projektmanagements berät. des Scrum Masters, sowohl bezüglich seiner Rolle als auch bezogen auf Mittel und Wege, Dritte zur Mitarbeit und damit zur Beseitigung der Impediments zu bewegen. Im einfachsten Fall mag es reichen, konstruktive Vorschläge zur Lösung eines Problems zu machen, z.B. feste Sprechzeiten vorzuschlagen, wenn ein Mitglied des Scrum-Teams auch als Know-how-Träger für andere benötigt wird. In anderen Fällen, z.B. wenn zugesagte Ressourcen nicht zur Verfügung gestellt werden, ist vielleicht eine konstruktive EskalationEskalationEskalation ist das Anrufen einer höheren Hierarchiestufe um eine Entscheidung zu bewirken, wenn die Situation mit den eigenen Befugnissen nicht bewältigbar ist. Eskalation ist dabei das Pendant zu Delegation. im LenkungsausschussLenkungsausschussDer Lenkungsausschuss ist das verbindende Gremium zwischen Projekt- und Unternehmensorganisation. Seine Funktion und Rolle ist jedoch nicht einheitlich festgelegt. notwendig.

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