Resilienz in Organisationen – gerüstet für das Unerwartete

Nicht nur der einzelne Mitarbeiter, sondern auch das Unternehmen als Ganzes muss mit Rückschlägen und kritischen Wettbewerbsfaktoren umgehen können. Doch wie kann eine Organisation seine Widerstandsfähigkeit erhöhen? Cornelia Wüst und Markus Wanner beschreiben in diesem Beitrag, was ein resilientes Unternehmen ausmacht und welche Faktoren Einfluss auf die Resilienz einer Organisation haben. Im Anschluss zeigen sie, wie der Weg gestaltet werden kann, um ein unternehmensweites Resilienzprogramm zu verankern.

 

Resilienz in Organisationen – gerüstet für das Unerwartete

Nicht nur der einzelne Mitarbeiter, sondern auch das Unternehmen als Ganzes muss mit Rückschlägen und kritischen Wettbewerbsfaktoren umgehen können. Doch wie kann eine Organisation seine Widerstandsfähigkeit erhöhen? Cornelia Wüst und Markus Wanner beschreiben in diesem Beitrag, was ein resilientes Unternehmen ausmacht und welche Faktoren Einfluss auf die Resilienz einer Organisation haben. Im Anschluss zeigen sie, wie der Weg gestaltet werden kann, um ein unternehmensweites Resilienzprogramm zu verankern.

 

Unternehmen sind lebendige Organisationen, deren Erfolg von äußeren und inneren Faktoren abhängt. Sie müssen – ebenso wie ihre Mitarbeiter – mit Rückschlägen und kritischen Wettbewerbsfaktoren umgehen können. Doch wie kann eine Organisation seine Widerstandsfähigkeit erhöhen?

Darauf gibt dieser Beitrag Antworten. Sie erfahren zunächst, was ein resilientes Unternehmen ausmacht und welche Faktoren überhaupt Einfluss auf die Resilienz einer Organisation haben. Im Anschluss wird gezeigt, welche Maßnahmen ein Unternehmen ergreifen kann und welche Voraussetzungen es schaffen muss, um ein "Resilienzprogramm" im Unternehmen zu verankern.

Der Beitrag richtet sich an Führungsverantwortliche und Projektleiter in mittelständischen Unternehmen und Konzernen. Dabei ist die Resilienzverankerung in Organisationen weniger abhängig von der Größe des Unternehmens als von den geeigneten Maßnahmen und den Zielen, die erreicht werden sollen.

Ein typisches Praxisbeispiel

Der Zulieferer für die Automobilindustrie (Unternehmensgröße ca. 600 Mitarbeiter) hat ein schweres Jahr hinter sich: Lieferengpässe bei seinen Dienstleistern haben dazu geführt, dass dieser mit der Produktion in Verzug geriet. Ein Teil der Bestandskunden wechselte zu anderen Wettbewerbern, um nicht selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten. Und die anderen Kunden möchten nun über die Preise neu verhandeln. Dabei reduzierten Steigerungen bei Preisen und Löhnen ohnehin die knappe Marge.

In dieser angespannten Lage kommt nun ein Angebot, mit dem das Unternehmen die Kehrtwende schaffen kann: Ein Autohersteller möchte seine Bremsen optimieren und bietet dem Zulieferer eine strategische Zusammenarbeit an. Gemeinsam wollen sie die Bremse weiterentwickeln und sie innerhalb weniger Monate auf den Markt bringen.

Inhaber Uwe E. freut sich. Doch gleichzeitig ist er sich unsicher: Kann sein Team das schaffen? Das nötige Know-how hat er im Unternehmen, da ist er sich sicher. Aber er hat auch wahrgenommen, dass viele seiner Mitarbeiter nach den Rückschlägen des letzten Jahres innerlich erschöpft sind und wenig Motivation für neue Herausforderungen zeigen. Auch sein kaufmännischer Leiter reagierte nach dem Erstgespräch mit dem Hersteller verhalten und sah mehr Risiko als Chance.

Resilienz im Unternehmen – Erfolg im Wettbewerb

So wie dem Automobil-Zulieferer geht es vielen Unternehmen: Wirtschaftliche Schwankungen, kürzer werdende Produktlebenszyklen, steigende internationale Anforderungen und komplexer werdende Strukturen stellen Organisationen vor immer größere Herausforderungen. Faktoren, die auch Mitarbeiter und Projektleiter spüren. Sie wissen, wie wichtig ihre Leistung für das Unternehmen ist; dass ihr Einsatz mit darüber entscheidet, ob das Unternehmen im ständigen Wettbewerb besteht.

Als Folge brennen immer mehr Menschen innerlich aus. Sie sind erschöpft, werden krank – und fallen über einen längeren Zeitraum aus. Dies wiederum erhöht den Druck auf die Kolleginnen und Kollegen, die mit Mehrbelastungen konfrontiert werden. Damit schwächt fehlende Resilienz nicht nur den Einzelnen, sondern auch Teams und damit das Unternehmen selbst. Genau das macht Resilienz zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor für Organisationen und Projektteams, bei denen es um Effizienz, Schnelligkeit, hohen Erwartungs- und Termindruck geht. Resilienz-Maßnahmen als Teil des betrieblichen Gesundheitswesens gewinnen daher immer mehr an Bedeutung.

Was macht resiliente Unternehmen aus?

Resilienz in Unternehmen bezeichnet eine besondere Form von Widerstandskraft. Resiliente Systeme sind flexibel und robust. Sie erkennen rechtzeitig, wann interne oder externe Veränderungen eintreten, reagieren darauf und gehen gestärkt aus der Situation hervor. Mit dieser organisationalen Fähigkeit der schnellen und erfolgreichen Anpassung bewegen sie sich ständig zwischen Erhaltung, Reorganisation und Wachstumsphase.

Resiliente Unternehmen

  • sind bereit, neue Wege zu gehen und eingetretene Pfade zu verlassen
  • wagen einen Paradigmenwechsel
  • beschäftigen sich mit der Zukunft und Zukunftsszenarien, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen
  • vernetzen sich mit Partnern und sind bereit, diesen auch in schwierigen Situationen zu vertrauen
  • stärken die Unabhängigkeit der Mitarbeiter, damit sie besser auf interne und externe Veränderungen wie einen Wechsel in der Führung oder eine Wirtschaftskrise reagieren können
  • nutzen die Flexibilität und Kreativität ihrer Mitarbeiter

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Alle Kommentare (1)

Stefan
Pfeifer

Naja, sieht ehre so aus wie eine Sammlung aller gängigen Managementweisheiten unter den Oberbegriff Resilienz. Wobei Resilienz hier irgendwie als das Gegenteil von dem Verstanden wird, was mein persönliches Verständnis davon ist ... klare Themenverfehlung.