Gründlichkeit versus Risikobereitschaft

So arbeiten Deutsche und Amerikaner erfolgreich zusammen

Small Talk ist nicht jedermanns Sache. Für Amerikaner gehört er jedoch zur Kommunikation im beruflichen Alltag einfach dazu. An diesem und anderen Aspekten zeigt Johanna Marius, wo sich Deutsche und Amerikaner in ihrem Selbstverständnis und Handeln unterscheiden. Dies hat auch Folgen für das Verständnis der Zusammenarbeit im Projekt. Die USA-Expertin geht auf Themen wie persönliches Kennenlernen, Art der Kommunikation, Umgang mit Kritik, das Fällen von Entscheidungen, aber auch das unterschiedliche Verständnis von Nähe und Distanz ein und gibt konkrete Handlungsempfehlungen.

Wenn Sie heutzutage Anzeigen für Projektstellen durchschauen, erkennen Sie schnell, dass Sie als Bewerber in jedem Fall eine Kompetenz mitbringen müssen: Teamfähigkeit. Es hat sich gezeigt, dass Teams oft bessere und kreativere Ideen entwickeln und umsetzen. Globalisierung und internationaler Wettbewerb erfordern zudem Projektteams, die sich aus Angehörigen verschiedener Kulturen zusammensetzen. Die Vielfalt der Herkunftsländer und fachlichen Hintergründe der Teammitglieder trägt häufig zur erfolgreichen Projektplanung und -umsetzung bei – vorausgesetzt, die Teammitglieder arbeiten gut zusammen.

Doch was macht überhaupt ein gutes Projektteam aus? Diese Frage wird oft gestellt und auf unterschiedlichste Weise beantwortet. (Siehe hierzu auch "Was macht ein gutes Projektteam aus?", Projekt Magazin 22/2012.) Die Anforderungen an den Projektleiter und Teammitglieder sind vielfältig und hoch, ganz besonders bei internationalen Teams. Dort kommen noch weitere Gesichtspunkte hinzu, die in Betracht gezogen werden müssen. Denn es herrschen bei den Beteiligten kulturell unterschiedliche Erwartungen, u.a.

  • an die Zusammenarbeit und deren zeitliche Gestaltung (besonders wenn die Beteiligten in verschiedenen Zeitzonen arbeiten): Was wird wann getan? Wann werden Besprechungen erwartet? Wann werden Ergebnisse verglichen?
  • an den Informationsfluss: Werden Informationen ungefragt weitergegeben oder bei wem muss man nachfragen?
  • an den Kommunikationsstil: Wie förmlich wird kommuniziert? Z.B. bei Anrede und Gruß in einer E-Mail. Wie wird Kritik geübt?

Jeder Mensch trägt eine eigene "Kulturbrille", durch die er seine Umwelt wahrnimmt. Wir sind alle mit Werten erzogen worden, die unserer Auffassung nach "richtig" sind. Natürlich haben Menschen, die in einem anderen Kulturkreis aufgewachsen sind als wir, ihre eigenen Werte und Normen, durch die sie sich von uns unterscheiden. Daneben beeinflussen Stereotypen unsere Wahrnehmung. So gelten Amerikaner z.B. als oberflächlich, Deutsche als penibel und bürokratisch. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen hinweg ist es wichtig, dass wir uns dieser Kulturbrille und der eigenen Vorurteile in Bezug auf eine bestimmte Kultur bewusst werden sowie unsere Sensibilität für kulturelle Unterschiede steigern.

Zwischen Deutschland und den USA bestehen besonders enge wirtschaftliche Beziehungen, z.B. über multinationale Konzerne und deutsche Unternehmen, die Tochtergesellschaften in den Vereinigten Staaten haben und umgekehrt, sowie über deutsch-amerikanische Forschungsprojekte. So setzen sich auch viele interkulturelle Projektteams aus Deutschen und Amerikanern zusammen.

Worauf Sie achten sollten, damit die Zusammenarbeit in einem solchen Projektteam gut funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel.

Lernen Sie

Anzeige
Der vollständige Artikel ist für Abonnenten frei zugänglich.
Artikel kaufen (4,50 €)
  • 12 Seiten Praxiswissen
  • PDF-Download
Kostenlos weiterlesen!
  • Diesen Beitrag kostenlos lesen
  • 4 Wochen Online-Zugriff auf alle Artikel, Methoden und das Glossar
Tech Link