Veränderungsprozesse managen mit dem Transformationskompass

Statistiken belegen, dass nur 10-20% der IT-Projekte das gesteckte Ziel erreichen. Aber warum ist das so? Eine der Hauptursachen sieht Oliver Grasl im Unvermögen der Führungskräfte, notwendige Veränderungen in Software-Projekten rechtzeitig zu erkennen und richtig umzusetzen. Hier setzt das Modell des "Transformationskompasses" ein, das Projektleitern eine Navigationshilfe in Veränderungsprozessen bietet und es ihnen ermöglicht, eigene Stärken und Schwächen besser zu erkennen. Oliver Grasl stellt in diesem Beitrag den Transformationskompass vor und erklärt, was seine vier Führungsrollen in der Praxis bedeuten.

Veränderungsprozesse managen mit dem Transformationskompass

Statistiken belegen, dass nur 10-20% der IT-Projekte das gesteckte Ziel erreichen. Aber warum ist das so? Eine der Hauptursachen sieht Oliver Grasl im Unvermögen der Führungskräfte, notwendige Veränderungen in Software-Projekten rechtzeitig zu erkennen und richtig umzusetzen. Hier setzt das Modell des "Transformationskompasses" ein, das Projektleitern eine Navigationshilfe in Veränderungsprozessen bietet und es ihnen ermöglicht, eigene Stärken und Schwächen besser zu erkennen. Oliver Grasl stellt in diesem Beitrag den Transformationskompass vor und erklärt, was seine vier Führungsrollen in der Praxis bedeuten.

Immer wieder geistern erschreckende Statistiken durch die Presse. Sie belegen, dass nur 10-20% aller IT-Projekte ihr Ziel erreichen. Warum laufen die anderen 80-90% so schlecht? Viele Projektverantwortliche suchen ihr Glück in neuen Methoden, Vorgehensmodellen und Werkzeugen. Meiner Erfahrung nach liegt das Problem jedoch auf einer anderen Ebene: Viele Projekte scheitern in erster Linie an unserem Unvermögen, notwendige Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und richtig umzusetzen.

Ein Vorgehensmodell ist wie eine Landkarte, die dem Projektleiter hilft, durch ein Projekt zu navigieren. Doch die beste Landkarte nützt nichts, wenn dem Navigator der aktuelle Standort unbekannt ist, und er Kurskorrekturen nicht richtig umsetzt. In Projekten ist es ähnlich: Viele Projektleiter haben nur eine eingeschränkte Wahrnehmung ihres Projekts, weil sie kein umfassendes Verständnis ihrer Aufgabe haben; sie können daher nicht erkennen, wann ein Projekt vom Kurs abweicht und es an der Zeit ist, die aktuelle Vorgehensweise anzupassen.

Genau hier setzt der Transformationskompass ein, um den es in diesem Beitrag geht. Zum einen unterstützt er den Projektleiter dabei, seine eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Zum anderen beschreibt er den kompletten Prozess der Navigation, von der Standortbestimmung bis zur richtigen Umsetzung der Kurskorrektur.

Das Vorgehensmodell dient als Grundlage, der Transformationskompass als Navigationshilfe: Der Projektleiter kann sein Projekt auf Kurs halten, indem er immer wieder kleine Kurskorrekturen vornimmt.

Vorgehensmodelle sagen aus, welche Prozesse installiert sein müssen, damit ein Software-Projekt seine Ziele erreichen kann. Sie geben an, welche Rollen an den Prozessen beteiligt sind und welchen Output die Prozesse liefern sollen.

Der Transformationskompass hingegen beschreibt, welche Schritte nacheinander zu durchlaufen sind, um die konkrete Situation richtig zu verstehen und um die Prozesse passend darauf zuzuschneiden. Er gibt an, wie diese schließlich korrekt installiert und in der Projektorganisation verankert werden.

Der Transformationskompass

Es lohnt sich, zunächst ein wenig Aufwand in Kauf zu nehmen, um den Transformationskompass (Bild 1) zu verstehen. In den nachfolgenden Abschnitten wird dieses Verständnis vertieft und anhand von Beispielen aufgezeigt, wie Sie den Kompass in der Praxis einsetzen können.

Bild 1: Der Transformationskompass.

Im Zentrum des Transformationskompass steht die Führung. Eine Führungskraft muss im Rahmen der Navigation verschiedene Rollen einnehmen, um erfolgreich zu sein. Dieser Bereich des Kompasses regt den Projektleiter an, aktiv über seine Führungsrolle nachzudenken.

Die Prinzipien des Projektleiters beeinflussen, welche Richtung er in einer Situation einschlägt. Die Kompassnadel richtet sich an den Prinzipien Beziehung, Meisterschaft und Transparenz aus. Jeder von uns folgt mehr oder weniger bewusst bestimmten Prinzipien. In der Praxis erweisen sich die hier vorgestellten als wichtige Grundlage.

Ein Projektleiter, der die vielfältigen Beziehungen im Projekt versteht, stets um Meisterschaft bemüht ist und für echte Transparenz sorgt, findet neue Möglichkeiten, eine gegebene Projektsituation zu interpretieren. Diese neue Interpretation führt zu einem umfassenderen Bild von der Situation: Probleme werden frühzeitig erkannt, neue Handlungsalternativen sichtbar.

Bewertungen und Kommentare

(nur angemeldete Benutzer)

Diese Funktion steht nur eingeloggten Nutzern zur Verfügung. Jetzt einloggen
Gesamt
Bewertungen 1
Alle anzeigen