Risiko Know-how-Verlust

Wenn Teammitglieder kündigen wollen

Dass ein wichtiger Mitarbeiter kündigt, stellt für jedes Unternehmen ein Risiko dar. Viel Know-how kann dabei verloren gehen. In der Teamworkstudie 2013 haben Helge Nuhn und Prof. Dr. Andreas Wald neben den Folgen auch die Ursachen eines Mitarbeiteraustritts untersucht. In ihrem Beitrag stellen sie die teils erstaunlichen Ergebnisse vor und geben Empfehlungen, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter halten können.

Für Unternehmen stellt ein Mitarbeiteraustritt immer eine besondere Herausforderung dar: Eingespielte Arbeitsabläufe werden gestört, Wissen geht verloren und letztlich müssen die verlorengegangenen Ressourcen ersetzt werden. Dies geht mit einem hohen Aufwand und Risiko einher. Auch für Projekte stellt der Austritt eines Projektmitarbeiters ein großes Risiko dar, denn auch hier ist das individuelle Wissen eine mitunter entscheidende Ressource für den Projekterfolg.

Dass ein Mitarbeiter, der stark in ein Projekt eingebunden ist, den Wunsch nach Veränderung seiner Situation hat, ist umso wahrscheinlicher, wenn dieser die Projektarbeit neben seiner eigentlichen Aufgabe in der Linienorganisation erfüllen muss: Diese Mitarbeiter arbeiten oft an der Grenze zur Überlastung. Aber auch wenn die Projektarbeit nahezu 100% der Tätigkeit ausmacht, kann der Mitarbeiter sich nach Entlastung sehnen. Projekte sind nun einmal häufig von Zeitdruck und intensiver Arbeitsbelastung geprägt.

Letzter Ausweg Kündigung

Fühlt sich ein Mitarbeiter überlastet, kann er den Wunsch verspüren, ein Projekt zu verlassen. Doch nicht nur die Unzufriedenheit mit der eigenen Arbeitssituation kann zu einem Mitarbeiteraustritt führen, sondern auch weitere Faktoren wie Projektinhalte, Karrierechancen, die Beziehung zum Projektteam, das Führungsverhalten des Projektmanagers sowie der Charakter des Projektmitarbeiters.

Ist ein Verlassen des Projekts nicht möglich, sieht ein Mitarbeiter schlimmstenfalls den Unternehmensaustritt als letzten Ausweg. Damit hätte er die potentiell negativen Rahmenbedingungen der Projektorganisation zwar hinter sich gelassen, muss aber dafür die möglicherweise wesentlichen Risiken des Unternehmensaustritts in Kauf nehmen: ein schwacher Arbeitsmarkt, ein neuer Kollegenkreis, neue Vorgesetzte und eventuell sogar ein Umzug mitsamt der Familie; dies sind starke Argumente gegen eine solche Entscheidung. So kann es geschehen, dass ein Projektmitarbeiter trotz hoher Belastung und eigentlich hoher Unzufriedenheit in einem Projekt verweilt, bis die Unzufriedenheit letztlich doch zur Entscheidung führt, das Unternehmen zu verlassen.

Die Möglichkeit, einen Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, der sich in seinem Projekt unwohl fühlt, ist jedoch gegeben, sofern die Rahmenbedingungen und das Führungsverhalten entsprechend geändert werden. Hinweise, an welchen Hebeln Unternehmen ansetzen können, liefert die in diesem Beitrag besprochene Teamworkstudie.

Wechselwünsche kaum erforscht

Projektmitarbeiter sind jedoch häufig in der Lage, ihre Projektbesetzung zu beeinflussen. So können Projektmitarbeiter bewusst in andere Projekte oder in die Linienorganisation (zurück) wechseln. Gerade lange laufende Projekte sind von den

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