Gemeinschaftsgefühl und offene Kommunikation

Wie Sie eine lebendige Gesprächskultur im virtuellen Projektteam etablieren

Mitglieder virtueller Teams arbeiten an verschiedenen Orten, manchmal auch in unterschiedlichen Zeitzonen und können dadurch kein Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickeln. Um die emotionale Distanz zu überbrücken, kann der Projektleiter mit der sog. "Critical-Incidents-Methode" eine lebendige Gesprächskultur etablieren. Diese Methode wird in regelmäßigen virtuellen Zusammenkünften angewendet. Sie hilft nicht nur, Probleme im Projekt gemeinschaftlich zu lösen, sondern auch zu reflektieren, wenn die Zusammenarbeit besonders gut gelaufen ist.

Mitglieder virtueller Teams kommen, anders als Mitglieder lokaler Teams, selten oder gar nicht physisch in einem Raum zusammen. Die Mitarbeiter sitzen an unterschiedlichen Orten und nehmen sich durch das Arbeiten in unterschiedlichen Zeitzonen nicht nur als geographisch weit voneinander entfernt wahr.

Dieser Artikel zeigt, wie es gelingt, im virtuellen Projektteam mit der sog. "Critical-Incidents-Methode" eine lebendige Gesprächskultur zu etablieren, die in regelmäßigen virtuellen Zusammenkünften gelebt wird und als Selbstverständlichkeit im Projektalltag integriert ist (Hildebrandt et al., 2013). Diese hilft nachhaltig, die räumliche und emotionale Distanz der Teammitglieder zueinander zu überbrücken. Die Methode geht zurück auf den Flugpsychologen J.C. Flannagan und wird heutzutage zum Austausch und zur Konfliktlösung genutzt.

Die Critical-Incidents-Methode ermöglicht den Mitgliedern virtueller Teams auch

• Konflikte frühzeitig offen anzusprechen und zu klären sowie

• Probleme, mit denen ein Teammitglied im Projekt konfrontiert ist, gemeinschaftlich zu lösen, aber auch

• zu reflektieren, wo die Projektarbeit im Team besonders gut gelaufen ist – und warum dies so war.

Fehlende Gesprächskultur und emotionale Distanz

Verbreitet sind bei virtuellen Teams folgende zwei Szenarien: Die Teammitglieder begegnen sich nur einmal, nämlich zu Projektbeginn, oder sogar erst im Projektverlauf face to face und lernen sich erst in diesem Treffen gegenseitig besser kennen. Eine lebendige und wertschätzende Gesprächskultur, wie sie sich bei lokalen Teams ganz natürlich in den Pausen an den Kaffeemaschinen, bei Begegnungen in den Gängen und in mehr oder weniger regelmäßigen Veranstaltungen zur Teambildung etabliert, kann zwischen den Mitgliedern eines virtuellen Teams so nicht entstehen.

Davor und danach unternehmen Projektleiter wie Teammitglieder wenig, um einen gesunden sozialen Umgang in den Projektalltag zu integrieren. Das liegt u.a. an der nach wie vor weit verbreiteten Annahme, dass nur Kommunikation von Angesicht zu Angesicht bei gleichzeitiger Wahrnehmung der Körpersprache des Anderen zu einer emotionalen Nähe führen kann, welche die Zusammenarbeit im Team fördert.

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