Missions Possible

Missions Possible ist eine Kreativmethode, um die Rahmenbedingungen und den Leistungsumfang des Projektdesigns zu hinterfragen. Durch das spielerische Bearbeiten von Projektszenarien mit drastisch veränderten Vorgaben gewinnt das Projektteam neue Perspektiven. Es kann dabei Ansatzpunkte für eine Optimierung des Projektdesigns identifizieren und übt zugleich die ergebnisorientierte Zusammenarbeit ein.

Methode Missions Possible

Missions Possible

Missions Possible ist eine Kreativmethode, um die Rahmenbedingungen und den Leistungsumfang des Projektdesigns zu hinterfragen. Durch das spielerische Bearbeiten von Projektszenarien mit drastisch veränderten Vorgaben gewinnt das Projektteam neue Perspektiven. Es kann dabei Ansatzpunkte für eine Optimierung des Projektdesigns identifizieren und übt zugleich die ergebnisorientierte Zusammenarbeit ein.

Methode Missions Possible

Einsatzmöglichkeiten

  • Überprüfen eines entworfenen Projektdesigns
  • Identifizierung alternativer Lösungsansätze für eine Aufgabenstellung
  • Teambuilding für ein neu zusammengesetztes Projektteam

Missions Possible ist geeignet für Arbeitsgruppen bis zu ca. 20 Personen und erfordert nur geringen Aufwand.

Ergebnisse
  • Anregungen zur Verbesserung des bisherigen Projektdesigns
  • Besseres (gemeinsames) Verständnis des Projektumfangs
  • Besseres (gemeinsames) Verständnis der Projektrahmenbedingungen
Vorteile
Aktiviert die Kreativität der Teilnehmenden (auch nicht durchführbare Lösungen fördern ein tieferes Verständnis und eröffnen neue Ideen)
Der spielerische Ansatz motiviert die Teilnehmenden zu "lateralem Denken" (Querdenken). Dies stellt konventionelle Denkmuster (des Managements) auf die Probe.
Stärkt den Zusammenhalt und die Selbstorganisation des Teams
Grenzen, Risiken, Nachteile
Die Methode eignet sich nicht für Krisen oder konfliktbelastete Situationen.
Missions Possible dient nicht zur Risikoanalyse, hierfür sind andere Methoden anzuwenden.
Voraussetzungen
  • Vertrauensvolle Unternehmenskultur, die vielfältige, unkonventionelle Meinungen und Perspektiven unterstützt.
  • Die Ergebnisse dürfen nicht dazu verwendet werden, das Projekt einzuschränken.
  • Bereitschaft der Teilnehmenden, sich auf extreme, fiktive Situationen einzulassen und für diese nach Lösungen zu suchen.
Qualifizierung

Missions Possible kann ohne besondere Vorkenntnisse eingesetzt werden, Moderationserfahrung ist hilfreich.

Benötigte Informationen
  • Bisheriges (evtl. vorläufiges) Projektdesign, z.B. in Form eines Project Canvas (oder eine andere Form der Projektbeschreibung)
  • Optional: Ergebnisse projektvorbereitender Planungen und Analysen (Business Case, Stakeholder-Analyse, Umfeldanalyse usw.).
Benötigte Hilfsmittel
  • Moderationskarten für die Missionen
  • Pro Arbeitsgruppe eine Arbeitsfläche (z.B. Pinn-Wand, Flip-Chart o.ä.)
  • oderationskarten oder Haftnotizen und geeignete Stifte
  • Smiley-Karten (lachend, neutral, traurig) in ausreichender Zahl (Teilnehmerzahl mal Rundenzahl)
Herkunft

Die Idee von Missions Possible beruht auf der Kreativmethode "Mission Impossible" von Dave Gray, die er in Gamestorming beschreibt (Gray, Dave; Brown, Sunni und Macanufo, James: Gamestorming - A Playbook for Innovators, Rulebreakers, and Changemakers, O'Reilly, Sebastopol CA, 2010, S. 107f: Mission Impossible). Adaptiert für das Projektdesign wurde sie von Frank Habermann und Karen Schmidt im Rahmen der Innovationsgemeinschaft Over the Fence (Habermann, Frank und Schmidt, Karen: Project Design. Thinking Tools for Visually Shaping New Adventures, Berlin, 2017).

Durchführung: Schritt für Schritt

Planen Sie eine Arbeitseinheit oder einen Workshop "Missions Possible" in die Initiierungsphase des Projekts ein. Ein guter Zeitpunkt dafür ist, wenn ein Grobentwurf des Projektdesigns steht, z.B. nach Erstellung eines Project Canvas oder erster Entwürfe von Projektauftrag, Business Case und Beschreibung des Leistungsumfangs. Unbedingt erforderlich ist eine Vorstellung dessen, was sich der Kunde vom Projekt als Ergebnis erwartet.

Passen Sie die Methode an die Erfordernisse Ihres Projekts an!

Die Methode "Missions Possible" lässt sich sowohl in Umfang als auch Inhalt an die jeweiligen Bedürfnisse des Projekts anpassen. Klären Sie hierzu zwei Fragen:

Wie viele Runden sollen gespielt werden?

Pro Runde wird ein herausforderndes Projektszenario bearbeitet (s.u.). Wenn Sie nur eine Runde spielen, hat die Methode eher den Charakter eines aktivierenden Elements für die Teamentwicklung. Wenn Sie das Projektdesign intensiv auf den Prüfstand stellen wollen und kreativen Input für eine Optimierung benötigen, dann sollten Sie mindestens einen Vormittagsworkshop mit zwei bis drei Runden einplanen.

Wie herausfordernd sollen die Missionen sein?

Extrem! Wie der Name der Methode – in Anlehnung an die Mission-Impossible-Filmreihe – schon suggeriert, soll "das Unmögliche durchdacht werden", Die Missionen sollten also nicht so gestaltet sein, dass sie sich im Rahmen der bekannten und durchaus möglichen Projektprobleme bewegen (z.B. "das Projektbudget wird um 10% gekürzt"; "ein wichtiges Teammitglied scheidet aus"). Dadurch würde nur das übliche Managementdenken aktiviert. Für echtes Querdenken braucht es radikale Missionen. Nur so wird das laterale Denken stimuliert. Beispiele für solche Missionen sind unten aufgelistet.

Bereiten Sie Raum und Materialen vor

Bereiten Sie den Workshop abhängig davon vor, wie groß Ihr Team ist und welchen Umfang von Missions Possible Sie geplant haben. Sie können hierzu auch die Methode Workshop verwenden.

Räumlichkeiten

Wenn Sie Kleingruppen bilden, dann müssen die Räumlichkeiten für voneinander unabhängig arbeitende Gruppen geeignet sein. Im Idealfall steht für jede Gruppe ein eigener Raum zur Verfügung. Es genügt aber auch, wenn ein größerer Raum so gestaltet werden kann, dass die Kleingruppen auf sich fokussiert arbeiten können.

Missionskarten

Formulieren Sie zum aktuellen Projekt passende Missionen und schreiben Sie diese auf durch Form und Farbe hervorgehobene Moderationskarten (z.B. rote, große, ovale Karten). Die Anzahl der Missionen richtet sich danach, wie viele Runden Sie spielen wollen und mit welcher Wahrscheinlichkeit die Mission ausgewählt werden soll.

Anregungen für mögliche Szenarien sind

  • Führen Sie das Projekt mit dem halben Budget durch!
  • Liefern Sie das geforderte Ergebnis in der halben Zeit!
  • Führen Sie das Projekt ohne externen Projektpartner durch!
  • Führen Sie das Projekt ohne Projektmanagementsoftware durch!

Je nach Projektart, Projektgröße, Projektinhalt, strategischer Bedeutung des Projekts oder Projektorganisation werden sehr unterschiedliche Szenarien auf Ihr Projekt zutreffen.

Moderationsmaterial

Stellen Sie neben den Moderationskarten und Arbeitsflächen weitere Moderationsmaterialien zusammen – passend zum Umfang des Workshops. Wenn das Team die Arbeit mit einer Project Canvas kennt, dann können Sie pro Team und pro Runde eine Project Canvas zur Verfügung stellen, die nur mit den Kundenerwartungen des Projekts befüllt ist.

Wenn Sie die Kreativität des Teams besonders fördern wollen, können Sie auch Materialien für Kreativmethoden bereitstellen ("Bastelkram"), aus denen symbolhafte Objekte erstellt werden können.

Praxistipps ...

Ergänzende Methoden

Project Canvas

Definieren Sie im Team die wichtigsten Rahmendaten Ihres Projekts! Alle Stakeholder erhalten mit der Project Canvas den perfekten Überblick über das Projekt.

Workshop

Moderieren Sie Arbeitstreffen, in denen Spezialisten gemeinsam eine anspruchsvolle Aufgabe lösen. Sie sind für den Lösungsprozess verantwortlich, die Teilnehmer für die erarbeiteten Inhalte.

Brainstorming

Sammeln Sie schnell eine große Anzahl an Ideen zu einem Thema! Ob im Team oder allein: Die freie Assoziation fördert ungewöhnliche und neuartige Ideen zu Tage.

Business Case

Machen Sie allen Stakeholdern den Nutzen Ihres Projekts deutlich! Definieren Sie eine zentrale Bezugsgröße, anhand derer Sie alle Entscheidungen in Ihrem Projekt beurteilen können!

Szenariotechnik

Stellen Sie mit Szenarien die möglichen Entwicklungen im Projekt konkret und für alle Beteiligten verständlich dar! Leiten Sie daraus wirksame Handlungsoptionen ab!

Fachartikel zur Methode

Der Project Canvas ist ein leistungsfähiges Kommunikationswerkzeug zur Gewinnung eines gemeinsamen Projektverständnisses. Er zerlegt ein Projekt in seine grundlegenden Bestandteile und skizziert diese in Form eines vorstrukturierten Plakats.

Vorgefasste Denkmuster behindern unsere Fähigkeit zur Problemlösung. Gerade in neuartigen Projekten benötigen wir deshalb "langsames Denken", das Voraussetzung für Design Thinking ist. Prof. Dr.

Nicht nur der einzelne Mitarbeiter, sondern auch das Unternehmen als Ganzes muss mit Rückschlägen und kritischen Wettbewerbsfaktoren umgehen können. Doch wie kann eine Organisation seine Widerstandsfähigkeit erhöhen?

Aufgabengebiete

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