Pyramidales Präsentieren

English
Pyramid Presentation

Beim Pyramidalen Präsentieren wird die Präsentation von der Kernaussage ausgehend aufgebaut. Diese wird Schritt für Schritt durch Teilaussagen konkretisiert und dabei immer weiter detailliert. Die Kernaussage stellt dabei gewissermaßen die Spitze der Pyramide dar, die auf einer sich nach unten verbreiternden Argumentationsbasis steht.

Pyramidales Präsentieren

Pyramidales Präsentieren

English
Pyramid Presentation

Beim Pyramidalen Präsentieren wird die Präsentation von der Kernaussage ausgehend aufgebaut. Diese wird Schritt für Schritt durch Teilaussagen konkretisiert und dabei immer weiter detailliert. Die Kernaussage stellt dabei gewissermaßen die Spitze der Pyramide dar, die auf einer sich nach unten verbreiternden Argumentationsbasis steht.

Pyramidales Präsentieren

Einsatzmöglichkeiten

  • Alle Präsentationen im Projekt
  • Projektberichte
  • Präsentation einer Entscheidungsvorlage, z.B. Änderungsantrag

 

Ergebnisse
  • Durchgängige Argumentationslinie
  • Präsentation
Vorteile
Die Zuhörer können die Kernaussagen der Präsentation gemäß ihrer Priorität unmittelbar erfassen.
Die Präsentation erhält eine leicht nachvollziehbare Struktur und macht dadurch auch komplexe Inhalte nachvollziehbar.
Erspart den Zuhörern das Herausfiltern von Inhalten.
Der Präsentator erkennt schnell inhaltliche Unklarheiten und kann diese bei der Vorbereitung gezielt beheben.
Die Präsentation kann an das Informationsbedürfnis der Zuhörer angepasst werden.
Die Orientierung am roten Faden erleichtert die Vorbereitung und Abstimmung der Präsentation.
Die klare Struktur gibt den Zuhörern Orientierung und vermeidet dadurch unnötige Nachfragen.
Der Präsentator hat ein klares Konzept und kann sich immer schnell in der Präsentation orientieren.
Grenzen, Risiken, Nachteile
Die stark am Ergebnis orientierte Präsentation ist nicht für Lehrveranstaltungen geeignet, welche die Entwicklung der Inhalte nachvollziehbar machen sollen.
Die Methode ist nicht einsetzbar, wenn sich der Inhalt nicht rational vermitteln lässt.
Bei emotionalen Entscheidungssituationen greift die Methode nicht.
Voraussetzungen

Das Thema muss dafür geeignet sein, in einer logischen Struktur aufbereitet zu werden.

Qualifizierung

Es sind keine besonderen Qualifikationen erforderlich.

Benötigte Informationen
  • Gegenstand oder Thema, das präsentiert werden soll
  • Informationen über Ursachen des aktuellen Stands
  • Informationen über Auswirkungen von möglichen Handlungen
  • Mögliche Szenarien (optional)
  • Empfohlene Maßnahmen (optional)
Benötigte Hilfsmittel
  • Papier und Stift
  • Software für Textverarbeitung
  • Software für Präsentation
Herkunft

Die erste Darstellung des Prinzips der Pyramide im geschäftlichen Umfeld wurde von Barbara Minto während ihrer Tätigkeit bei McKinsey & Company in den 1970er Jahren entwickelt und in ihrem Buch The Pyramid Priciple beschrieben (Minto, Barbara: Das Prinzip der Pyramide: Ideen klar, verständlich und erfolgreich kommunizieren. Pearson Studium, 2005).

Durchführung: Schritt für Schritt

Die Pyramidale Präsentation stellt Ergebnisse dar. Diese können Erkenntnisse, Vorschläge oder Maßnahmen sein. Die Präsentation wird dabei vertikal so strukturiert, dass ausgehend vom Wesentlichen die Details dargestellt werden. Die dadurch entstehenden Ebenen werden, wie in Bild 1 schematisch dargestellt, anschließend horizontal nach einer logischen Struktur gegliedert.

Bild 1: Struktur der Pyramidalen Präsentation

Bild 1: Struktur der Pyramidalen Präsentation

Die dadurch entstehende, pyramidenförmige Struktur kann theoretisch bis ins Unendliche fortgesetzt werden. Welche Detailierungstiefe gewählt wird, hängt von der Zielgruppe und dem Format der Präsentation (z.B. Impulsreferat, Entscheidungsvorlage, Abschlussbericht usw.) ab.

Die Struktur wird in Form einer Gliederung dokumentiert. Die Kernaussage steht an der Spitze. Die weiteren Aussagen werden hierarchisch dieser Aussage zugeordnet. Bild 2 zeigt dies an einem einfachen Beispiel eines Infrastrukturprojekts (Erweiterung einer Brücke auf vier Fahrspuren).

Bild 2:  Aufbau einer Pyramidalen Präsentation

Bild 2: Aufbau einer Pyramidalen Präsentation
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Schritt 1: Ermitteln Sie die Kernaussage!

Die Kernaussage bringt den Inhalt der Präsentation auf den Punkt. Sie enthält alle wichtigen Informationen, ohne diese jedoch im Detail zu erläutern. Sie wird als Aussage formuliert und besteht aus einem kurzen, prägnanten Satz, im Beispiel lautet sie: "Eine vierspurige Brücke löst das Verkehrsproblem."

Die Kernaussage wird aus der Kernfrage des oder der Teilnehmer ermittelt. Die Pyramidale Präsentation geht von den Erwartungen der Teilnehmer aus und gibt eine Antwort auf deren Kernfrage. Sie ermitteln die Kernfrage, indem Sie sich in die Lage des Empfängers versetzten und dessen Informationsbedürfnis aufschreiben. Formulieren Sie seine Erwartungen als offene Frage. Bei einer Gruppe von Zuhörern ermitteln Sie die Kernfrage eines jeden einzelnen Teilnehmers oder von Teilnehmergruppen. Arbeiten Sie dann die Kernfrage heraus, durch die sich alle Teilnehmer angesprochen fühlen.

Sollen die Teilnehmer über einen Sachverhalt informiert werden, dann fasst die Kernaussage die Information in einem aussagekräftigen Satz zusammen, dies ist z.B. bei einem Statusbericht über das Projekt der Fall. Sollen dagegen die Teilnehmer nach der Präsentation etwas tun, z.B. eine Entscheidung fällen, dann enthält die Kernaussage einen Appell an die Teilnehmer.

Weitere Beispiele für Kernaussagen

  • Das Projekt wird den vereinbarten Funktionsumfang mit einer Verzögerung von zwei Wochen liefern.
  • Wir empfehlen den Kauf des Baugrundstücks zur Erweiterung der Zentrale.
  • Die Expansion der geschäftlichen Aktivitäten nach Fernost hat keine Erfolgsaussichten.

Schritt 2: Formulieren Sie unterstützende Aussagen!

Jede Kernaussage wird durch weitere Aussagen unterstützt. Diese Teilaussagen werden, falls erforderlich, wieder durch weitere Aussagen unterstützt. Auf diese Weise entsteht eine Pyramide aus Argumenten. Aussagen strukturieren die Kernaussagen und werden genauso wie diese formuliert. Für die nächst tiefer liegende Ebene stellen die unterstützenden Aussagen wiederum die übergeordneten Kernaussagen dar. Die Pyramide kann Top-Down oder Buttom-Up aufgebaut werden.

Der Top-Down–Ansatz

Wenden Sie den Top-Down-Ansatz an, wenn Sie bereits die Kernaussage Ihrer Präsentation haben, diese aber noch konkretisieren und begründen müssen. Bei diesem Vorgehen arbeiten Sie die Aussagen auf jeder Ebene systematisch heraus.

So gehen Sie vor:

  1. Schreiben Sie die Kernaussage an die Spitze.
  2. Formulieren Sie Fragen, die sich aus der Kernaussage ergeben.
  3. Schreiben Sie für jede Frage eine Antwort unter die Kernaussage. Daraus ergeben sich die unterstützenden Aussagen.
  4. Wiederholen Sie dies solange, bis die Aussagen die erforderliche Detailtiefe erreicht haben.

Der Bottom-Up-Ansatz

Gehen Sie buttom-up vor, wenn Sie viele Details haben, diese aber noch nicht zu einer Kernaussage zusammenfassen können.

Schreiben Sie zunächst alle Argumente auf, die Sie vorbringen möchten. Hierfür können Sie z.B. die Methoden Brainstorming oder Mind Mapping verwenden.

Anschließend clustern Sie die Argumente. Dafür gelten folgende Regeln:

  • Inhaltlich zusammengehörende Argumente werden zu einem Cluster zusammengefasst.
  • Cluster mit Aussagen der gleichen Detaillierungstiefe stehen auf einer Ebene.
  • Cluster mit einer größeren Detaillierung stehen auf der darunter liegenden Ebene.

Ziehen Sie eine Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung fasst alle Cluster in einer Kernaussage zusammen. Sie ist die Antwort auf die Frage: Auf welche Aussage lassen sich alle Argumente verdichten? Dies ist die Kernaussage der Präsentation.

Beginnen Sie jetzt wie oben beschrieben top-down die Kernfrage mit einem Frage-Antwort-Dialog zu durchdenken. Damit überprüfen Sie die bereits bottom-up entwickelte Struktur nochmals aus einem hierarchischen Blickwinkel heraus.

Praxistipps ...

Varianten ...

Ergänzende Methoden

Brainstorming

Sammeln Sie schnell eine große Anzahl an Ideen zu einem Thema! Ob im Team oder allein: Die freie Assoziation fördert ungewöhnliche und neuartige Ideen zu Tage.

Mind Mapping

Lassen Sie Ihren Assoziationen freien Lauf und bringen Sie zugleich Ihre Ideen strukturiert aufs Papier! Ob allein oder im Team - Mind Mapping ist die Methode erster Wahl für alle Aufgaben im Projekt.

Workshop

Moderieren Sie Arbeitstreffen, in denen Spezialisten gemeinsam eine anspruchsvolle Aufgabe lösen. Sie sind für den Lösungsprozess verantwortlich, die Teilnehmer für die erarbeiteten Inhalte.

Fachartikel zur Methode

Sie wollen eine Projektidee, den Projektstatus oder ein anderes komplexes Thema präsentieren, Ihnen fehlt aber eine klare Struktur? Weiterhelfen kann Ihnen das "Prinzip der Pyramide. Es ist eine bewährte Technik, um Präsentationen vorzubereiten.

Aufgabengebiete

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Guest

Ich verwende die Grundideen dieses Buches seit vielen Jahren. Es muss keine Managementpräsentation sein, sondern einfach nur eine E-Mail --> also für jeden etwas. Übrigens, meine Ausgabe des Buches ist von 1993 und immer noch hoch aktuell.