Zukunftskonferenz

English
Future Search, Future Search Conference

In einer Zukunftskonferenz (Future Search) kommen 60-80 Menschen unterschiedlicher Interessengruppen zusammen, um miteinander im Konsens eine Lösung für ein Problem oder ein Zukunftsbild für eine Organisation zu entwickeln. Sie erarbeiten dabei konkrete Maßnahmen für die Umsetzung. Die Konferenz ist ein Dialogprozess, der die Aufmerksamkeit bewusst auf Gemeinsamkeiten lenkt. Dieser Prozess kann auch ein gemeinsames Verständnis unter den Teilnehmern herstellen sowie eine Kulturveränderung in der Organisation einleiten.

Zukunftskonferenz

Zukunftskonferenz

English
Future Search, Future Search Conference

In einer Zukunftskonferenz (Future Search) kommen 60-80 Menschen unterschiedlicher Interessengruppen zusammen, um miteinander im Konsens eine Lösung für ein Problem oder ein Zukunftsbild für eine Organisation zu entwickeln. Sie erarbeiten dabei konkrete Maßnahmen für die Umsetzung. Die Konferenz ist ein Dialogprozess, der die Aufmerksamkeit bewusst auf Gemeinsamkeiten lenkt. Dieser Prozess kann auch ein gemeinsames Verständnis unter den Teilnehmern herstellen sowie eine Kulturveränderung in der Organisation einleiten.

Zukunftskonferenz

Einsatzmöglichkeiten

  • Entwicklung einer gemeinsamen Projektidee oder Zielvorstellung mit allen Stakeholdern, insbesondere bei unterschiedlichen Interessen
  • Einbeziehen und aktive Beteiligung von Mitarbeitern in eine Organisationsentwicklung
  • Beteiligung unterschiedlicher gesellschaftlicher Interessengruppen bei der Definition und Planung eines öffentlichen Vorhabens
  • Schnelle Entwicklung einer neuen Strategie aufgrund akuter, weitreichender Veränderungen im Umfeld sowie Definition von Maßnahmen für ihre Umsetzung
  • Lösungssuche für ein komplexes Problem, wenn wenig Zeit zur Verfügung steht.
  • Entwicklung und Förderung von Netzwerken

Die Zukunftskonferenz selbst dauert lediglich zweieinhalb Tage. Der Vorbereitungsaufwand ist jedoch erheblich, da die Konferenz ein zentraler Bestandteil eines Organisationsentwicklungsprozesses ist, der entsprechend gestaltet werden muss. Hinzu kommen die Aufwände für die Veranstaltung und ihre Organisation.

Ergebnisse
  • Vision für die Lösung der Problemstellung
  • Zukunftsvorstellung für die Organisationseinheit
  • Maßnahmenplan zur Umsetzung dieser Vision oder Zukunftsvorstellung
  • Ein gemeinsames Gefühl der Dringlichkeit für deren Umsetzung
  • Verbesserte Unternehmenskultur hinsichtlich Zusammenarbeit und Kommunikation der Mitarbeiter
  • Konferenzdokumentation.
Vorteile
Das strukturierte und für alle transparente Verfahren bewirkt höhere Akzeptanz für die entwickelten Maßnahmen.
Ideen für die Lösung eines komplexen Problems werden in kurzer Zeit entwickelt, da Teilnehmer mit vielen unterschiedlichen Kompetenzen mitwirken.
Die Gegensätze in den Weltbildern der Teilnehmer werden transparent, sodass Lösungen entwickelt werden, die alle akzeptieren können.
Die Teilnehmenden übernehmen die persönliche Verantwortung für die Weiterentwicklung der entwickelten Ideen, da sie in eigenverantwortlichen Gruppen arbeiten.
Die Dynamik der konstanten, großen Gruppe setzt die Energie der Beteiligten für die Lösung eines Problems frei.
Grenzen, Risiken, Nachteile
Wenn die Teilnehmenden keine Verantwortung für die entwickelten Ideen und Maßnahmen übernehmen wollen, verpufft die Wirkung der Zukunftskonferenz.
Wenn weiter ungelöste Interessenskonflikte zwischen unterschiedlichen Interessengruppen bestehen, kann die Umsetzung gefährdet sein.
Voraussetzungen
  • Offenheit bei allen Stakeholdern, dass alle Themen angesprochen werden dürfen.
  • Das Ergebnis darf nicht bereits im Voraus feststehen (keine "Vorgabe" durch die Geschäftsführung).
  • Es steht ausreichend Zeit für die Vorbereitung zur Verfügung.
  • Das gesetzte Thema / Problem muss für alle Teilnehmenden relevant sein.
  • Alle relevanten Stakeholdergruppen müssen teilnehmen, d.h. das ganze System muss im Raum vertreten sein.
  • Alle müssen während der gesamten Konferenz anwesend sein.
Qualifizierung

Ausbildung zur Moderation von Großgruppen. Idealerweise Teilnahme / Hospitation an mindestens einer Zukunftskonferenz.

Die Moderation muss neutral erfolgen, deshalb ist ein externer Moderator / Facilitator sinnvoll. Aufgrund der Gruppengröße ist eine geteilte Moderation mit zwei Personen empfehlenswert.

Als Moderator sollten Sie die folgenden Fähigkeiten besitzen:

  • Begleiten dynamischer Prozesse in Großgruppen
  • In die Fähigkeit der Gruppe vertrauen, dass sie alle Aufgaben bewältigen kann
  • Situationen bewältigen, wenn die Teilnehmer einer Aufgabe ausweichen wollen oder sich in Gegensätze verstricken
  • Präsent sein, ohne dabei sichtbar im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen
Benötigte Informationen
  • Informationen über das zu bearbeitende Thema, das zu lösende Problem
  • Informationen zum Projekt und zur Organisation
  • Wissen und Erfahrungen der Teilnehmenden
Benötigte Hilfsmittel
  • Ungefähr quadratischer Raum mit mindestens 140 m² Arbeitsfläche. Der Raum muss gut ausgeleuchtet sein, die Wände müssen als Arbeitsfläche benutzbar sein (vgl. Bild 3)
  • Ausreichende Bestuhlung für alle Teilnehmenden. (, runde Arbeitstische entsprechend der geplanten Zahl von Gruppen)
  • Papierbahnen an freien Wandflächen, frei aufstellbare Pinnwände (mindestens 10), Flip Charts (mindestens für jede Gruppe eines)
  • Moderationsmaterial (Marker, Karten, Pinn-Nadeln usw.) in für die Teilnehmerzahl ausreichender Menge
  • weitere Materialien für kreatives Arbeiten (z.B. Scheren, Klebstoff, großformatige Papiere, Theaterrequisiten, Bildmaterial für Collagen usw.)
  • Organisationsmaterial für die Konferenz (Namensschilder, Konferenzunterlagen)
Herkunft

Zukunftskonferenzen gehen auf Fred Emery und Eric Trist zurück, die in England am Tavistock Institute die Grundlagen dafür legten. Fred Emery hat später daraus die search conference entwickelt. In den USA haben Ronald Lippitt und Edward Lindaman die Methode futuring eingeführt. Marvin Weisboard führte in den achtziger Jahren die Ideen zusammen und entwickelte daraus die Zukunftskonferenz (Weisbord, Marvin und Jannoff, Sandra: Future Search – Die Zukunftskonferenz. Wie Organisationen zu Zielsetzungen und gemeinsamen Handeln finden, Stuttgart 2001).

Durchführung: Schritt für Schritt

Die folgenden Schritte sind aus der Sicht der Moderation beschrieben (es ist empfehlenswert, dass die Moderation von zwei Personen durchgeführt wird).

Bei der folgenden Beschreibung wird meist die grammatikalisch männliche Form (Moderator, Teilnehmer usw.) verwendet. Es sind dabei aber stets Personen jeden Geschlechts gemeint.

Die Grundidee der Zukunftskonferenz besteht darin, möglichst viele unterschiedliche Interessengruppen an ihrer gemeinsamen Zukunft arbeiten zu lassen. Je mehr Perspektiven in der Konferenz vertreten sind, desto größer ist die Chance, dass die Maßnahmen zur Umsetzung von allen getragen werden. Die Zukunftskonferenz bietet den Teilnehmenden einen Weg, wie sie schrittweise Differenzen integrieren können.

Prinzipien der Zukunftskonferenz

Das ganze offene System in einen Raum bringen

Mit "System" sind alle relevanten Personen gemeint, die gemeinsam an der Zukunft der Organisation arbeiten müssen, damit alle Aspekte berücksichtigt werden. Das Prinzip, diese alle für die Dauer der Konferenz real in einem großen Raum zu haben, unterstützt das Gefühl von Gemeinschaft, erleichtert die Konsensbildung und bewirkt eine hohe Verbindlichkeit bei der Maßnahmenplanung.

Fokus auf die Zukunft statt auf Probleme

Mit diesem Prinzip wird der Blick auf eine erstrebenswerte Zukunft gelenkt, für die es sich lohnt, zu arbeiten. Probleme werden für eine spätere Bearbeitung dokumentiert. Dadurch gewinnen sie in der Konferenz nicht die Oberhand.

Zuerst Gemeinsamkeiten finden, dann Probleme bearbeiten

Mit Gemeinsamkeiten schafft man die Basis, auf der sich Problem besser bearbeiten lassen.

Das ganze offene System untersuchen

Unter dem offenen System werden alle Personen verstanden, die vom Problem betroffen sind. In die Konferenz werden alle Aspekte einbezogen, die für die Zukunft des Systems wichtig sein können. Dieses System wird von den zur Konferenz eingeladenen Personen vertreten.

In selbststeuernden Gruppen arbeiten

Selbststeuernde Gruppen organisieren ihre Arbeit eigenständig ohne Eingreifen der Moderation.

Maßnahmen erst dann planen, wenn Konsens über die gewünschte Zukunft besteht

Dieses Prinzip verhindert, dass Lösungen bereits festgeschrieben werden, bevor eine gemeinsame tragfähige Basis vorhanden ist. So wird auch erreicht, dass zunächst nur mit den Maßnahmen begonnen wird, die von allen getragen werden.

Die Phasen der Zukunftskonferenz

Die Zukunftskonferenz bildet eine gedankliche Reise von der Vergangenheit des Systems in dessen Zukunft. Sie besteht aus den in Bild 1 dargestellten sechs Phasen.

Phasen der Zukunftskonferenz
Bild 1: Phasen der Zukunftskonferenz

Diese Phasen beschreiben einen Lernprozess, der durch die vier Zimmer einer Wohnung veranschaulicht werden kann (Bild 2). Zu Beginn der Konferenz, im ersten Zimmer, haben sich die Teilnehmenden mit dem gegenwärtigen Zustand arrangiert und sind mehr oder weniger zufrieden. Durch den Blick zurück und die Betrachtung der externen Trends werden Probleme deutlich. Um die Zufriedenheit nicht aufgeben zu müssen, sind die Teilnehmenden im zweiten Zimmer versucht, die Probleme zu leugnen. Sie müssen lernen, dieser Versuchung zu widerstehen. Wenn sie diese Phase überwunden haben, entsteht Verwirrung, weil zwar die Probleme sichtbar werden, aber noch keine Lösung dafür gefunden ist. Dies ist das Zimmer der Verwirrung. Durch die Auseinandersetzung mit dieser Situation können neue Ideen entstehen, durch die sie dann in das vierte Zimmer, das Zimmer der Erneuerung gelangen. Jetzt sind sie in der Lage, die Szenarien für die Zukunft zu gestalten.

Organisation der Zukunftskonferenz

Eine Zukunftskonferenz beginnt idealerweise am ersten Tag um 13 Uhr und endet am dritten Tag ebenfalls um 13 Uhr. Dies ermöglicht, dass die Teilnehmer nach zwei Arbeitsphasen eine Nacht Zeit haben, um die erarbeiteten Ergebnisse zu überschlafen. So sind sie mit Ihren Gedanken frei und können besser an den neuen Themen arbeiten.

Die Arbeitsweise in der Konferenz beruht auf der folgenden Rollenaufteilung zwischen Moderation und Teilnehmern:

Aufgaben der Moderation:

  • Geben zeitlichen Ablauf und die Aufgaben vor
  • Moderieren die Plenumsgespräche
  • Achten darauf, dass das Konferenzthema nicht aus den Augen gerät

Aufgaben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

  • Liefern und interpretieren Informationen
  • Arbeiten selbstständig in kleinen Gruppen
  • Entwerfen die Zukunft und planen Maßnahmen.

Arbeitsformen

Für die Arbeit in den Stuhlkreisen gibt es zwei Arbeitsformen:

  • Interessengruppen: Dies sind Personen, die aufgrund ihrer Organisationszugehörigkeit einen etwa gleichen Informationsstand zum Thema haben und ähnliche Interessen vertreten.
  • Gemischte Gruppen: Die Teilnehmer dieser Gruppen sollte im Kleinen etwa die gleiche Mischung aufweisen, wie die gesamte Teilnehmergruppe.

Rollen in der Gruppenarbeit

Für die Arbeit an den Tischen werden folgende Rollen für die Selbststeuerung der Gruppe verteilt:

  • Moderator: Er leitet die Diskussion am Tisch. Er hat die Gesprächssteuerung. D.h. er ist dafür verantwortlich, dass alle Teilnehmer in die Diskussion einbezogen, keine Wortbeiträge verloren gehen und alle Punkte der Aufgabenstellung angesprochen werden.
  • Schreiber: Er visualisiert die wichtigen Aussagen und Ergebnisse auf dem Flip-Chart. Er ist dafür verantwortlich, dass alle wesentlichen Beiträge festgehalten werden und die Ergebnisse der Gruppenarbeit so aufbereitet sind, dass sie im Plenum präsentiert werden können.
  • Zeitnehmer: Er achtet darauf, dass die vorgegebenen Zeiten eingehalten werden. Dies ist deshalb wichtig, weil in Zukunftskonferenzen die einzelnen Arbeitsschritte stark koordiniert werden müssen, was durch eine sehr strenge Zeittaktung erreicht wird.
  • Präsentator: Er hat die Aufgabe, die erarbeiteten Ergebnisse im Plenum vorzustellen.

Regeln der Zusammenarbeit

Für die Durchführung der Veranstaltung gelten die folgenden Grundregeln:

  • Wir geben allen Ideen und Vorstellungen einen Raum.
  • Alles wird auf Flipcharts geschrieben.
  • Wir hören einander zu.
  • Wir halten uns an den Zeitplan.
  • Wir suchen nach Gemeinsamkeiten und Möglichkeiten des gemeinsamen Handelns, anstatt uns in Problemen und Konflikten zu verheddern.

Ablauf der Zukunftskonferenz

Tabelle 1 gibt den Ablauf einer typischen Zukunftskonferenz wieder. Insbesondere sind dort für die einzelnen Schritte die jeweilige Arbeitsform und die Dauern angegeben. Die angegebenen Zeiten sind Richtwerte, die bei der jeweiligen konkreten Planung der Zukunftskonferenz angepasst werden müssen.

Tabelle 1: Ablaufplanung einer typischen Zukunftskonferenz mit Richtwerten für die Dauern

Phase

Teilschritte

Arbeitsform

Arbeitsmaterial

Dauer in Minuten

Tag 1 (Beginn ca. 13:00)

Ankommen der Teilnehmer

 

 

 

 

Begrüßen der Teilnehmer und Eröffnung der Zukunftskonferenz

 

Gemischte Gruppen

Informationsplakate

45

Blick zurück

Erstellen der Zeitlinien

Einzelarbeit /(Interessengruppen) Gemischte Gruppen

Arbeitsblatt1

45

 

Interpretation der Zeitlinien

Themengruppen

Arbeitsblatt 2

60

Blick auf die Gegenwart: externe Trends

Untersuchung des Umfeldes

Plenum vor der Mindmap

Arbeitsblatt 3

60

 

Bewertung der Trends

Plenum vor der Mindmap

 

30

 

Sichtbarmachen der Schwerpunkte

Moderation im Plenum vor der Mindmap

 

30

Tag 2

 

Aufgreifen der Schwerpunkte

Plenum vor der Mindmap

 

60

 

Zusammenhänge zwischen den Trends

Interessengruppen

Arbeitsblatt 4

60

 

Vorstellen der Ergebnisse

Plenum

 

60

 

Blick auf die Gegenwart: zu unserem Handeln stehen

 

Interessengruppen

Arbeitsblatt 5

60

Mittagspause

60

Idealszenarien der Zukunft

Entwicklung der Idealszenarien

Gemischte Gruppen

Arbeitsblatt 6

120

 

Präsentation der Szenarien

Plenum

 

90

Gemeinsame Ziele herausarbeiten

Ableiten von Themen aus den Szenarien

Gemischte Gruppen

Arbeitsblatt 7

30

 

Konsensfindung

Gemischte Gruppen

Arbeitsblatt 8

Offenes Ende

Tag 3

 

Herausarbeiten der gemeinsamen Ziele

Plenum

 

 

Maßnahmenplanung

Individuelle Planung

Einzelarbeit

Arbeitsblatt 9

10

 

Planung in den Interessengruppen

Interessengruppen

Arbeitsblatt 10

120

 

Planung in den Projektgruppen

Gemischte Gruppen

 

90

Abschluss der Zukunftskonferenz

 

Plenum

 

30

Beispiel: Krisenfeste Projektorganisation nach Corona-Krise

Die folgenden Schritte werden am Beispiel einer Zukunftskonferenz beschrieben, welche der Leiter des PMO eines großen Unternehmens initiiert hat. Ausgangslage ist die Corona-Krise, welche die Arbeitsweise in den Projekten völlig verändert hat. Weder die Projekte noch das PMO waren darauf vorbereitetet. Der Leiter des PMO möchte mit allen Beteiligten Ideen für die Gestaltung einer krisenfesten Projektorganisation entwickeln.

Schritt 1: Entwickeln Sie das Thema der Konferenz!

Wenn eine Zukunftskonferenz durchgeführt werden soll, haben Auftraggeber und Vorbereitungsgruppe eine vage Vorstellung davon, was damit erreicht werden soll. Mit den folgenden Fragen können Sie den Verantwortlichen helfen, das Thema zu konkretisieren.

  1. Was genau ist das Problem?
  2. Woran zeigt sich das Problem?
  3. Welche Interessengruppen sind betroffen?
  4. Auf welche Frage soll die Zukunftskonferenz eine Antwort geben?
  5. Durch welche aussagekräftigen Titel wird die Zukunftskonferenz beschrieben?

Beispiel: Krisenfeste Projektmanagementorganisation nach Corona-Krise

Problembeschreibung: In der Corona-Krise konnten die bestehenden Arbeitsstrukturen in Projekten nicht aufrechterhalten werden. Dies gilt zum Teil jetzt noch und kann jederzeit wieder in vollem Umfang der Fall sein.

Problemanzeichen: Innerhalb kurzer Zeit wurde das Arbeiten in Büroräumen nicht mehr oder nur unter großem Aufwand möglich. Reisen zu anderen Organisationseinheiten oder Kunden sind nicht oder nur unter großem Aufwand möglich. Teamarbeit kann nur virtuell durchgeführt werden.

Interessengruppen: Projektleiter, Projektmitarbeiter, Kunden, Supportdienste der Organisation, IT-Abteilung, Betriebsrat,

Fragestellung: Wie können wir unsere Projektarbeit so organisieren, dass sie von einer großen Zahl vorhersehbarer Krisen nicht betroffen, sie attraktiv für Mitarbeiter ist und motiviertes Arbeiten ermöglicht?

Titel der Zukunftskonferenz: Wir gestalten eine krisenfeste, attraktive und motivierende Projektorganisation!

Schritt 2: Bereiten Sie die Zukunftskonferenz vor!

Teilschritt 1: Organisation der Konferenz

Bereiten Sie mit dem Organisationsteam die Zukunftskonferenz vor. Eine Zukunftskonferenz steht immer im Umfeld eines Organisationsentwicklungsprozesses. Sie ist dementsprechend auf diesen auszurichten, insbesondere durch die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Neben dieser Methodenbeschreibung können Sie bei der Vorbereitung auch die Methodenbeschreibungen Workshop und Moderation von Arbeitsgruppen unterstützen.

Bereiten Sie auch die Dokumentation der Zukunftskonferenz geeignet vor (vgl. Schritt 11). Ggf. kann ein Mitglied des Organisationsteam Fotos während der Zukunftskonferenz machen, um typische Situationen der Zukunftskonferenz festzuhalten.

Vor Ankunft an der Tagungsstätte sind die folgenden vorbereitenden Arbeiten durchzuführen:

  • Reservierung der Tagungsstätte
  • Absprache mit der Verwaltung der Tagungsstätte über die Organisation (Übernachtung, Essen, Freizeitaktivitäten)
  • Beschaffung aller benötigten Materialien
  • Erstellen einer Arbeitsmappe, welche die Arbeitsblätter für die Durchführung der Arbeitsschritte enthält

Einladung der Teilnehmenden – Beispiel eines Einladungstextes

Die Gestaltung der Einladung ist besonders wichtig, um die Teilnehmenden bereits im Vorfeld auf den Charakter der Zukunftskonferenz einzustimmen. Das folgende Beispiel soll Sie anregen, eine eigene, individuelle und auf Ihre Situation abgestimmte Einladung zu verfassen.

Anrede <Name>,

Wir laden Sie herzlich zur Zukunftskonferenz „Eine krisenfeste, attraktive und motivierende Projektorganisation gestalten“ ein. Sie findet am <Datum, Uhrzeit, Ort> statt. Sie wurden von uns, dem Planungsteam, ausgewählt, weil wir glauben, dass Sie durch Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Zukunftsszenarios leisten können.

Sie werden gemeinsam mit weiteren 59 Teilnehmern am <Datum, Uhrzeit> an der Anmeldung zusammenkommen und gemeinsam einen Mittagsimbiss einnehmen. Die darauffolgenden zweieinhalb Tage werden wir gemeinsam in unterschiedlichen Gruppen daran arbeiten, eine gemeinsame Vorstellung zur Zukunft unserer Organisation zu entwickeln. Die Konferenz endet mit einem gemeinsamen Mittagessen am <Datum, Uhrzeit>.

Der Grundgedanke einer Zukunftskonferenz ist, dass die Zukunft nicht von alleine entsteht, sondern von allen Beteiligten aktiv gestaltet werden muss. Im Laufe der Konferenz werden Sie zusammen ein Bild von der Zukunft ihrer Organisation entwickeln und erste Schritte festlegen, wie diese erreicht werden kann.

Wir werden in Kleingruppen und im Plenum Informationen zusammentragen, sie analysieren und daraus Schlussfolgerungen ziehen. Gegen Ende der Konferenz werden Vertreter der im folgenden aufgelisteten Interessengruppen die erarbeiteten Ergebnisse in ihre Planung für die nächsten <5> Jahre einfließen lassen.

An der Konferenz werden die folgenden Interessengruppen teilnehmen:

Projektleiter, Projektmitarbeiter, Stakeholder, Supportdienste der Organisation, IT-Abteilung, Betriebsrat.

Die Konferenz wird von zwei Moderatoren begleitet, die Experten in der Gestaltung von Arbeitsprozessen mit Gruppen sind und schon viele dieser Konferenzen geleitet haben. Die Rolle der Moderatoren bei der Konferenz ist, Sie bei der Bewältigung der Aufgaben zu unterstützen. Ihre Aufgabe bei der Konferenz ist es, Zeit und Energie in die Bearbeitung des Themas zu investieren.

In dieser Konferenz können wir uns die Zeit nehmen, eine Antwort auf die an unser Projekt gestellten Herausforderungen zu entwickeln. Nutzen wir diese Chance! Nehmen wir unsere Zukunft in die Hand!

Ihr Organisationsteam

Gestalten Sie das Einladungsschreiben persönlich, z.B. indem alle Mitglieder des Organisationsteams unterschreiben.

Teilschritt 2: Vorbereiten des Tagungsraums

Richten Sie mit dem Organisationsteam am Tagungsort den Tagungsraum ein. Bild 3 zeigt schematisch eine mögliche Raumaufteilung und Anordnung der Elemente. Die Zahlen in den eckigen Klammern verweisen auf die Zahlenangaben am Ende der Textfelder.

  • Befestigen Sie an den Wänden drei Papierbahnen, die je sieben Meter lang und 80 cm hoch sind (für die Zeitlinien-Poster). [1]
  • Stellen Sie mindestens 10 Pinnwände an einer anderen Wand auf (für die Aufnahme der Mindmap). [2]
  • Stellen Sie im Raum 8 Stuhlkreise mit jeweils 8 Stühlen auf (passen Sie die Zahlen der tatsächlichen Teilnehmerzahl an). In der Mitte der Kreise legen Sie jeweils die Nummer des Stuhlkreises und eine Schachtel mit Moderationsmaterial. [3]
  • Stellen Sie an eine Wand jeweils einen Flip-Chart für jeden Stuhlkreis. [4
  • Legen Sie auf einem Tisch die Arbeitsmaterialien für die Gruppen bereit. [5]
  • Hängen Sie die Plakate mit den Regeln der Zukunftskonferenz sichtbar im Raum auf. [6]
  • Richten Sie eine Arbeitsecke für die Moderatoren ein. [7]
  • Bauen Sie einen Tisch für die Anmeldung auf. [8]
  • Stellen Sie einen Tisch für Getränke und Snacks auf. [9]
Exemplarischer Aufbauplan für den Tagungsraum
Bild 3: Exemplarischer Aufbauplan für den Tagungsraum

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