Selektiv, hybrid, bimodal?

Agil-klassische Mischformen – neue Chancen und Herausforderungen für PMOs und Unternehmen

Teil 2: Was bedeutet das für PMOs?
Das Thema "Agile Transformation" ist hochrelevant und liegt in der Zuständigkeit des Project Management Office – darüber sind sich PMO-Vertreter weitgehend einig. Die wenigsten davon sehen sich jedoch für die organisatorischen und inhaltlichen Herausforderungen gut gerüstet. Prof. Dr. Ayelt Komus zeigt in diesem zweiten und abschließenden Teil, wo PMO-Verantwortliche ansetzen können, um die grundlegende Ausrichtung ihres PMOs bezogen auf die agile Transformation zu hinterfragen, eine Vision zu entwickeln und Maßnahmen für eine Neupositionierung abzuleiten.

Für Unternehmen reicht es in einer digitalen Welt nicht mehr aus, hohe Qualität zu liefern und herausfordernde Aufgaben auf Basis einer detaillierten Vorgabe zu bewältigen. Um zu überleben, braucht es Geschwindigkeit, Kreativität, praxisnahe Konzepte, Nutzenorientierung, schnelle Lieferung von Inkrementen und die Bewältigung höchster Vernetzung. Diese Ziele sind mit klassischen Projektmanagement-Methoden schwer oder gar nicht zu bewältigen.

Agile Methoden bieten eine weitreichende Chance, zur Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beizutragen. Eine agile Organisation und eine Kultur zu schaffen, die kontinuierliche Innovation und Experimente zum Regelfall macht, wird daher zur strategischen Maxime. Der erste Teil dieses Beitrags zeigte, welche Lösungen Unternehmen gefunden haben, um agile Methoden in unterschiedlicher Form mit den vorhandenen traditionellen Projektmanagement-Vorgehensweisen zu kombinieren.

Dieser zweite und abschließende Teil behandelt die Frage, vor welchen Herausforderungen PMOs durch die neuen Mischformen stehen und wie sie diese als Chance für eine Neupositionierung nutzen können. Gelingt es ihnen nicht, sich der strategisch wichtigen Themen anzunehmen, werden dies andere Bereiche tun, wie die Organisationsentwicklung, Digitalisierungsinitiativen oder Mitglieder der Unternehmensleitung. Dem PMO droht dann die Marginalisierung zu einem reinen Administrativbereich.

Füllt das PMO die neue Rolle jedoch erfolgreich aus, kann es mit großem Hebel die strategische Entwicklung des Unternehmens prägen. Das bedeutet gleichzeitig eine wesentliche Aufwertung der Rolle des PMOs.


PM Welt 2018: Die Zukunft im Blick Erleben Sie den Vortrag "ÖKOSYSTEM PROJEKT – WIE GUT IST DER NÄHRBODEN FÜR IHREN PROJEKTERFOLG?" von Prof. Dr. Ayelt Komus auf der PM Welt am 13. März 2018 in München.

PMOs fühlen sich für neue Herausforderungen schlecht gerüstet

Eine Ad-Hoc-Umfrage unter fast 50 PMO-Vertretern im Oktober 2016 zeigte folgendes Bild: Die PMO-Vertreter sehen die nutzbringende Einbindung agiler Methoden mit deutlicher Mehrheit als wichtiges Zukunftsthema. Die meisten PMO-Vertreter sehen das PMO weiterhin in der Rolle des entscheidenden Treibers für die erfolgreiche Einbindung agiler Methoden. Zugleich sehen sie das PMO aber auch nicht gut aufgestellt für diese Aufgabe. (Komus, A.; Agil? Machen wir jetzt auch; 2016)

Woher kommt die pessimistische Eigeneinschätzung?

Diese äußerst pessimistische Eigeneinschätzung – das Thema "Agil" ist hochrelevant, es liegt in der Zuständigkeit des PMOs, dieses ist jedoch nicht in der Lage zu liefern – hat sicher viele Ursachen. Auf Basis von Praxiserfahrungen und den Ergebnissen der Studie "agiles PMO" (Komus, A.; Agiles PMO; 2016) sind einige besonders hervorzuheben.

Das PMO ist

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