Lean bauen – agil planen

Agile Design Management – Bauplanung mit Scrum

Das Zusammenwirken zahlreicher Fachplaner im komplexen Bauplanungsprozess kann durch das traditionelle Vorgehen nach dem Wasserfallmodell nicht mehr angemessen gemanagt werden. Flexibilität in interdisziplinären Planungsteams kann nur durch Agilität erzielt werden. Dr. Selim Tugra Demir und Patrick Theis stellen das Agile Design Management (ADM) vor, bei dem Scrum auf die Planungsphase von Bauprojekten angewendet wird. ADM ist ein hybrider Multi-Scrum-Ansatz, mit dem auch große, unterschiedlich arbeitende Planungsteams effizient koordiniert werden können. So werden Fehlplanungen reduziert, Konflikte zwischen den Beteiligten vermieden und die Zufriedenheit des Bauherrn steigt.
Lean bauen – agil planen

Agile Design Management – Bauplanung mit Scrum

Das Zusammenwirken zahlreicher Fachplaner im komplexen Bauplanungsprozess kann durch das traditionelle Vorgehen nach dem Wasserfallmodell nicht mehr angemessen gemanagt werden. Flexibilität in interdisziplinären Planungsteams kann nur durch Agilität erzielt werden. Dr. Selim Tugra Demir und Patrick Theis stellen das Agile Design Management (ADM) vor, bei dem Scrum auf die Planungsphase von Bauprojekten angewendet wird. ADM ist ein hybrider Multi-Scrum-Ansatz, mit dem auch große, unterschiedlich arbeitende Planungsteams effizient koordiniert werden können. So werden Fehlplanungen reduziert, Konflikte zwischen den Beteiligten vermieden und die Zufriedenheit des Bauherrn steigt.

Vor über 15 Jahren begann Drees & Sommer, ein international tätiges Beratungsunternehmen der Bau- und Immobilienbranche (s. Infokasten), Lean Management aus der Automobilproduktion in die Ausführungsphase von Bauprojekten zu übertragen. Mittlerweile wurden mehr als 200 Projekte erfolgreich mit dem so entstandenen "Lean Site Management" umgesetzt. In erster Linie waren dies Hochbauprojekte, aber auch Industriebauten und Bauwerke mit speziellen Anforderungen, wie z.B. Labore. Das Ergebnis: Der Ablauf der Bauausführung ist bis ins kleinste Detail und auf den Tag geplant. Dadurch können Arbeitsprozesse deutlich beschleunigt und Kosten um bis zu 30% gegenüber dem traditionellen Vorgehen gesenkt werden.

Auf das Management der Bauplanung lässt sich dieses auf Störungsfreiheit und Stabilität ausgerichtete Vorgehen jedoch nicht übertragen, da der Planungsprozess Kreativität und hohe Flexibilität hinsichtlich Änderungen erfordert. Mit dem Agile Design Management präsentieren wir eine praxiserprobte Vorgehensweise, um Agilität in der Bauplanung zu realisieren.

Drees & Sommer

Das partnergeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Stuttgart begleitet private und öffentliche Bauherren sowie Investoren bei allen Fragen rund um die Immobilie wie Infrastrukturberatung, Projektmanagement, Immobilienberatung und Engineering. Drees & Sommer ist an insgesamt 40 internationalen Standorten und Repräsentanzen vertreten. Das 1970 von Gerhard Drees und Hans Sommer gegründete Unternehmen entwickelte sich innerhalb von 45 Jahren von der dreiköpfigen "Garagenfirma" zu einem internationalen Unternehmen mit rund 2.150 Mitarbeitern. Innovation und "anders Denken" sind bis heute zentrale Werte. Die Unternehmenskultur ist geprägt von unternehmerischem und kundenorientiertem Handeln seiner Mitarbeiter bei gleichzeitig größtmöglicher Entscheidungsfreiheit.

Design Management – das Planen des Planens

Bauprojektmanagement ist zum einen sehr stark von traditionellen Vorgehensweisen und zum anderen von zahlreichen Gesetzen und Verordnungen geprägt. Dementsprechend ist auch der gesamte Planungsprozess sehr stark strukturiert, z.B. in klar abgegrenzte Phasen durch die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Weiterhin muss klar differenziert werden zwischen den unterschiedlichen Plänen und ihren Inhalten. So versteht man unter einem "Plan" im Bauwesen in erster Linie einen Objektplan, d.h. einen Plan des zu erstellenden Gebäudes. Die Erstellung dieser Pläne, d.h. die Bauplanung, beansprucht einen großen, unter Umständen sogar den größten Teil der Projektdauer. Auch die Ablaufplanung des gesamten Projekts ist dementsprechend vielschichtig und umfasst weitaus mehr als nur die Terminplanung der Bauausführung, d.h. der tatsächlichen Erstellung des Bauwerks. So sind bereits bei der Erstellung der Baupläne zahlreiche Beteiligte in einem komplexen Ablauf zu koordinieren. Für die dadurch erforderliche, übergreifende Projektsteuerung wird im Bauwesen der Begriff "Design Management" verwendet.

Traditionelles Design Management stößt an seine Grenzen

Das bisherige Design Management ist ein linearer Prozess, der strikt zwischen Bauplanung und Ausführung trennt. Der Architekt entwickelt eine Raumstruktur, der Tragwerksplaner sorgt für die Standsicherheit, die zahlreichen Fachplaner integrieren die notwendige technische Infrastruktur (Technische Gebäudeausrüstung = TGA). Dies alles erfolgt in vielen einzelnen Planungsschritten. Auf Grundlage der Bauplanung erstellt der Architekt das Leistungsverzeichnis und schreibt die zu erbringenden Bauleistungen aus. Im durch Gesetze und Verordnungen streng geregelten Ausschreibungsverfahren geben dann die Baufirmen ihre Angebote ab und werden im Vergabeprozess beauftragt, genau spezifizierte Leistungen zu erbringen. Die einzelnen Schritte in diesem linearen Prozess untergliedern sich in folgende Phasen:

  • Vor- und Entwurfsplanung
  • Genehmigungsplanung
  • Ausführungsplanung
  • Ausschreibung und Vergabe

Die daran anschließende bauliche Ausführung ist strikt von ihrer Planung abgetrennt, sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich ihres Ablaufs. Bei öffentlichen Bauprojekten ist es sogar verboten, dass Architekten und Fachplaner mit ausführenden Firmen vor der Vergabe Kontakt aufnehmen. Damit kann aber auch das Fachwissen dieser Firmen nicht zum eigentlich richtigen Zeitpunkt in die Planung integriert werden.

Das vorherrschende Wasserfallmodell führt zu gravierenden Planungsfehlern

Die Abläufe in diesen Phasen der Bauplanung werden traditionell sowohl übergeordnet als auch im Detail streng nacheinander ohne Möglichkeit der Rückkopplung zwischen den verschiedenen Planungsaufgaben geplant. Traditionelles Design Management folgt somit dem herkömmlichen Wasserfallmodell, das keine Iterationen vorsieht. Die Konsequenz daraus ist, dass die Planungsphase von Bauprojekten immer noch geprägt ist durch:

  • einen sehr anspruchsvollen Terminplan für die Objektplanung, der in Form eines umfangreichen und unübersichtlichen Balkenplans in einem Planungstool vorliegt
  • dem Fehlen eines einheitlichen Verständnis der beteiligten Fachplaner darüber, in welcher Reihenfolge die Aufgaben durchzuführen sind und wie sie untereinander zusammenhängen
  • unzureichendes Commitment der Fachplaner für das Gesamtprojekt und unzureichende Koordination der Planungsdisziplinen.
  • daraus resultierende Verspätungen der von den verschiedenen Fachplanern zu liefernden Planstände und Blockaden des Informationsflusses
    (Durch die starken Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Gewerken entstehen Kettenreaktionen, so dass bereits eine kleine Störung bei einer Fachplanung den gesamten…

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