Agieren statt reagieren

"Entschleunigung" – Zeit nehmen für überlegte Entscheidungen

Prozesse in unserem Wirtschaftssystem laufen zunehmend schneller ab und führen zu immer häufigeren und abrupteren Veränderungen. Auch bei Projekten zeigt sich dieser Trend: Immer öfter werden Meetings verschoben, ungeplante Zusatzaufgaben dazwischen gedrängt, Projektmitarbeiter ausgewechselt oder Projektziele fort- bzw. umgeschrieben. Bei dieser Veränderungsflut werden entscheidende Veränderungen im Projekt oft nicht mehr wahrgenommen oder notwendige Änderungen nicht mehr umgesetzt, so dass das Projekt in eine Schieflage gerät. Norbert Lange beschreibt, wie Sie das verhindern können, indem Sie durch "Entschleunigung" Ihr inneres Tempo reduzieren. Dies ermöglicht eine erweiterte Wahrnehmung und erleichtert es, stimmige und tragfähige Entscheidungen zu finden.

Die Geschwindigkeit, mit der Prozesse in unserem Wirtschaftssystem ablaufen, nimmt stetig zu. Auch Veränderungen innerhalb dieser Prozesse treten immer häufiger, abrupter und mit immer tiefgreifenderen Folgen auf. Das zeigen u.a. die Beispiele Conti/Schaeffler, VW/Porsche, GM/Opel/Magna. In Projekten ist dieser Effekt daran zu erkennen, wie häufig und in welcher Art und Weise Meetings verschoben, ungeplante Zusatzaufgaben dazwischen gedrängt, Projektmitarbeiter ausgewechselt oder Projektziele fort- bzw. umgeschrieben werden.

Diese steigende Flut von Veränderungen bringt Gefahren mit sich. Um leichter beschreiben zu können, worin diese Gefahren liegen und wie man ihnen begegnen kann, möchte ich zunächst einige Begriffe erläutern, die ich nachfolgend verwende.

Jede Veränderung, die in einem Projekt wirksam wird, "beschleunigt" das Projekt. Wird diese Beschleunigung zu hoch, können die am Projekt beteiligten Personen entscheidende Veränderungen und ihre Konsequenzen nicht mehr richtig wahrnehmen: Das Projekt gerät in einen Zustand der "Über-Schleunigung", d.h. in einen Zustand des Wahrnehmungsdefizits. Weil in diesem Zustand auch Gefahren, denen das Projekt ausgesetzt ist, nicht mehr wahrgenommen werden, fühlen sich die Mitarbeiter gut in dieser Situation. Scheitert das Projekt letztendlich, sind alle überrascht und können sich das nicht erklären.

Auch der gegenteilige Effekt ist möglich: Kann das Projekt auf Veränderungen nicht schnell genug reagieren, entsteht ein Handlungsdefizit: Alle Projektbeteiligten sind sich zwar bewusst, dass es Probleme gibt und Veränderungen notwendig sind. Sie sind jedoch nicht in der Lage, diese Veränderungen zu vollziehen, da sie keinen Ausweg finden - oder gar nicht mehr danach suchen. Das Projekt gerät so in eine "Unter-Schleunigung". Scheitert das Projekt schließlich, haben es zwar alle gewusst, die Erklärungen gehen jedoch in verschiedene Richtungen.

Ziel dieses Beitrags ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, solchen Über- und Unterschleunigungen und den damit verbundenen Gefahren durch Methoden der "Entschleunigung" zu begegnen.

Notlagen im Projekt durch "Entschleunigung" verhindern

Notlagen im Projekt sind für mich einerseits sachliche Ereignisse, die dazu führen, dass ein Projekt deutlich hinter den Ergebnis-Erwartungen zurückbleibt, und

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