Damit die Firmenehe gelingt

Erfolgreiche Post Merger Integration in fünf Schritten

Viele Unternehmen knüpfen an Fusionen und Übernahmen große Erwartungen: Kundenzuwachs, Synergien, Gewinnsteigerungen. Oft werden diese Ziele aber nicht erreicht, weil die Post Merger Integration (PMI) – der notwendige Veränderungsprozess in den fusionierenden Unternehmen – unterschätzt oder falsch angegangen wird. Aber worauf muss man achten, um ein PMI-Projekt erfolgreich durchzuführen? Barbara Brecht-Hadraschek recherchierte Erfolgsfaktoren und befragte Integrationsmanager großer Firmen nach ihren Erfahrungen und Strategien. Die Erkenntnisse und Empfehlungen hat sie in diesem Beitrag zusammengestellt.

Große Erwartungen werden an Merger&Aquisitions-Projekte geknüpft - und doch sind die Ergebnisse oft enttäuschend. Mehr als die Hälfte dieser Projekte scheitert oder gilt als Misserfolg, das belegen unterschiedliche Studien. Der Beschluss zu fusionieren, bedeutet noch lange nicht, dass diese Fusion auch tatsächlich erfolgreich umgesetzt wird. Die Post Merger Integration (PMI), also der notwendige Veränderungsprozess in den fusionierenden Unternehmen, beginnt erst nach der juristischen Verschmelzung - und damit beginnt auch die eigentliche Arbeit. Im Folgenden erfahren Sie, welche Herausforderungen PMI-Projekte mit sich bringen und welche Kernaufgaben man angehen muss, damit die Firmenehe gelingen kann und eine glückliche Zukunft hat.

1+1 = 1,5?

Unternehmen verfolgen mit M&A-Aktivitäten vielfältige Ziele: Erschließung neuer Märkte, Kundengewinnung, Synergien, Nutzung von Größenvorteilen, Produkt- und Kompetenzerweiterungen, Sicherung von Bestandsmärkten oder die Ausschaltung von Konkurrenten. Doch über die Hälfte aller Fusionen scheitert. Außerdem zeigt eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney aus dem Jahr 2008, dass das Wachstum von fusionierten Unternehmen sich um durchschnittlich 6% im Vergleich zu der Zeit vor der Fusion verlangsamt.

"Wer nur nach Kostensenkungspotenzialen und Synergie-Effekten sucht, wird kein profitables Wachstum finden", erläutert Dr. Robert Kremlicka, Partner und Geschäftsführer bei A.T. Kearney Österreich. Die Unternehmensberater von A.T. Kearney bemängeln, dass andere wichtige Faktoren für die Fusion außer Acht gelassen werden. Der einseitige Blick auf die interne Kostenreduktion führt zum Beispiel dazu, dass der Vertrieb und die Kundenkommunikation - unerlässliche Voraussetzungen für nachhaltiges Umsatzwachstum - vernachlässigt werden. Viele Unternehmen informieren sich nicht ausreichend über den Übernahme- oder Fusionskandidaten. Das führt zu unrealistischen Erwartungen an die Fusionsergebnisse und Synergien - im Nachhinein ein sicheres Zeichen dafür, dass es in Bezug auf das übernommene Unternehmen keine klare Strategie gab.

Oft sind die relevanten Zahlen und Informationen zwar bekannt, werden aber ignoriert. Beispielsweise verkennen manche Unternehmen, wie unterschiedlich die Unternehmenskulturen und Führungsstile in den beiden Firmen sind. Viele Unternehmen unterschätzen auch den Zeitrahmen und die Herausforderungen der Integration nach dem Abschluss. Sie setzen den Fokus auf die Phase vor der Vertragsunterzeichnung - doch die eigentliche Arbeit beginnt erst danach.

Consensa-Expertenforum:

Post Merger Integration in der KriseAm 12. und 13. Februar 2009 lud die die Consensa Projektberatung in Hamburg zu einem Expertenforum ein. Das Thema: "M&A in der Finanzkrise - Integrationsprojekte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten meistern." Gekommen waren gut 30 Integrationsexperten und -praktiker, die am Elbeufer über die Brisanz der Wirtschaftskrise und ihre Folgen auf Mergerprojekte
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