Konflikte zwischen Projektparteien - mit Mediation aus der Krise

Viele Streitigkeiten zwischen Projektparteien entstehen durch unerfüllte Erwartungen und mangelnde Kommunikation. So kommt es zu Missverständnissen und die Zusammenarbeit wird von beiden Seiten als unbefriedend empfunden. Eskaliert der Streit, endet er häufig vor Gericht. Eine alternative Methode der Konfliktlösung ist die Mediation. Anstatt die Konfrontation fortzusetzen, erarbeiten die Konfliktparteien Möglichkeiten der Kooperation. Christine Schmidt beschreibt in Ihrem Artikel die Vorteile der Mediation und erläutert anhand eines Beispiels den Verlauf dieses Verfahrens.

 

Konflikte zwischen Projektparteien - mit Mediation aus der Krise

Viele Streitigkeiten zwischen Projektparteien entstehen durch unerfüllte Erwartungen und mangelnde Kommunikation. So kommt es zu Missverständnissen und die Zusammenarbeit wird von beiden Seiten als unbefriedend empfunden. Eskaliert der Streit, endet er häufig vor Gericht. Eine alternative Methode der Konfliktlösung ist die Mediation. Anstatt die Konfrontation fortzusetzen, erarbeiten die Konfliktparteien Möglichkeiten der Kooperation. Christine Schmidt beschreibt in Ihrem Artikel die Vorteile der Mediation und erläutert anhand eines Beispiels den Verlauf dieses Verfahrens.

 

Ein fortgeschrittenes DV-Projekt kommt zunehmend ins Stocken, die Termine sind gefährdet. Der Auftraggeber ärgert sich über nicht abgeschlossene Teilergebnisse und der Auftragnehmer klagt über mangelnde Zusammenarbeit. Die Kommunikation wird immer schwieriger. Frust und Wut entstehen, Vorwürfe und Schuldzuweisungen werden laut. Die Situation spitzt sich zu, Rechtsanwälte werden eingeschaltet und im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen nur noch Vertragsverletzungen und Schadensersatzansprüche. Am Ende treffen sich beide Seiten vor Gericht wieder und das Projekt ist gescheitert. Soweit muss es nicht kommen!

Konflikte in Projekten

Projekte haben einen hohen Kommunikationsbedarf. Der Austausch im Team, die Abstimmung mit den Schnittstellen und die regelmäßige Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer sind für den Projekterfolg von großer Bedeutung. Dies gilt besonders für Softwareprojekte, weil sich hier die Anforderungen oft ändern und häufig Nachbesserungen notwendig sind. Eine gute Kommunikation zwischen den Projektparteien ist deshalb unerlässlich. Ist diese nicht gegeben, kommt es schnell zu Missverständnissen und die Zusammenarbeit wird von den Beteiligten als unbefriedigend empfunden. So können ernsthafte Konflikte entstehen, die - wie eingangs beschrieben - häufig vor Gericht enden.

Die Mediation

Für festgefahrene Streitigkeiten und verhärtete Fronten im Projektgeschäft gibt es neben der juristischen Auseinandersetzung jedoch noch einen alternativen Weg aus der Krise: Die Mediation. Das ist ein Konfliktlösungsverfahren, bei dem die Konfliktparteien eigenverantwortlich eine Lösung erarbeiten, die beide Seiten zufrieden stellt. Unterstützt werden sie dabei von einem neutralen Dritten, dem Mediator.

Das Besondere an der Mediation ist, dass im Mittelpunkt des Verfahrens nicht die gegensätzlichen Positionen der Konfliktparteien stehen, sondern ihre Interessen - also das, was den Konfliktparteien wirklich wichtig ist, z.B. wirtschaftliche Ziele wie Verbesserung der Marktposition, Leistungssteigerung, Zahlungsfähigkeit, positiver Deckungsbeitrag. Zu den Interessen zählen aber auch persönliche Bedürfnisse z.B. nach Information, Einbindung, Zuverlässigkeit oder Sicherheit.

Werden alle diese Aspekte offen angesprochen und geklärt, kann die Projektarbeit wieder in den Mittelpunkt rücken. Eine vorher als unmöglich erachtete Zusammenarbeit kann konstruktiv wieder aufgenommen werden und es besteht die Chance, das Projekt bis zu seinem erfolgreichen Abschluss fortzuführen.

Der Unterschied zur traditionellen Konfliktlösung

Ein Mediator hat eine andere Rolle als ein Schiedsrichter oder Schlichter: Er klärt nicht, wer Recht oder Unrecht hat, auch bringt er keine eigenen Lösungsvorschläge. Seine Aufgabe ist es, den Dialog zwischen den Kontrahenten wieder in Gang zu bringen und zu steuern. Er hilft ihnen, selbst zu einer Lösung zu finden und stellt den Parteien dazu einen geschützten Rahmen zur Verfügung, in dem sie unter Einhaltung vereinbarter Regeln ihre Meinungen und Sichtweisen ausführlich darstellen können.

Voraussetzung für die Durchführung einer Mediation ist jedoch, dass die Konfliktparteien bereit sind, diesen Weg zu gehen. Nur die Freiwilligkeit, die Möglichkeit jederzeit aus dem Verfahren auszusteigen und das Verhandlungsergebnis selbst zu bestimmen, gibt den Parteien die nötige Sicherheit, sich mit einem überschaubaren Risiko auf die Mediation einzulassen. Oberster Grundsatz in der Mediation ist die Vertraulichkeit. Dies gilt sowohl für die Konfliktparteien als auch für den Mediator.

Die Erfolgsquote der Mediation liegt bei ca. 80%. Trotzdem ist sie kein Allheilmittel. Für den Einzelfall sollte im Voraus immer geprüft werden, ob sich die Mediation als Instrument eignet. Ist die Eskalation des Konflikts zu weit fortgeschritten und besteht bei den Konfliktparteien kein Interesse mehr an einer gemeinsamen und einvernehmlichen Lösung, dann bleibt nur die gerichtliche Auseinandersetzung.

Der Einsatz von Mediationsklauseln

Um bei Streitigkeiten die Durchführung einer Mediation zu erleichtern, ist es sinnvoll, so genannte Mediationsklauseln in die Projektverträge aufzunehmen. Das ist eine Vereinbarung zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber, im Konfliktfall zuerst eine Lösung über eine Mediation zu versuchen, bevor der juristische Weg eingeschlagen wird. Eine Mediationsklausel könnte folgendermaßen lauten: "Die Parteien verpflichten sich, im Falle einer sich aus dem Vertrag ergebenden oder sich darauf beziehenden Streitigkeit, vor Klageerhebung bei einem ordentlichen Gericht (oder Schiedsgericht) eine Mediation (z.B. nach den Bestimmungen der gwmk - Gesellschaft für Wirtschaftsmediation und Konfliktmanagement e.V.) durchzuführen."

Die Auswahl eines Mediators

Für die Konfliktparteien ist es wichtig, einen geeigneten Mediator auszuwählen. Neben der Mediationskompetenz, die der Mediator u.a. durch eine qualifizierte Ausbildung (z.B. nach den Standards des Bundesverbands Mediation e.V.) nachweisen sollte, ist branchenspezifisches Know-how und Projektmanagement-Wissen hilfreich. Der Mediator kann so die spezifischen Probleme in der Projektarbeit besser verstehen. Weitere wichtige Kriterien sind Neutralität und Allparteilichkeit sowie die Persönlichkeit des Mediators. Entscheidend ist letztlich: Die Konfliktparteien müssen dem Mediator vertrauen.

Wo findet man einen Mediator?

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