Ich – Wir – Es – das magische Dreieck des Projekterfolgs Mit der angewandten Themenzentrierten Interaktion zur erfolgreichen Projektumsetzung

Projektleiter müssen neben dem Projektgegenstand auch immer die Beziehungsebene in ihren Teams im Auge behalten, sowie die individuellen Bedürfnisse der Teammitglieder. Um die sich daraus ergebenden Spannungsfelder auszubalancieren, eignet sich die Anwendung der Themenzentrierten Interaktion (TZI). Dieses auf Gruppenprozesse ausgerichtete Modell hat Ulrich Nägele in seiner zwei Jahrzehnte währenden Beschäftigung für Projektmanagement angepasst.

 

Ich – Wir – Es – das magische Dreieck des Projekterfolgs Mit der angewandten Themenzentrierten Interaktion zur erfolgreichen Projektumsetzung

Projektleiter müssen neben dem Projektgegenstand auch immer die Beziehungsebene in ihren Teams im Auge behalten, sowie die individuellen Bedürfnisse der Teammitglieder. Um die sich daraus ergebenden Spannungsfelder auszubalancieren, eignet sich die Anwendung der Themenzentrierten Interaktion (TZI). Dieses auf Gruppenprozesse ausgerichtete Modell hat Ulrich Nägele in seiner zwei Jahrzehnte währenden Beschäftigung für Projektmanagement angepasst.

 

In Projekten wird ein Ergebnis realisiert, ein Liefergegenstand im weitesten Sinne. Dieser kann sehr gegenständlich oder abstrakt bis hochabstrakt sein. Beispiele dafür sind: eine neuartige Maschine für halbautomatische Fertigungsprozesse, ein Vertriebssystem mit Social-Media-Anteil, ein klassisches IT-Projekt oder komplexe abstrakte Algorithmen zur Prozessoptimierung.

Gleichzeitig hängt ein großer Teil des Projekterfolges von einer funktionierenden Beziehungsebene ab, u.a. von einem intakten Teamklima, gut gepflegten Beziehungen zu Kunden und Lieferanten oder einem situativem Führungsstil des Projektleiters, welcher auf den Entwicklungsstand des einzelnen Projektmitarbeiters eingeht etc. (vgl. dazu aktuelle Studien wie beispielsweise Erfolgsfaktoren im Projektmanagement (Komus 2015)).

Mit Hilfe einer funktionierenden Beziehungsebene gelingt es einerseits, die Interessen aller Projektbeteiligten zum größtmöglichen Ausgleich zu bringen – im Sinne des zu realisierenden Projektgegenstandes gemäß der zugrundeliegenden Zielsetzung.

Balance zwischen Sach- und Beziehungsebene

Andererseits: Auch ein zu viel an Beziehungsorientierung kann ein Projekt in Schieflage bringen, wenn darüber die Arbeit am eigentlichen Projektgegenstand vernachlässigt wird. Ein gutes Gefühl im Projektteam alleine genügt nicht, um Erfolge zu erzielen.

Eine zentrale Frage für Projektleiter ist also: Wie kann ich in meinem Projekt (egal ob ich es mit klassischen und/oder agilen Methoden arbeite) die fachlich-inhaltliche Sachebene des Projektgegenstandes mit der beziehungsorientierten Ebene des Projektteams und seiner Mitglieder in Einklang bringen und ausbalancieren?

Die Themenzentrierte Interaktion, kurz TZI, liefert dazu leicht umsetzbare Lösungsansätze. Ich setze dieses wirkungsvolle Konzept im operativen Projektmanagement wie in meiner Beratungs- und Trainingstätigkeit schon lange sehr erfolgreich ein, in klassischen, agilen, hybriden, nationalen wie internationalen Projekten. Den Kern dieses Beitrags bildet daher eine Reihe von Projektbeispielen, die ich unterstützt oder neu aufgesetzt habe, um die praktische Anwendung der TZI als Führungsmodell in Projekten zu veranschaulichen.

Die TZI als wirksames und praxisorientiertes Führungsmodell

Die Psychoanalytikerin Ruth Charlotte Cohn (1912-2010) begründete die Themenzentrierte Interaktion (TZI) in den 1960er Jahren. Dabei handelt es sich um ein auf Gruppenprozesse ausgerichtetes Modell des Lernens und Arbeitens, das die aktive Teilnahme sowie die Kreativität aller Beteiligten fördert. Cohn spricht hier auch vom Prinzip des "lebendigen Lernens".

Als wichtigstes Standardwerk zur TZI gilt Ruth Cohns Buch "Von der Psychoanalyse zur themenzentrierten Interaktion", das seit der Erstauflage 1975 bereits 18 Druckauflagen erfahren hat (zuletzt 2016). Der Verbreitung und Weiterentwicklung von TZI widmet sich das "Ruth Cohn Institute für TCI - international" (Link zur Homepage).

"Für die alltägliche Projektbesprechung im stabilen Team geben die Regeln der TZI eine einfache Hilfestellung, um gleichzeitig effizient und motivierend arbeiten zu können." (Glossar Projekt Magazin). In der allgemeinen Rezeption von TZI sind vor allem die Regeln zur Kommunikation in Gruppen bekannt geworden, auch diese finden Sie in dem Glossareintrag.

Neben ihren sehr pragmatisch umsetzbaren Postulaten wie "Sei Dein eigener Chairman" oder "Störungen haben Vorrang" ist es ein großer Verdienst Ruth Cohns und ihrer TZI, ein wirksames und sehr gut anwendbares Führungsmodell für die gemeinsame erfolgreiche und motivierte Zusammenarbeit an einem Thema zu liefern. Cohn spricht originär vom Zusammenwirken von ES (auch als THEMA bezeichnet), ICH und WIR, die in dynamischer Balance in einem gesetzten Rahmen (bei Cohn GLOBE genannt) permanent austariert und in ein Gleichgewicht gebracht werden müssen.

TZI-Dreieck

Bild 1: Das TZI-Dreieck nach Ruth Cohan.
Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikiversity/

Bild 1: Das TZI-Dreieck nach Ruth Cohan.
Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikiversity/

Übertragung auf professionelles Projektmanagement

Bewertungen und Kommentare

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Alle Kommentare (2)

Volker
Gottwald

Eine hervorragende Zusammenfassung!

 

Mike
Albien

Der Spagat kann gelingen zwischen Agilität und klassischen Methoden ! Das ist auch meine Überzeugung gemäss meiner Wahrnehmung. Die genannten Beispiele reflektieren vollständig meine in über 20 Jahren Beratungstätigkeit als Interims- und Projektmanager gemachten Erfahrungen. Vielen Dank für diesen hervorragenden Überblick und Einführung in TZI.