Erfolgreiche Projektmanagerinnen im Gespräch Mit Flexibilität und Führungskompetenz zur internationalen PMO-Leitung

Karrieretipps einmal anders: Zeitliche und räumliche Flexibilität sowie konsequente Weiterentwicklung der Management-Kompetenz – dies waren wesentliche Voraussetzungen für die Karriere von Dr. Andrea Jahn, Leiterin eines Project Management Office (PMO). Die PM-Expertin, die bei der Bayer Schering Pharma AG das PMO "Globale Entwicklung" führt, betreut ein Portfolio von rund 130 internationalen Arzneimittel-Entwicklungsprojekten. Wie sie es weit nach oben und in ein Arbeitsumfeld geschafft hat, in dem es häufig um Projekte in dreistelliger Millionenhöhe geht, schildert sie anschaulich im Gespräch mit Elisabeth Wagner.

 

Erfolgreiche Projektmanagerinnen im Gespräch Mit Flexibilität und Führungskompetenz zur internationalen PMO-Leitung

Karrieretipps einmal anders: Zeitliche und räumliche Flexibilität sowie konsequente Weiterentwicklung der Management-Kompetenz – dies waren wesentliche Voraussetzungen für die Karriere von Dr. Andrea Jahn, Leiterin eines Project Management Office (PMO). Die PM-Expertin, die bei der Bayer Schering Pharma AG das PMO "Globale Entwicklung" führt, betreut ein Portfolio von rund 130 internationalen Arzneimittel-Entwicklungsprojekten. Wie sie es weit nach oben und in ein Arbeitsumfeld geschafft hat, in dem es häufig um Projekte in dreistelliger Millionenhöhe geht, schildert sie anschaulich im Gespräch mit Elisabeth Wagner.

 

Der Anteil der Projektarbeit an der Wertschöpfung nimmt zu, Frauen sind jedoch in Projekten noch immer unterrepräsentiert - und dies obwohl üblicherweise den Frauen zugeschriebene Fähigkeiten, wie z.B. ausgeprägte kommunikative Kompetenz, zunehmend als Erfolgsfaktoren für ein gelingendes Projektmanagement wahrgenommen werden. Ist und bleibt Projektarbeit also weiterhin überwiegend eine Männerdomäne?

Das Projekt Magazin möchte diese Frage aufgreifen und von Ihnen wissen, wie Sie die Karrieremöglichkeiten für Frauen im Projektmanagement in Ihrem Unternehmen wahrnehmen und wo Sie Verbesserungsmöglichkeiten sehen. Zu diesem Zweck veröffentlichen wir in loser Folge Interviews mit erfolgreichen Projektmanagerinnen, die von der Special Interest Group "PM-Expertinnen" der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. initiiert wurden. Diese Interviews wurden im Zusammenhang mit der Studie der GPM zur Karriere von Frauen und Männern im Projektmanagement (siehe Projekt Magazin 17/2010) geführt. Sie sollen die vielfältige Projektkompetenz von Frauen zeigen, Frauen Lust auf Projektarbeit machen, konkrete Karrieretipps liefern - und nicht zuletzt Unternehmensleiter und Personaler für flexiblere Arbeitsmodelle im Projektmanagement sensibilisieren.

Nachfolgend berichtet die PM-Expertin Dr. Andrea Jahn im Gespräch mit Elisabeth Wagner aus ihrem Arbeitsumfeld, in dem es häufig um Projekte in dreistelliger Millionenhöhe geht. Für ihre Karriere im Projektmanagement waren einerseits zeitliche Flexibilität und Reisebereitschaft wichtig, andererseits der konsequente Aufbau von Managementkompetenz durch geeignete Fortbildungsmaßnahmen. Beides stellte wesentliche Voraussetzungen dafür dar, dass sie immer wieder neue berufliche Herausforderungen annehmen konnte.

Dr. Andrea Jahn

Dr. Andrea Jahn

Nach ihrer Promotion im Fach Veterinärmedizin startete Dr. Andrea Jahn 1990 ihre berufliche Laufbahn in einem Institut für Fleischforschung. Ein Jahr später wechselte sie in die Arzneimittelforschung, ein Arbeitsgebiet, dem sie bis heute leidenschaftlich verbunden ist. Dr. Andrea Jahn übernahm Führungsaufgaben im Labor und verantwortete zudem zahlreiche internationale Arzneimittel-Entwicklungsprojekte.

Als Leiterin des Projektmanagementbüros "Globale Entwicklung" bei der Bayer Schering Pharma AG betreut sie heute ein Portfolio von rund 130 internationalen Arzneimittel-Entwicklungsprojekten.

Elisabeth Wagner: Frau Dr. Jahn, nur knapp 5% der Arzneimittel-Entwicklungsprojekte führen tatsächlich zu einem Medikament. Die Kosten summieren sich auf durchschnittlich 450 Millionen Euro. Was bedeuten diese Zahlen für die Arbeit im Projektmanagement?

Dr. Andrea Jahn: Tatsächlich herrscht in der Arzneimittelforschung während einer Dauer von acht bis zwölf Jahren hohe Unsicherheit. Man muss immer damit rechnen, dass Hürden und Hindernisse auftreten, die innovatives Handeln oder den Abbruch des Projekts verlangen. Das können unerwartete Reaktionen im Tierversuch sein, aber auch änderungen technologischer oder politischer Art. Ein Beispiel dafür: Wir forschten vor Jahren sehr erfolgreich auf dem Gebiet "Kontrastmittel für Ultraschalluntersuchungen". Weil jedoch ein Qualitätssprung in der Ultraschalltechnik Kontrastmittel überflüssig machte, mussten wir das Projekt einstellen. Die Politik stellte in den letzten Jahren an die Arzneimittelhersteller die neue Forderung, dass diese den volkswirtschaftlichen Nutzen eines neuentwickelten Medikaments belegen müssen, bevor die Kassen bezahlen. So reicht es heute nicht mehr aus, dass ein neues Medikament wirksam, verträglich und qualitativ hochwertig ist.

Elisabeth Wagner: Ist es für Sie motivierend zu wissen, dass als Projektergebnis am Ende ein Medikament herauskommt, das für viele Menschen hilfreich ist?

Dr. Andrea Jahn: Ja, wenn sich abzeichnet, dass das Produkt erfolgreich sein könnte, ist das schon ein sehr gutes Gefühl. Aber der Wunsch, beim Heilen zu helfen, kann als Motivation auch kontraproduktiv sein. Zum einen, weil die Beschäftigung mit der Situation der Patienten deprimierend sein kann. Zum anderen, weil die Gefahr steigt, dass man zu lange auf "einem toten Pferd reitet", wenn zu viele Emotionen im Spiel sind. Hier brauchen wir nüchterne, harte Entscheidungen. Projekte in der Arzneimittelentwicklung verlangen deshalb eine hohe Ergebnisorientierung und Kreativität, damit so schnell wie möglich qualitativ hochwertige Daten für Go- oder No-go-Entscheidungen zur Verfügung stehen.

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