Deutschlands Aufholjagd im Building Information Modeling

Öffentliche Großbauprojekte – ist die Zeit der Milliardengräber endlich vorbei?

Deutschlands Aufholjagd im Building Information Modeling. Öffentliche Großbaupro
Christine Wolff war Mitglied der Reformkommission "Bau von Großprojekten". Drei Jahre nach deren Endbericht zieht Sie für uns eine – gemischte– Bilanz zur Umsetzung der Empfehlungen durch die Politik. Sie gibt unter anderem Antwort auf die Fragen: Was wurde bisher umgesetzt, was sind die Herausforderungen für die Zukunft und wie wird sich die Projektkultur bei Großvorhaben in Deutschland in den nächsten Jahren entwickeln?
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Projekt Magazin: Sie waren Mitglied in der vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eingerich-teten Reformkommission "Bau von Großprojekten", die Mitte 2015 nach fast zweijähriger Arbeit einen 112-seitigen Endbericht präsentierte (BMVI (c), 2015). Wie bewerten Sie das, was die Politik von Ihren Empfehlungen seitdem umgesetzt hat?

Christine Wolff: Zur praktischen Umsetzung der Empfehlungen der Reformkommission Bau von Großprojekten hat das BMVI 34 Pilotprojekte zu Building Information Modeling (BIM) (BMVI (g), 2016), zur Durchführung eines frühzeitigen und kontinuierlichen Risikomanagements sowie zur partnerschaftlichen Projektzusammenarbeit angestoßen. Das BMVI begleitet BIMRisikomanagement und partnerschaftliche Zusammenarbeit in Pilotgroßprojekten zusammen mit der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, die Redaktion) und der DB AG.

Christine Wolff im Interview mit dem Projekt MagazinChristine Wolff

Die Hamburger Unternehmensberaterin Christine Wolff war mehr als 20 Jahre in internationalen Ingenieurkonzernen als Managerin tätig. Sie war zuletzt als Managing Director für die Region Europe & Middle East der URS Corporation (heute AECOM) beschäftigt, einem börsennotierten US-amerikanischen Ingenieurdienstleister, mit weltweit mehr als 56.000 Mitarbeitern und US$ 9,5 Milliarden Umsatz. In der Position als Senior Vice President war sie verantwortlich für das operative Geschäft in 15 Ländern mit insgesamt 2.000 Mitarbeitern. Schwerpunkt der Tätigkeit waren Planung und Beratung für internationale Großprojekte in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Umwelt. Heute berät Frau Wolff Wirtschaft und Politik, u.a. als Mitglied in verschiedenen Aufsichtsgremien, z.B. bei Hochtief und der Reformkommission für den Bau von Großprojekten beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Außerdem wird, laut dem Stufenplan zur Einführung von BIM im Verkehrsbereich, ab 2020 in allen neu zu planenden öffentlichen Projekten BIM regelmäßig genutzt. Die Initiative "planen-bauen 4.0 GmbH" unterstützt die Anwendung von BIM (siehe dazu auch Das Interview mit Dr. Ilka May: "Die Wertschöpfungskette Bau braucht mehr Digitalisierung" im Beitrag "Öffentliche Großbauprojekte: Erst planen, dann bauen!").

Indem er die Empfehlungen für eine Anwendung in der Praxis konkretisiert, liefert der kürzlich erschienene "Leitfaden Großprojekte" (BMVI (b), 2018) einen weiteren Beitrag zur Umsetzung der Empfehlungen der Reformkommission und des "Aktionsplan Großprojekte" (ein 10-Punkte-Plan des damaligen Verkehrsministers Alexander Dobrindt von 2015, BMVI (a), 2015).

Darüber hinaus hat im Juli dieses Jahres das

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