Kulturelle und logistische Komplexität meistern

Praxisbericht eines Zulieferers – PM für das höchste Gebäude der Welt

Blaming Culture, Insha'Allah-Mentalität und Kastendenken – diesen und weiteren Herausforderungen mussten sich Christopher Nimsch und Andreas Linden in Dubai stellen. Als Mitarbeiter des Zulieferers DORMA waren sie an einem Teilprojekt für den Bau des "Burj Khalifa" beteiligt, dem höchsten Gebäude der Welt. Sie zeigen, wie es mit projektbegleitendem Coaching gelang, Spielregeln, Lösungswege und Tools zu entwickeln, um ein internationales Großprojekt erfolgreich abzuschließen – trotz starker soziokultureller Unterschiede der Projektbeteiligten und hoher logistischer Komplexität.

Viele Untersuchungen belegen, dass über 80% aller Projekte nicht die Erwartungen erfüllen, die in sie gesetzt wurden (Standish, 1994, 1998; Gröger, 2004; Nimsch, 2005). Vor diesem Hintergrund ist es umso erfreulicher, wenn ein internationales Großprojekt, das durch logistische Komplexität und soziokulturelle Unterschiede der Projektbeteiligten äußerst anspruchsvoll ist, erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Ein solches Positiv-Beispiel stellen wir Ihnen mit dem Bauvorhaben "Burj Khalifa" vor, dem höchsten Gebäude der Welt, das zwischen 2004 und 2010 in Dubai errichtet wurde (Bild 1; siehe hierzu auch www.burjkhalifa.ae; Zugriff am 24.10.2011). An ihm zeigen wir, mit welchen konkreten Maßnahmen die Firma DORMA ein sehr komplexes Logistik-Teilprojekt in einem multikulturellen Umfeld erfolgreich aufsetzen und durchführen konnte – und es ihr so gelang, dieses außergewöhnlich große Gebäude schnell mit den erforderlichen Zugangs- und Sicherungslösungen auszustatten.

Bild 1: Burj Khalifa in der Bauphase (Juni 2007).

Während in Deutschland etwa 60% der Bauprojekte das Bauen im Bestand betreffen, geht es in Dubai vor allem um immer größere, höhere und spektakulärere Neubau-Projekte. Zu diesen zählt auch der "Burj Khalifa" (Khalifa-Turm), dessen Höhe von 828 Metern ihm seit der Einweihung im Januar 2010 den Titel des höchsten Gebäudes der Welt sichert. Seine gigantischen Ausmaße von 4,2 Millionen Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche, verteilt auf 153 Stockwerke, bedeuteten ein entsprechendes Umsatzpotenzial.

Den Dimensionen des Gesamtbaus entsprechend fielen auch die Aufträge für den Zulieferer DORMA aus. Schon im Jahr 2007 belief sich das Auftragsvolumen auf über fünf Millionen Euro und stieg nach und nach durch diverse Folgeaufträge auf mehr als zehn Millionen Euro an. Diese Projektdimensionen stellten das Projektteam vor vielfältige Herausforderungen.

Herausforderungen

Logistische und soziokulturelle Komplexität

Die Komplexität des Projekts setzte sich, wie bereits angedeutet, aus zwei Dimensionen zusammen:

Zum einen verursachte die

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