Es muss nicht immer 100%ig sein

Projektarbeit mit Briten – die wichtigsten Kommunikations- und Verhaltensregeln

Wir Deutschen sind sehr genau. Auch in der Projektarbeit. Briten haben dagegen eine andere Arbeitshaltung, die sich am common sense orientiert. Johanna Marius zeigt in diesem Artikel, wo sich Deutsche und Briten in ihrem Selbstverständnis, Handeln und der Kommunikation unterscheiden – aber auch wo sie sich ähneln. Die Autorin stellt dar, wie Briten unterschiedlich förmlich kommunizieren und wie Deutsche und Briten mit unklaren Situationen umgehen. Auch gibt sie Tipps, wie Sie die Dringlichkeit eines Anliegens betonen und Termintreue herstellen sowie positives wie kritisches Feedback geben. Zu all diesen Aspekten liefert sie konkrete Formulierungs- und Handlungsempfehlungen für Ihren Projektalltag.

Großbritannien ist ein Land, das nur 90 Flugminuten von Deutschland entfernt ist. Wir Deutschen kennen die Briten aus den Medien und nehmen sie dort als besonders höfliche und zuvorkommende Menschen wahr. So fällt uns z.B. auf, dass Briten sich ständig entschuldigen und einander den Vortritt lassen. Wenn z.B. beim Einsteigen in die U-Bahn eine Person einer anderen auf die Füße tritt, entschuldigen sich beide.

Briten machen manchmal Bemerkungen, die Deutsche als ironisch oder sarkastisch empfinden. Deshalb behaupten manche Briten, dass Deutsche keinen Humor hätten. Natürlich verstehen Deutsche den britischen Humor – und schätzen ihn, z.B. in Filmen von Monty Python, auch! Dennoch hält sich dieses Stereotyp hartnäckig. Dagegen hat die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 das Bild der Briten von der deutschen Gastfreundlichkeit erheblich verbessert. Viele Briten kamen nach Deutschland und haben Deutsche als gute Gastgeber erlebt, als freundliche, fröhliche und aufgeschlossene Menschen, die genauso ausgiebig feiern können wie sie selbst.

Auch wir Deutschen haben stereotype Meinungen von Briten. Viele Deutsche glauben z.B., dass Briten keine Fremdsprachen sprechen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es jede Menge Briten in Deutschland gibt, die u.a. exzellentes Deutsch sprechen.

Stereotypen erleichtern uns scheinbar das Leben, denn Dank dieser müssen wir das Handeln der anderen nicht ständig neu bewerten. (Zur "Kulturbrille" siehe auch "Gründlichkeit versus Risikobereitschaft. So arbeiten Deutsche und Amerikaner erfolgreich zusammen", Projekt Magazin 08/2013.) Im Projekt erschweren sie jedoch eine angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit. Wenn ich z.B. einem britischen Mitarbeiter oder Kollegen im Projekt keine detailorientierte Arbeit zutraue, weil ich mir denke, dass er sowieso nur das Nötigste einbringt und generell die Arbeitshaltung hat, dass "Durchwursteln" schon reicht, unterschätze ich ihn und nutze die Ressourcen nicht. (Zum "Durchwursteln" siehe den Abschnitt "Spezialisten versus Generalisten".)

In diesem Artikel erfahren Sie, wie

  • Sie unterschiedlich förmlich mit Briten kommunizieren,
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